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Klimaschutz im Kindergarten

22.09.2022

Städtisches Projekt „Energiesparen macht Schule“ mit dem Besuch des Theaterstücks „Der König und sein Daumen“ gekrönt.

Kinder der Kitas Bülowstraße, Niehorster Straße und Wöstmannsweg warten gespannt auf den Start des Puppentheaterstücks „Der König und sein Daumen“ im Theater Gütersloh.
Kinder der Kitas Bülowstraße, Niehorster Straße und Wöstmannsweg warten gespannt auf den Start des Puppentheaterstücks „Der König und sein Daumen“ im Theater Gütersloh.

Sie sind gerade mal fünf Jahre alt und zum Teil besser auf die aktuelle Energiekrise vorbereitet als viele Erwachsene: die Kinder der 22 städtischen Kitas in Gütersloh. Seit mehr als zweieinhalb Jahren nehmen die Kindertagesstätten an dem Projekt „Energiesparen macht Schule!“ teil. Dabei lernen sie das Energiesparen spielerisch und praxisnah. Rund 100 Kinder aus den Kitas Bülowstraße, Niehorster Straße und Wöstmannsweg durften kürzlich ein Puppentheaterstück zum Thema „Klimaschutz“ im Theater Gütersloh erleben. Unter dem Titel „Der König und sein Daumen“ ist den Kindern in dem Stück beispielsweise erklärt worden, warum es besser für das Klima ist, seinen eigenen Apfelsaft mit Äpfeln aus dem Garten zu pressen, statt sich die Ananas aus Brasilien für einen Saft einfliegen zu lassen. Dabei ist das Puppentheater nur ein weiterer Schritt der Kindertagesstätten auf ihrem Energiesparweg. Zusammen mit neun städtischen Grundschulen und dem Städtischen Gymnasium sparen sie Energie, wo es nur geht, und werden dabei professionell begleitet von dem Klimabeauftragten der Stadt Gütersloh, Leif Pollex, und dem e&u energiebüro in Bielefeld.

Die Mitarbeiter von e&u haben der Stadt dabei geholfen, Fördermittel vom Bund zu erhalten. Seit 2019 läuft das Projekt, das insgesamt auf vier Jahre angelegt ist. Dabei tauschen sich Stadt, Energiebüro, Kitas und Schulen regelmäßig aus. Pollex: „Das Projekt lebt vom Miteinander. Jeder kann sich einbringen.“ In den Einrichtungen gibt es mindestens eine Energiebeauftragte oder einen Energiebeauftragten, der sich besonders um das Thema und Projekt kümmert. Das Ziel: Alle Beteiligten sollen lernen, sensibler mit Energie umzugehen, um so das Klima zu schonen. Durch die Zeichen der Zeit geht es mittlerweile um deutlich mehr und dadurch kommt das Projekt allen zugute. Die Kinder und Jugendlichen werden dabei Multiplikatoren, denn sie bringen die gelernten Spartipps auch in den Familienalltag ein. „Für Eltern ist das dann meist der erste Anstoß“, so der Klimabeauftragte Pollex.

Das Energieeinsparpotenzial in Kitas, allein durch das veränderte Nutzverhalten der Kinder, liege bei bis zu 15 Prozent, schätzt Jakob Kind vom Bielefelder Energiebüro. Das Unternehmen stellt den Kitas und Schulen Hilfsmittel wie einen Messkoffer mit verschiedenen Messinstrumenten zur Verfügung und verschickt monatlich einen Energiesparbrief mit Tipps. Zum Starterpaket des Projekts gehört auch das Puppenspiel, das jetzt auf der Studiobühne des Gütersloher Theaters aufgeführt wurde.

