Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter
Aufgrund der Ideologie der Nationalsozialisten und deren Maßnahmen zur Verminderung der Arbeitslosigkeit mit anfänglich sechs Millionen Betroffenen wurden Frauen aus dem öffentlichen Wirtschaftsleben gedrängt. Spätestens mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und dem Einziehen vieler Männer in den Krieg waren zusätzliche Arbeitskräfte erforderlich, um die Wirtschaft und vor allem die Rüstungsproduktion am Laufen zu halten. Alle Männer und Frauen konnten dazu dienstverpflichtet werden. Neben den deutschen Beschäftigten arbeiteten in allen Bereichen der Produktion auf dem Lande wie in der Stadt im Laufe des Krieges immer mehr ausländische Arbeitskräfte.

Einige kamen freiwillig, die allermeisten waren aber Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die gegen ihren Willen nach Deutschland verschleppt wurden. Dazu kamen die männlichen Kriegsgefangenen, die laut Genfer Konvention von 1929 arbeiten mussten, wobei bestimmte Bedingungen eingehalten werden mussten, wie z.B. kein Einsatz in der Rüstungsindustrie. Insgesamt gab es 22 Zivilarbeiter- und Kriegsgefangenenlager in der Stadt Gütersloh. In 40 Firmen, ohne die landwirtschaftlichen und Handwerksbetriebe, waren zwischen 1939 und 1945 mindestens 3.800 Ausländer im Arbeitseinsatz. Es kam auf den jeweiligen deutschen Arbeitgeber an, wie diese Menschen im Einzelnen behandelt wurden. Von den Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern sind 158 gestorben: 92 aus der Sowjetunion, 26 aus Polen, 12 aus den Niederlanden, 14 aus Belgien, 9 aus Frankreich, 2 aus Italien, 2 aus Serbien und einer aus der Tschechoslowakei.
Prisonniers de guerre et travail forcé







