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Nicht vergessen!

12.05.2022

Ein besonderer Leseabend mit aktuellen Bezügen und Erinnerung an die Bücherverbrennungen 1933.

Statements gegen das Vergessen (v.l.): Volker Schiewer (Bürgerbühne), Felix Tiemann (Fachbereich Kultur der Stadt), Almuth Wessel (Initiatorin), Ingrid Hollenhorst (stv. Bürgermeisterin), Barbara Best (Stadtführerin); Duglore Döbler (Autorin), Sigmund Bothmann (Musik) und Ludger Funke (Forum Russische Kultur).
Statements gegen das Vergessen (v.l.): Volker Schiewer (Bürgerbühne), Felix Tiemann (Fachbereich Kultur der Stadt), Almuth Wessel (Initiatorin), Ingrid Hollenhorst (stv. Bürgermeisterin), Barbara Best (Stadtführerin); Duglore Döbler (Autorin), Sigmund Bothmann (Musik) und Ludger Funke (Forum Russische Kultur).

„Lesen gegen das Vergessen“ ist ein wichtiger Bestandteil der städtischen Erinnerungskultur. 2019 von der Journalistin Almuth Wessel ins Leben gerufen, sollte diese Reihe an die Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten im Mai 1933 erinnern. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine war jedoch der Blickpunkt auch auf die aktuelle Situation gerichtet. Ein Zeichen zu setzen gegen Hass, Ausgrenzung, Verfolgung und Drangsalierung, aber auch an Flucht oder Angst zu erinnern, war das Ziel des diesjährigen, von Sigmund Bothmann an der Orgel untermalten Leseabends in der Martin-Luther-Kirche.

Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung am Freitagabend standen deshalb Berichte von Zeitzeugen mit ähnlichen Schicksalen, wie sie heute die Menschen im Osten Europas erleiden müssen. Duglore Döbler, selbst ein Flüchtlingskind, das seine Heimat im heutigen Tschechien am Ende des Zweiten Weltkriegs verlassen musste, begann mit eigenen Erlebnissen aus ihrer Kindheit. Dabei berichtet die Autorin über ihre erste kindliche Liebe zum jüdischen Nachbarjungen Abraham Schön, dessen Schicksal im Holocaust und über den Hass der Roma Friderieke auf ihren Verräter aus der SA und wie sie ihn überwinden konnte.

Die Tagebücher von Anne Frank, des späteren Abgeordneten der DDR-Volkskammer Victor Klemperer und der Schriftstellerin, Politikerin und Frauenrechtlerin Anna Haag das Herz der diesjährigen Lesung. Barbara Best, Volker Schiewer und Almuth Wessel betrachten in diesen Kriegsaufzeichnungen das Leben in einer ungewissen Zeit aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei werden Erfahrungen und Schicksale von gesellschaftlich ausgegrenzten Menschen lebendig, die einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt sind. Steht in den Abschnitten aus dem Oktober 1942 noch die Frage des Überlebens im Vordergrund, so wächst zunächst die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende nach der Invasion der alliierten Truppen in der Normandie, weicht aber bald der Skepsis über ein nahes Kriegsende nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf Hitler im Juli 1944.

Zwei kleine Erzählungen von Fyodor Dostoyevsky, in denen er seine Weltanschauung der Güte und des Mitleides verdichtet hat, ergänzen das Leseprogramm. Ludger Funke vom „Forum Russische Kultur“ gelingt es dabei dank seiner ausdrucksstarken Betonung, die Zuhörer mit den Zitaten aus „Traum eines lächerlichen Menschen“ anzurühren. Bis zum Schlussakkord, den Almuth Wessel mit einem Text der Ukrainerin Rosa Marusenko setzt: „Hinter den Feldern fliegen die Kugeln über den Köpfen,“ zitiert sie aus deren Gedicht „Kriegslandschaft 2022“.

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