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06. August 2025

Heilpflanzen, Zauberpflanzen und Kräuterbücher

Ferienspielkinder erfahren in der Museumsapotheke, wie Heilkräuter früher und heute in der Medizin eingesetzt werden.

Adelheid Eimer verteilte kleine Stoffsäckchen, die die Kinder mit duftenden Kräutern aus der Museumsapotheke befüllten.
Adelheid Eimer verteilte kleine Stoffsäckchen, die die Kinder mit duftenden Kräutern aus der Museumsapotheke befüllten.
Duftsäckchen mischen, ein eigenes Kräuterbüchlein gestalten und Pflanzendrucke herstellen – in der Museumsapotheke gibt es für die Kinder bei den Sommerferienspielen der Naturschule Gütersloh so einiges zu bestaunen und zu entdecken. Das Motto des Kurses, organisiert vom städtischen Fachbereich Umweltschutz, lautet „Heilpflanzen, Zauberpflanzen und Kräuterbücher“. Schon im Hof des Stadtmuseums zeigte Adelheid Eimer vom Heimatverein Gütersloh den Kindern einige Pflanzen – wie die Blüten der Linde, die heilende Wirkung haben. „Lindenblütentee ist hustenreizstillend und entzündungshemmend bei Erkältungen“, erklärte sie. Fachlich wurde sie unterstützt von ihrer Tochter, der Apothekerin Brigitte Eimer. Dann ging es für die neun Kinder in die Museumsapotheke. In unzähligen Schubladen werden dort wie früher jede Menge getrocknete Heilpflanzen gelagert. „Aber Vorsicht“, warnte Brigitte Eimer, „einige Pflanzen sind auch giftig und sind nur in ganz geringen Mengen in der Medizin einsetzbar.“ Früher wurden Tinkturen, Säfte und Pasten aufwendig gemischt und hergestellt, diese werden heute fertig in Tabletten, Salben und Säften angeboten. Brigitte Eimer zeigte den Kindern einige Beispiele aus dem heutigen Angebot der Arzneien mit Heilkräutern. „Aber auch natürliche Inhaltsstoffe, wie in der Werbung gerne formuliert, können unerwünschte Nebenwirkungen haben“, betonte sie. Anschließend durften sich die Kinder eigene Duftsäckchen mischen, in denen Kräuter wie Lavendel und Salbei ihren beruhigenden Duft einschließen. Geschmacklich konnten die Kinder die Wirkung des Kakaos anhand dunkler Zartbitterschokolade testen. „Kakao kann die Merkfähigkeit und Konzentration steigern und hat vitalisierende und stimmungsaufhellende Effekte“, so Adelheid Eimer.

Neben der Apotheke bestaunten die Kinder weitere Geräte der Medizingeschichte von Gütersloh. Besonders beindruckend: die „Eiserne Lunge“. Das Beatmungsgerät wurde in den 50er Jahren bei schweren Lungenerkrankungen eingesetzt. Ebenfalls erstaunlich: Der Zahnarzt musste früher seinen Bohrer selbst mechanisch mit dem Fuß antreiben. „Als Betäubung diente auch mal ein Schlag auf den Kopf“, veranschaulichet Adelheid Eimer anhand eines alten Plakates die Entwicklung der Medizingeschichte. Nach der kleinen Rundtour durch das Museum konnten die Kinder schließlich selbst aktiv werden: Es wurden Druckstöcke ausprobiert und Pflanzendrucke erzeugt oder ein eigenes Kräuterbüchlein mit getrockneten Pflanzen gestaltet.