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Ein Ort an dem Jugendliche Verantwortung übernehmen

09.12.2021

Impulszentrum Gütersloh: Besonderes Projekt des Fachbereichs Jugend und Familie.

Betreuen das Projekt „Impulszentrum Gütersloh“ an der Verler Straße 148: (v.l.) Andrej Below (Projektverantwortlicher, Stadt Gütersloh), Mandy Eppendörfer (Leiterin Impulszentrum), Andreas Reinhold (Leiter Fachbereich Jugend und Familie, Stadt Gütersloh) und Sebastian Stasiuk (Geschäftsführer Gemeinnütziger Verein, Haus Nordhorn).
Betreuen das Projekt „Impulszentrum Gütersloh“ an der Verler Straße 148: (v.l.) Andrej Below (Projektverantwortlicher, Stadt Gütersloh), Mandy Eppendörfer (Leiterin Impulszentrum), Andreas Reinhold (Leiter Fachbereich Jugend und Familie, Stadt Gütersloh) und Sebastian Stasiuk (Geschäftsführer Gemeinnütziger Verein, Haus Nordhorn).

Viele Gütersloherinnen und Gütersloher kennen das Haus an der Verler Straße 148 noch als Jugendtreff der „Falken“. Lange Zeit stand es danach leer, seit einigen Monaten ist dort wieder Leben eingekehrt. Der städtische Fachbereich Jugend und Familie führt dort derzeit ein besonderes Projekt durch und nutzt das Gebäude als sogenanntes Impulszentrum. Gütersloher Jugendliche, die nicht die gleichen (Bildungs-)Chancen haben, kümmern sich um das Gebäude und renovieren es aus eigenen Kräften. Das Projekt trägt nicht nur optisch erste Früchte, auch die Jugendlichen haben dort eine „Heimat gefunden“, betont Andreas Reinhold, Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie bei der Stadt Gütersloh.

Die Jugendlichen, die Teil des Gütersloher Impulszentrum sind, sind dem städtischen Fachbereich schon länger bekannt: „Wir arbeiten hier mit einer Gruppe von Personen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren zusammen, die zum Teil straffällig sind oder es auf andere Weise nicht ganz einfach im Leben haben“, erklärt Reinhold. „Eine Aufgabe des Jugendamtes ist es unter anderem Kinder und Jugendliche, die nicht die gleichen (Bildungs-)Chancen haben zu unterstützen und zu fördern. Mit unseren Einzelfallmaßnahmen sind wir in diesen Fällen teilweise an unsere Grenzen gekommen.“ Auf der Suche nach einem anderen Ansatz, ist die Stadt Gütersloh dabei auf das Konzept des Impulszentrums in Hamm gestoßen, dessen Träger der Verein Paidaia ist. Bei der Umsetzung für Gütersloh wurde zunächst mit einer ausführlichen Analysephase begonnen, gemeinsame Workshops mit den Jugendlichen folgten, um Kontakt und Vertrauen aufzubauen. Unterstützt wurde der städtische Fachbereich dabei durch den Bonner Träger Ibasy. Im Mittelpunkt der Projektidee des Impulszentrums steht ein bildungsprozessorientierter Förderansatz. Ein spezieller Ansatz aus der Sozialen Gruppenarbeit, bei dem Jugendliche selbstständig Verantwortung übernehmen sollen. „Es geht darum, produktives Arbeiten und sportliche Betätigung zu fördern und damit den Jugendlichen die Möglichkeit für Selbstwirksamkeit zu geben“, erklärt Andrej Below, Projektverantwortlicher bei der Stadt Gütersloh. Die bisherigen Anteile problematischen Verhaltens der Jugendlichen werden dabei klar verurteilt. Gleichzeitig dreht sich aber vieles um den Aspekt der Wertschätzung. „Die Jugendlichen sollen im Impulszentrum unterstützt werden, ihre eigenen Potenziale zu entfalten und für sich Perspektiven aufzubauen“, so Andreas Reinhold.

Beauftragt mit der Durchführung des Projektes ist seit Mai dieses Jahres der Gemeinnützige Verein für Rehabilitation, Haus Nordhorn, der im Bereich ambulante Kinder- und Jugendhilfe tätig ist. Die Leitung des Gütersloher Impulszentrum hat Mandy Eppendörfer übernommen. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen finden an drei Nachmittagen in der Woche Treffen mit den Jugendlichen vor Ort statt. „Wir sind kein typischer Jugendtreff“, erklärt Eppendörfer. „Es geht vielmehr um Produktivität, Spaß und darum, gemeinsam etwas zu lernen und zu erschaffen.“ Ein Ort also an dem die Jugendlichen selbst Verantwortung übernehmen und die notwendige Orientierung erhalten. Gestartet ist das Projekt mit sieben bis acht Jungen, mittlerweile kommen doppelt so viele – auch Mädchen - regelmäßig zu den Treffen, um gemeinsam Renovierungen im Haus vorzunehmen. Mit Unterstützung durch einen Handwerker haben die Jugendlichen bereits einiges geleistet. Im Erdgeschoss befindet sich jetzt ein Konferenzraum, dafür wurden Wände geschliffen und gestrichen, neuer Boden verlegt, Lampen und Bilder aufgehängt. Auch die Möbel wurden selbstständig organisiert und zum Teil repariert oder wieder in Schuss gebracht. Nebenan befindet sich noch eine große Baustelle, hier wird ein Sport- und Fitnessraum entstehen. Im Obergeschoss ist ein großer Aufenthaltsraum fertiggestellt, auch die Küche wurde renoviert und ein Tonstudio ist in Planung. Wenn alles fertig ist, sollen die Räumlichkeiten möglichst auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

„Durch das Projekt hat sich ein guter Kontakt zu den Jugendlichen entwickelt“, erklärt Andreas Reinhold. „Für die Teilnehmenden ist es ein Ort der Wertschätzung geworden.“ Auch wenn es im Kontakt mit den Jugendlichen auch einige Rückschläge zu verzeichnen gab und nicht alle erreicht werden würden, verlaufe das Projekt bislang insgesamt positiv. Eine besonders enge Abstimmung und Zusammenarbeit findet auch mit der Polizei Gütersloh statt. „Insgesamt ist das Impulszentrum ein offener Prozess und auch für uns ein Experiment. Zunächst ist es für die Laufzeit von einem Jahr angelegt mit der Option zur Verlängerung.“ Und die Jugendlichen haben für die kommenden Monate bereits viele Pläne, so soll der Außenbereich gestaltet werden und ein Beachvolleyballfeld und ein Kräutergarten angelegt werden. Auch Ideen, wie Eltern mit in das Projekt einbezogen werden können, bestehen bereits.

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