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28. September 2026

Kunstwerk „Gütersloher Stolpersteine“ findet seinen Platz

Stadt übernimmt Arbeiten der verstorbenen Künstlerin Barbara Remmert – Öffentliche Übergabe am Donnerstag, 1. Oktober, um 15 Uhr in der Friedrichstraße 10.

Die Stadt Gütersloh übernimmt das Kunstwerk „Gütersloher Stolpersteine“ der 2022 verstorbenen Künstlerin Barbara Remmert sowie die dazugehörigen „Dialoge mit Straßenpassanten“. Zur offiziellen Übergabe am Donnerstag, 1. Oktober, um 15 Uhr in der Friedrichstraße 10, sind interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Die Arbeiten sind dort im Flur des Fachbereichs Kultur zu sehen. Bürgermeister Matthias Trepper nimmt sie offiziell für die Stadt entgegen.

Barbara Remmert setzte sich in ihrem künstlerischen Schaffen intensiv mit der Gütersloher Geschichte und insbesondere mit der Shoah auseinander. Mithilfe der Frottage-Technik übertrug sie die Oberflächen der von Gunter Demnig in Gütersloh verlegten Stolpersteine auf Papier. Dafür arbeitete sie kniend auf den Bürgersteigen der Stadt und brachte die Stolpersteine „auf Augenhöhe“. Den Erinnerungszeichen verlieh sie damit laut ihrer Aussage einen eigenen „Bild-Wert“.

Ein besonderer Bestandteil ihres Projekts sind die „Dialoge mit Straßenpassanten“. Während ihrer Arbeit an den Stolpersteinen kam Remmert immer wieder mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch und hielt diese Begegnungen fest. Damit dokumentieren ihre Arbeiten nicht nur die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch die unmittelbaren Reaktionen und Gespräche, die diese Form des Gedenkens im öffentlichen Raum auslöste.

Wichtige Impulse für ihre Auseinandersetzung mit der Shoah erhielt Remmert bei einer Israelreise und einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Dort begegnete sie den Namen zahlreicher deutscher Städte, in denen Pogrome gegen Jüdinnen und Juden stattgefunden hatten – darunter auch Gütersloh. Neben den Arbeiten zu den Stolpersteinen entstanden zwei Monotypien zu den dortigen Felsstrukturen. Diese hatte der damalige Bürgermeister Henning Schulz bereits für die Stadt Gütersloh erworben.

„Barbara Remmerts Arbeiten verbinden Erinnerungskultur auf besondere Weise mit dem öffentlichen Raum unserer Stadt“, so Lena Jeckel, Leiterin des Fachbereichs Kultur. „Es freut mich sehr, dass ihre Werke für Bürgerinnen und Bürger zugänglich bleiben können.“

Es war ein langjähriger Wunsch Barbara Remmerts, einen geeigneten Ort für ihre „politisch aufmerksame Kunst“ zu finden. Mit Unterstützung von Bürgermeister Matthias Trepper, dem Ersten Beigeordneten Henning Matthes, und Leiterin des Fachbereichs Kultur Lena Jeckel sowie durch die engagierte Begleitung von Barbara Remmerts Lebensgefährten Hermann Strutz wird dieser Wunsch nun erfüllt.

Die Übergabe ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.