Freuen sich, dass das Projekt „Energiesparen macht Schule“ von den Gütersloher Kindertagestätten und Schulen so gut angenommen wird: (v.l.) Guido Bolz (Fachbereichsleitung Tagesbetreuung von Kindern bei der Stadt Gütersloh), Leif Pollex (Klimabeauftragter der Stadt Gütersloh) und Jakob Kind (Energieberater beim e&u energiebüro in Bielefeld).
Freuen sich, dass das Projekt „Energiesparen macht Schule“ von den Gütersloher Kindertagestätten und Schulen so gut angenommen wird: (v.l.) Guido Bolz (Fachbereichsleitung Tagesbetreuung von Kindern bei der Stadt Gütersloh), Leif Pollex (Klimabeauftragter der Stadt Gütersloh) und Jakob Kind (Energieberater beim e&u energiebüro in Bielefeld).

Energiesparen als Lernerlebnis

An den Grundschulen Nordhorn und Pavenstädt sowie Heidewald wird das Energiesparprojekt zum Lernerlebnis. Hier gibt es eine interaktive Lernshow. Im Städtischen Gymnasium steht eine Energieausstellung. Um den Kindern anschaulich zu vermitteln, wie viel Strom einzelne Gegenstände benötigen, findet sich hier ein „Stromfahrrad“. Durch den Antrieb des Dynamos, der an einen Wasserkocher angeschlossen ist, testen die Schülerinnen und Schüler, wie lange man in die Pedale treten muss, bis das Wasser blubbert.

Energiesparen ist für die Jüngeren bisher kein Problem: „Die Kinder machen alle super mit und haben sogar Spaß daran! Sie behalten die CO2-Ampel in den Räumen im Auge und geben dann die Zeit für das Stoßlüften vor“, so Kita-Leiterin Annette Horstkotte von der Kita Bülowstraße. Auch Aufkleber an Lichtschaltern und Wasserhähnen in den Kitas und Schulen erinnern die Nutzer daran, so viel Energie zu sparen, wie es geht.

„Die Kinder weisen sich gegenseitig daraufhin, unnötiges Licht oder den Wasserstrahl auszuschalten“, ergänzt Christina Milsmann von der Kita Bülowstraße. „Auch die Eltern bekommen zuhause für Energieverschwendung gelegentlich mal einen Rüffel von den Kleinen“, ergänzt sie schmunzelnd. Von den Eltern der Kita-Kinder kämen nur positive Rückmeldungen, heißt es. Auch sie werden in den Energiesparprozess miteinbezogen, beispielsweise bei Ausflügen mit dem Rad, bei denen mal auf das Auto verzichtet wird.

Das Bielefelder Energiebüro gibt den Kitas und Schulen nicht nur gute Ratschläge, sondern schaut sich die Situation der Einrichtungen vor Ort genau an. Bei einem Rundgang bekommen sie konkrete Handlungsempfehlungen: Muss das Sofa wirklich direkt vor der Heizung stehen? Kann die Heizung am Wochenende und in den Abendstunden gedrosselt werden? Wo leuchten bereits Energiesparlampen in den Einrichtungen? Hier kommen die Hausmeister ins Spiel, für die es spezielle Seminare gibt.

Prämie fürs Sparen

Wenn alles gut läuft und Energiekosten eingespart werden, dann bekommen die Kitas und Schulen eine Prämie. Diese wird pro Schul- oder Kindergartenjahr ausgezahlt und über den städtischen Haushalt finanziert. Die Kita Niehorster Straße konnte sich von dem Geld bereits einen neuen, energieeffizienteren Kühlschrank kaufen. „Der alte hat wirklich viel Strom gefressen, damit können wir unsere Energiesparbilanz jetzt noch weiter verbessern“, sagt Laura Lieder, stellvertretende Leiterin der Einrichtung und Energiebeauftragte. Auch die Projektbetreuung wird aus den gesparten Energiekosten gespeist. „Wir merken, die Motivation ist da. Ob bei Erzieherinnen und Erziehern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern oder Kita-Kindern, allen setzen sich gleichermaßen für die Sache ein“, bekräftigt der Klimabeauftragte der Stadt, Leif Pollex. Das Bielefelder Unternehmen e&u hat schon etwa 40 Kommunen auf ihrem Weg hin zu weniger Energieverbrauch betreut und „teilweise sind einige schon seit 20 Jahren dabei“, heißt es vom Energieberater Jakob Kind, der die gleiche Hoffnung auch auf Gütersloh setzt.

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