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Künstliche Intelligenz - Fluch oder Segen für die Kultur?

09.02.2024

„Der Geist ist aus der Flasche“: Viel Diskussionsstoff und buntes Programm im Bauteil 5 beim 6. Gütersloher Kulturforum.

Die Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur Lena Jeckel führte durch den Abend und in das Thema Künstliche Intelligenz in der Kultur.
Die Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur Lena Jeckel führte durch den Abend und in das Thema Künstliche Intelligenz in der Kultur.

Jedes Kulturforum ist anders und so ist auch die diesjährige sechste Ausgabe am Dienstagabend (6. Februar) wieder etwas ganz Besonderes gewesen. Mit dem jährlichen Wechsel der Veranstaltungsorte ergibt sich immer wieder eine neue Atmosphäre unter den teilnehmenden Kulturschaffenden. Dieses Mal ist der städtische Fachbereich Kultur in den Jugendtreff der Stadt gezogen, in den Bauteil 5 und damit in das Backsteingebäude an der Bogenstraße. Hier begrüßte die Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur, Lena Jeckel, erwartungsgemäß viele Jugendliche, die sich unter die Gütersloher Kunst- und Kulturschaffenden, Politiker und Interessierten gemischt hatten. „Auf der Bühne stehen heute Künstlerinnen und Künstler im Alter von neun bis 69“, zeigte sich Jeckel begeistert. „Zum einen haben wir damit eine Generationen-Bandbreite, zum anderen zeigt das Programm des Kulturforums auch die große künstlerische Vielfalt in Gütersloh.“ Auf der einen Seite ging es um das große Thema des Abends: „Künstliche Intelligenz (KI) und ihr Einfluss auf die Kultur“. Dazu gab es unter anderem eine interaktive Handyumfrage, einen Impulsvortrag zur Technik hinter der KI und eine Podiumsdiskussion. Auf der anderen Seite wurde das Thema auch vom Programm flankiert, wie vom Poetry Slammer oder in den Beiträgen der Bürgerbühne Gütersloh e.V.. Gespickt wurde das abendliche Programm durch die Teilnahme der Gastgebenden aus dem Bauteil 5, die teils spontan mit Showeinlagen einsprangen und begeisterten.

Gechillt und wie es sich für einen Jugendtreff gehört, startete der Abend musikalisch mit DJ Phil. Das Besondere an Phillip Pahlsmeyer, der schon bei „DJs in Town 2023“ auflegte: sein Alter. Cool, aber konzentriert stand der gerade Neunjährige an den Turntables, um keinen seiner Übergänge zu verhauen. Nach einer Begrüßung durch Lena Jeckel ging es direkt in das Thema des Abends: „Künstliche Intelligenz und ihr Einfluss auf die Kultur“. Der Gütersloher Poetry Slammer Niko Sioulis kam zum Ergebnis: „KI wird dazu da sein, wozu sie da sein wird und das bestimmen wir als Menschheit.“ Im Anschluss wurde es durch eine Handyumfrage interaktiv. Die insgesamt etwa 70 Teilnehmenden des Kulturforums konnten Fragen beantworten wie „Habt Ihr KI schon mal genutzt?“ oder „Ist KI ein Fluch oder ein Segen für die Kultur?“.

Um den aktuellen Veranstaltungsort besser kennenzulernen, gab Einrichtungsleiterin Sara Aydin einen kleinen Einblick in das mittlerweile 20-jährige Bestehen des Bauteils 5. Ein Schwerpunkt des städtischen Jugendtreffs sei die Partizipation, so Aydin. „Wir haben einen Slogan: Bauteil 5 ist kein Treff, sondern Family. Jeder bringt sich ein und kann sich hier verwirklichen.“ Gerade sei man dabei, ein Fitnessstudio auf die Beine zu stellen, berichtete Aydin. Auch das Musikstudio und damit Hip-Hop und Rap spielen in dem Jugendtreff eine große Rolle. Das kam dem Abendprogramm zu Gute, denn die krankheitsbedingt ausgefallene Nachwuchssängerin Natalie Klaphecke wurde kurzerhand und spontan durch Rapeinlagen der Jugendlichen aufgefangen. Unter anderem Demmo und Youngin TM gaben ihre Songs zum Besten. Ein Heimspiel, das gebührend gewürdigt und begleitet wurde, durch kräftigen Applaus, einem Meer aus Handy-Taschenlampen und tosendem Jubel.

Auch die Bürgerbühne Gütersloh e.V. nahm sich das Thema KI in einem Lied von Volker Schiewer und einem äußerst amüsanten Sketch unter dem Titel „Deepfake“ vor. Nach einem Expertenvortrag vom Medienkünstler, Kulturmanager, Autor und Dozenten Pit Noack zur Technik hinter der KI inklusive Livevorführung gab es im Anschluss eine Podiumsdiskussion mit einigen Publikumsfragen. Einig waren sich die Beteiligten darin, dass KI in der Kultur unterstützend wirken, dass sie aber wenig Neues selbst schaffen kann.

Nach der Diskussion ging es dann in den gemütlichen Teil des Abends über. Die Besuchenden konnten den Bauteil 5 dabei besser kennenlernen und die Räume entdecken. Der kurzweilige Abend endete in einem Austausch der vielen Kunst- und Kulturschaffenden sowie der Jugendlichen. Das Thekenteam des Bauteils 5 hatte für den Ausklang kleine Snacks in Form von Pizzaschnecken, Bulgursalat und Lachswraps vorbereitet. Bei Softgetränken und Wasser wurde dann bis spät in den Abend darüber diskutiert, welche Chancen und welche Risiken in Künstlicher Intelligenz für die Kultur, auch in Gütersloh, stecken.