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„Für uns war das ein großes Glück“

21.12.2020

aufwachsen als Pflegekind.

Ihre Pflegeeltern waren von Beginn an „Mama“ und „Papa“: Die Schwestern Viviana Schulz (links) und Sonja Schulz kamen jeweils kurz nach der Geburt zu ihren Pflegeeltern. „Für uns war das nie ein Problem“, sagen die beiden Studentinnen.
Ihre Pflegeeltern waren von Beginn an „Mama“ und „Papa“: Die Schwestern Viviana Schulz (links) und Sonja Schulz kamen jeweils kurz nach der Geburt zu ihren Pflegeeltern. „Für uns war das nie ein Problem“, sagen die beiden Studentinnen.

Großgezogen werden von Menschen, die nicht die leiblichen Eltern sind: „Für meine Schwester und mich war das ein großes Glück“, sagt Sonja Schulz (19). Weil die leiblichen Eltern nicht erziehungsfähig waren, kamen die beiden Mädchen jeweils kurz nach der Geburt in dieselbe Pflegefamilie. „Mama und Papa – das waren von Anfang an unsere Pflegeeltern“, sagt Viviana Schulz (22). Den Umstand, dass sie mit ihren Eltern nicht verwandt sind, haben die jungen Gütersloherinnen nie als Stigma empfunden. „Es wurde kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir Pflegekinder sind“, macht Sonja Schulz deutlich. „Wir hatten nie Probleme damit, und auch unser Umfeld nicht. Es war immer ganz selbstverständlich.“

Mit den leiblichen Geschwistern befreundet

Ein behütetes und liebevoll umsorgtes Leben: Das haben Kinder, die in die Dauerpflege kommen, in ihrer Herkunftsfamilie nicht gehabt – die Eltern waren in der Regel aufgrund gleich mehrerer Faktoren mit der Erziehung überfordert, das Wohl der Kinder war gefährdet. Sonjas und Vivianas leibliche Mutter konnte keines ihrer fünf Kinder bei sich behalten. Die beiden ältesten, heute 26 und 25 Jahre alt, wurden in einer Pflegefamilie groß, die mit Sonjas und Vivianas Pflegeeltern befreundet war. „So sind wir quasi wie Cousinen und Cousin miteinander aufgewachsen“, erzählt die Lehramtsstudentin Viviana. Bis heute haben die vier Kontakt. „Das ist sehr bereichernd und wie eine erweiterte Familie.“

Mit der Volljährigkeit adoptiert
Der Kontakt zur leiblichen Mutter bestand eher unregelmäßig. „Er war für beide Seiten angenehm und wurde gut begleitet“, so Viviana Schulz. Neun Jahre alt war sie beim ersten Treffen. „Mit den Jahren hat sich der psychische Zustand unserer leiblichen Mutter verbessert, das war schön zu sehen.“ Die Pflegeeltern erhielten sehr früh das Sorgerecht für die beiden Mädchen, die Änderung des Nachnamens erfolgte mit dem Schuleintritt. Mit der Volljährigkeit ließ sich Viviana Schulz von ihrer Mutter adoptieren – die Eltern waren nie verheiratet –, bei Sonja steht es aktuell kurz bevor. Ein logischer Schritt, sagt die 19-Jährige, die ein Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst begonnen hat: „Es war immer klar, dass wir die Adoption durchführen lassen würden, sobald wir volljährig sind.“

Dankbar, dass es das Modell der Dauerpflege gibt
Die beiden Studentinnen sind dankbar, dass es das Modell der Dauerpflege gibt. Welches Kind zu welchen potenziellen Pflegeeltern passt – das prüfen die Sozialarbeiterinnen vom zuständigen Pflegekinderdienst der Stadt Gütersloh ganz genau. Sie qualifizieren die Pflegeeltern, betreuen die Pflegeverhältnisse über viele Jahre, stehen allen Beteiligten beratend zur Seite und bieten Veranstaltungen an, auf denen sich Pflegefamilien kennenlernen – vom Sommerfest über Reiten bis hin zum Ausflug für Pflegeväter und ihre Kinder. Vor allem die Familienwochenenden im Sauerland, wo sie Freundschaften mit anderen Pflegekindern schlossen, fanden die Schulz-Schwestern klasse.

„Pflegeeltern sollten das Kind ohne Bedingungen lieben“
Nicht zuletzt durch den Austausch mit anderen Pflegefamilien ist Viviana Schulz und Sonja Schulz bewusst, dass viele Pflegekinder einen durchaus nicht leichten „Rucksack“ an Vergangenheit mit sich tragen. Ihr Wunsch an Pflegeeltern: „Sich auf das Kind einlassen, ihm Kraft geben, dass es seine Situation annehmen kann, und es ohne Bedingungen lieben.“

Können Sie sich vorstellen, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen? Nähere Informationen zum Thema gibt es hier. Dort finden Sie auch die Kontaktdaten des Pflegekinderdienstes der Stadt Gütersloh. Die Mitarbeiterinnen laden zu einer unverbindlichen Kontaktaufnahme per Telefon und E-Mail ein und stehen für Gespräche unter Telefon 05241 / 82-2278 gern zur Verfügung.

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