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Neuer Kegelrührer „FlocFormer“ reduziert Klärschlamm-Mengen um 400 Tonnen pro Jahr

13.10.2020

102.000 Euro in Güterslohs Hauptklärwerk Putzhagen investiert.

Weniger Klärschlamm durch Feuchtigkeitsentzug:  Klärwerkmeister Max Menke (l.) und Klärwerk-Leiter Karl-Heinz Schroeder stellen den „FlocFormer“ vor.
Weniger Klärschlamm durch Feuchtigkeitsentzug: Klärwerkmeister Max Menke (l.) und Klärwerk-Leiter Karl-Heinz Schroeder stellen den „FlocFormer“ vor.

In Güterslohs Hauptklärwerk Putzhagen fallen jetzt jährlich etwa 400 Tonnen weniger Klärschlamm an. Möglich macht das ein neues Gerät: Der Kegelrührer mit vorgeschaltetem Turbo-Mischer namens „FlocFormer“ entzieht dem aus dem Abwasser entstehenden Klärschlamm noch effektiver die Feuchtigkeit als bisherige Anlagen. Die Investition liegt bei 102.000 Euro und soll sich in etwa 2,5 Jahren amortisiert haben, sagt Maximilian Menke als zuständiger Abwasser-Meister der Stadt.

Seinen Angaben zufolge laufen im Klärwerk Putzhagen pro Tag etwa 16,2 Millionen Liter Abwässer aus dem Stadtgebiet Güterslohs ein. „Daraus resultierten bislang jährlich ungefähr 6000 Tonnen Klärschlamm, der wiederum von externen Dienstleistern abgeholt und umweltgerecht entsorgt werden muss“, erklärt Menke. Die Preise, die die Stadt dabei an die Entsorger gezahlt habe, seien 2019 auf einen Höchstwert gestiegen, „was nicht zuletzt auf strengere, gesetzliche Vorgaben zurückzuführen ist“, erklärt der Abwasser-Meister. „Daher haben wir uns nach Möglichkeiten umgeschaut, die Klärschlamm-Mengen deutlich zu reduzieren“, so Menke.

So hätten im April 2019 im Klärwerk Putzhagen nach Laborversuchen erste großtechnische Testläufe mit dem „FlocFormer“ der Firma Aqua-engineering GmbH (Clausthal-Zellerfeld) begonnen. Die Anlage bestehe dabei aus zwei Einheiten: dem Turbo-Mischer und einem Kegelrührer. „Eine zentrale Rolle spielen bei der Entwässerung sogenannte Polymer-Moleküle. Dabei handelt es sich um chemische Substanzen, die in den Klärschlamm eingebracht werden“, so Menke. Dies geschehe in dem Turbo-Mischer des „FlocFormers“. Im nachfolgenden Reaktor, einem kegelförmigen Rührer, bildeten die Polymere mit Schlammflocken des Klärschlamms eine spezielle Flockenstruktur aus, erläutert Menke. Diese Flocken würden dann durch die Zentrifugalkräfte der Zentrifuge vom Klärschlamm getrennt.

„Zuvor konnten wir den Klärschlamm auf etwa 24 Prozent Feststoff entwässern“, so Menke. Durch die neue Anlage könnten jetzt noch zwei Prozent mehr Wasser entzogen werden. So müssten aufs Jahr bezogen 400 Tonnen Klärschlamm weniger entsorgt werden. Menke: „Dadurch reduzieren wir unsere Kosten und es sind auch weniger Abtransporte durch Lastwagen notwendig.“

In der seit 1964 bestehenden, von Karl-Heinz Schroeder geleiteten Kläranlage Putzhagen mit 28 Beschäftigten werden die Abwässer von etwa 80.000 Menschen und Firmen im Gütersloher Stadtgebiet gereinigt. Das zweite Gütersloher Klärwerk Obere Lutter ist zuständig für die Stadtteile Friedrichsdorf, Isselhorst und Avenwedde sowie den Süden Bielefelds.

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