25. September 2026
Stadtgeschichte hautnah: „Schichtwechsel“ im Gütersloher Stadtarchiv
Zwei Mitarbeitende vom wertkreis tauschen für einen Tag ihren Arbeitsplatz und entdecken dabei 400 Jahre alte Stadtgeschichte.

Zum fünften Mal beteiligte sich der wertkreis Gütersloh am bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“. Menschen mit Behinderung erhalten dabei die Gelegenheit, ihren gewohnten Arbeitsplatz für einen Tag gegen einen Arbeitsplatz in einem anderen Unternehmen oder einer Institution zu tauschen und neue Arbeitswelten kennenzulernen. In Gütersloh beteiligten sich zahlreiche Einrichtungen und Unternehmen an der Aktion – darunter auch das Stadtarchiv.

Für Marilyn Meier und Ursula Strieker begann der Arbeitstag mit einer Führung durch die Räume und Magazine des Stadtarchivs. Anschließend konnten die beiden selbst mit anpacken: Sie sortierten Akten und Papiere und befreiten sie von Heft- und Büroklammern. „Das Papier, das hier lagert, wollen wir im Stadtarchiv natürlich so lange wie möglich aufbewahren“, erklärt Stadtarchiv-Mitarbeiter Mathis Neuschäfer-Rube den beiden neuen Kolleginnen vom wertkreis. Derzeit werden unter anderem Unterlagen des ehemaligen Integrationsbeauftragten Eckhard Sander von den herkömmlichen Büroordnern in platzsparende Archivmappen übertragen. Dabei könnte sich auch Material finden, das für die Geschichte von „Gütersloh International“ interessant ist. „Da ‚Gütersloh International‘ im nächsten Jahr zum 50. Mal stattfindet, haben wir hier bestimmt brauchbares Material vorliegen“, sagt Neuschäfer-Rube.

Für einen besonderen Moment sorgte anschließend ein Blick in die Bestände des Stadtarchivs. Neuschäfer-Rube holt die älteste Archivale des Stadtarchivs Gütersloh hervor: eine Urkunde über Nutzungsrechte für das damalige Gildehaus. Wie alt könnte dieses Schriftstück sein? Marilyn Meyer und Ursula Strieker schätzen 200 und 275 Jahre und liegen damit etwas daneben: Die Urkunde auf Pergament stammt aus dem Jahr 1658 und ist damit fast 400 Jahre alt.
Doch nicht nur die Stadtgeschichte ist interessant für die Teilnehmerinnen: „Mal schauen, ob ich hier etwas über meine Familie erfahren kann“, sagt wertkreis-Teilnehmerin Marilyn Meier. Damit ist sie bei einem Thema, das viele Menschen ins Stadtarchiv führt. „Ahnenforschung ist ein spannendes Thema, weshalb viele Menschen zu uns kommen“, bestätigt Neuschäfer-Rube.
Die Stadt Gütersloh setzt sich aktiv für Inklusion und Teilhabe ein und fördert die Gleichstellung ihrer Mitarbeitenden. Ziel ist es, die gesellschaftliche Vielfalt auch in der Belegschaft widerzuspiegeln. Daher begrüßt die Stadt Bewerbungen unabhängig von kultureller und sozialer Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Identität. Bewerbungen schwerbehinderter und ihnen gleichgestellter Menschen sind ausdrücklich erwünscht und werden besonders berücksichtigt.
Mehr Informationen über die Stadt Gütersloh als Arbeitgeber gibt es online unter www.karriere.guetersloh.de.