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29. September 2026

Kurze Fragen werden zu längeren Gesprächen: Zentrenmanagement auf dem Wochenmarkt

Der Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern auf dem Berliner Platz soll fortgeführt werden.

Kam auf dem Gütersloher Wochenmarkt mit Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Innenstadt ins Gespräch: Pascal Gehle (Mitte) aus dem Fachbereich Stadtplanung, der zum Team Zentrenmanagement gehört.
Kam auf dem Gütersloher Wochenmarkt mit Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Innenstadt ins Gespräch: Pascal Gehle (Mitte) aus dem Fachbereich Stadtplanung, der zum Team Zentrenmanagement gehört.

Sonnenschein, volle Marktstände und viel Betrieb auf dem Berliner Platz: Am Samstag, 26. September, war das Gütersloher Zentrenmanagement von 9 Uhr bis 14.30 Uhr mit einem Stand auf dem Wochenmarkt. Vor Ort waren Pascal Gehle vom Fachbereich Stadtplanung, Katharina Frenser von der Wirtschaftsförderung conceptGT und Heidi Grefer von Gütersloh Marketing. Viele Marktbesucher legten zwischen ihren Einkäufen einen Zwischenstopp ein. Aus einer kurzen Frage wurde oft ein längeres Gespräch.

„Mir ist oft aufgefallen, wie genau die Menschen ihre Innenstadt kennen und wie viel sie ihnen bedeutet“, sagt Pascal Gehle. „Sie wissen, was sie hier schätzen, und sie wissen, was sie sich noch wünschen. Beides ist für uns gleich wichtig.“ Die Rückmeldungen fielen vielseitig aus. Viele Gesprächspartner bezeichnen Gütersloh als Stadt der kurzen Wege, in der man vieles schnell erreicht. Gleichzeitig verleihen die zahlreichen Veranstaltungen der Stadt aus ihrer Sicht einen fast großstädtischen Charakter. Einige formulierten es so: Gütersloh biete vieles, was man für ein gutes Leben braucht.

Daneben wurden auch klare Wünsche genannt. Es ging um weitere Gastronomie, mehr Grün und Aufenthaltsqualität und um Möglichkeiten, sich selbst einzubringen, etwa über Gießpatenschaften für Stadtbäume. Besonders häufig genannt wurden zwei Punkte: ein zusätzliches Lebensmittelangebot in der Innenstadt, damit auch ältere Menschen ihren täglichen Einkauf vor Ort erledigen können, und mehr kleine, inhabergeführte Geschäfte zum Stöbern. Beide Themen hat auch die Stadt im Blick. Lebensmittelmärkte benötigen jedoch meist große, ebenerdige Flächen mit guter Anlieferung, die in der Innenstadt selten sind. Inhabergeführte Geschäfte stehen durch Filialisten und Onlinehandel unter Druck. Das Zentrenmanagement unterstützt sie seit 2022 mit dem Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“ bei der Anmietung leerstehender Ladenlokale. So konnten bereits verschiedene Konzepte in der Innenstadt angesiedelt werden, zuletzt etwa die Herrenboutique „Alto 1980“ oder die künftige „Essenza Bar“ im Kaiserquartier. Das Förderprogramm steht weiteren Interessierten noch bis Ende 2027 offen. Ob ein neues Geschäft langfristig bestehen kann, entscheidet sich aber vor allem im Alltag, bei jedem Einkauf vor Ort.

Hatte einen kleinen Stand mit Aufstellern aufgebaut, um direkt mit den Menschen über die Gütersloher Innenstadt ins Gespräch zu kommen: das Team Zentrenmanagement.
Hatte einen kleinen Stand mit Aufstellern aufgebaut, um direkt mit den Menschen über die Gütersloher Innenstadt ins Gespräch zu kommen: das Team Zentrenmanagement.

„Viele Fragen ließen sich im direkten Gespräch gut einordnen“, sagt Katharina Frenser. „Eine lebendige Innenstadt braucht Menschen, die den Mut haben, hier etwas Neues zu eröffnen. Und sie braucht Menschen, die diese Angebote dann auch nutzen. Wir können mit Förderung den Start erleichtern. Wer sich kleine, inhabergeführte Läden wünscht, kann selbst viel dazu beitragen: vor Ort einkaufen, neue Geschäfte ausprobieren und den lokalen Handel unterstützen.“

Für das Team war der Tag auch eine Erinnerung daran, neben den offenen Aufgaben die vorhandenen Stärken im Blick zu behalten. „Über das, was fehlt, wird schnell gesprochen. Über das, was gut funktioniert, seltener“, sagt Heidi Grefer. „Beides gehört zu einem ehrlichen Bild. Wir alle, ob wir hier wohnen, arbeiten oder zu Besuch sind, prägen mit, wie über unsere Stadt gesprochen wird und können auch das Positive weitererzählen.“

Der Austausch auf dem Wochenmarkt soll kein einmaliger Termin bleiben. Das Zentrenmanagement, zu dem außerdem Timon Helfberend (Fachbereich Stadtplanung) und Clara Abelmann (Gütersloh Marketing) gehören, möchte auch künftig ansprechbar sein. Es will den Dialog mit Bürgern, Handel, Gastronomie und Immobilieneigentümern fortsetzen – denn Innenstadt kann keiner allein. „Wer eine Idee, eine Frage oder eine Anregung hat, kann gern jederzeit auf uns zukommen“, sagt Pascal Gehle.

Die gesammelten Anregungen werden nun ausgewertet und fließen in die weitere Arbeit ein. Wer seine Sicht auf die Innenstadt zusätzlich einbringen möchte, kann an der Befragung „Vitale Innenstädte 2026“ teilnehmen. Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger wird das Bild und desto gezielter lassen sich nächste Schritte ableiten.

Weitere Informationen zur Umfrage sowie zum Zentrenmanagement und möglichen Förderungen sind zu finden unter www.stadt.gt/city.