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Ein liebevolles Zuhause auf Zeit

28.12.2020

Bereitschaftspflege.

Bereitschaftspflege: Familie Löhr gibt seit zehn Jahren Kindern aus schwierigen Verhältnissen vorübergehend ein liebevolles Zuhause. Unser Bild zeigt Michael und Michaela Löhr mit ihrer Tochter Emily.
Bereitschaftspflege: Familie Löhr gibt seit zehn Jahren Kindern aus schwierigen Verhältnissen vorübergehend ein liebevolles Zuhause. Unser Bild zeigt Michael und Michaela Löhr mit ihrer Tochter Emily.

Big Family: Diese Wörter sind nicht von ungefähr Bestandteil der E-Mail-Adresse der Familie Löhr. Michael (46) und Michaela (54) Löhr haben nicht nur fünf eigene, inzwischen mehrheitlich erwachsene Kinder, sondern seit zehn Jahren auch Pflegekinder – und zwar auf Zeit. Als Bereitschaftspflegeeltern bieten sie Mädchen und Jungen, die nicht mehr in ihrer leiblichen Familie leben können, ein liebevolles Übergangs-Zuhause. Aktuell leben die Geschwister Pia (1,5 Jahre) und Ben (3 – beide Namen geändert) bei ihnen. Damit sind die Löhrs wie auch derzeit sieben weitere Bereitschaftsfamilien eine unverzichtbare Säule im Netzwerk des Pflegekinderdienstes der Stadt Gütersloh, für den die Sicherung des Kindeswohls an erster Stelle steht.

Ankunft des Kindes oft innerhalb weniger Stunden

Oft geht es ganz schnell. Dann bleiben zwischen der Inobhutnahme eines Kindes durch das Jugendamt und der Ankunft in der Bereitschaftspflegefamilie nur ein paar Stunden. Für die Löhrs kein Problem. Im Haus ist immer ein freies Kinderzimmer hergerichtet. Den Familienzuwachs nehmen die Vollzeit-Bereitschaftspflegemutter, ihr Mann und die noch zuhause wohnenden Töchter Johanna (16) und Emily (19) auf, ohne über die leiblichen Eltern zu urteilen. Patricia Hanschmidt-Engelmann vom Pflegekinderdienst erklärt: „In der Herkunftsfamilie besteht in der Regel eine Kombination aus mehreren Problemlagen. Aus dieser Überforderung können Gewalt und Verwahrlosung resultieren.“

„Sinnhaft und sehr erfüllend“
Die Pflegekinder wissen vom ersten Tag an, dass sie auf Zeit bei den Löhrs leben, bis sie entweder in den elterlichen Haushalt zurückkehren oder zum Beispiel in eine Dauerpflegefamilie oder eine Wohngruppe wechseln. Michaela und Michael Löhr haben bereits 59 Mädchen und Jungen für Tage, Wochen oder Monate ein vorübergehendes Zuhause gegeben. Noch nie in zehn Jahren haben sie sich „beurlauben“ lassen, noch nie ein Pflegeverhältnis früher abgebrochen. Dabei war gleich das erste eine Herausforderung, wie sich Michael Löhr erinnert: „Ein vollpubertierender 16-Jähriger. Das war das erste und zugleich letzte Kind, bei dem wir tief durchgeatmet haben“, erzählt er lachend. Das Ehepaar ließ sich nicht abschrecken und blieb Bereitschaftspflegestelle. Michael Löhrs kurze Begründung: „Wir empfinden das als sinnhaft und sehr erfüllend.“ Welche Eigenschaften Bereitschaftspflegeeltern mitbringen sollten? „Sehr viel Offenheit, Flexibilität, eine gewisse Stresstoleranz und ein großes Herz.“

Neue Spielkameraden immer gern integriert
Die eigenen Kinder haben die zusätzlichen Spielkameraden immer gern integriert, wie Emily Löhr bekräftigt: „Ich war neun, als wir das erste Bereitschaftspflegekind bekamen. Es war immer total cool, jemand Neuen zum Spielen zu haben.“ Und sie betont: „Wir leiblichen Kinder haben nie das Gefühl gehabt, zu kurz zu kommen.“

Kinder erleben oft zum ersten Mal Stabilität
Kontinuierlich steht das Ehepaar Löhr im Kontakt mit dem Pflegekinderdienst der Stadt Gütersloh, der Pflegeeltern schult, fachlich begleitet und miteinander vernetzt und dessen Mitarbeiterinnen rund um die Uhr ansprechbar sind. Für ihre Arbeit erhalten Pflegeeltern ein monatliches Pflegegeld. Das ist mehr als gerechtfertigt, sagt Patricia Hanschmidt-Engelmann: „Dank ihnen können wir für Kinder in Notlagen schnell eine liebevolle Betreuung sicherstellen.“ Nicht selten erleben diese Kinder erst in ihrer Zeit bei der Bereitschaftspflegefamilie, was ein geregelter Tagesablauf ist und dass eine konsequent-liebevolle Erziehung mit klaren Grenzen ihnen Sicherheit und Stabilität gibt. Im besten Fall lernen sie mit der Zeit darauf zu vertrauen, dass ihre Grundbedürfnisse nach Essen, Trinken, Hygiene sowie körperlicher und emotionaler Zuwendung verlässlich gestillt werden. Es sind diese kleinen, aber für Kinder ungeheuer bedeutsamen Schritte, die Bereitschaftspflegeeltern wie dem Ehepaar Löhr immer wieder aufs Neue die Sinnhaftigkeit ihres Einsatzes vor Augen führen. Es ist ein Einsatz für Fremde und ein Einsatz für die gesamte Gesellschaft.

Können Sie sich vorstellen, auf Zeit oder auf Dauer ein Pflegekind aufzunehmen? Nähere Informationen zum Thema gibt es unter www.guetersloh.de. Dort finden Sie auch die Kontaktdaten des Pflegekinderdienstes der Stadt Gütersloh. Die Mitarbeiterinnen laden zu einer unverbindlichen Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail ein und stehen für Gespräche unter der Telefonnummer 05241/822278 gern zur Verfügung.

Anschrift

Stadt Gütersloh
Der Bürgermeister
Berliner Straße 70
33330 Gütersloh

Kontakt und Informationen

T: +49 5241 / 82-1
F: +49 5241 / 82-2044
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