C-City-Ausstellung feiert Vernissage im Europäischen Parlament in Brüssel
Kunst aus fünf europäischen Städten, engagierte Bürgerinnen und Bürger und ein lebendiger Austausch über Europas Zukunft: Mit einer feierlichen Vernissage im Europäischen Parlament ist am 26. Februar die Ausstellung „Connecting Europe – Europäische Amateurkunst“ eröffnet worden.
Die öffentliche Veranstaltung wurde von über 100 Gästen besucht – darunter Delegationen aus den fünf C-City-Partnerstädten, Vertreterinnen und Vertreter der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen sowie Gäste aus der Europäischen Kommission.
Die Ausstellung ist Teil des europäischen Städtenetzwerks C-City, das Kommunen aus fünf Ländern miteinander verbindet: Gütersloh (Deutschland), Châteauroux (Frankreich), Falun (Schweden), Broxtowe (Großbritannien) und Grudziądz (Polen). Ziel des Netzwerks ist es, den Austausch zwischen Städten und ihren Bürgerinnen und Bürgern zu stärken – durch Kultur, Begegnung und gemeinsames Engagement. Unterstützt wird das Projekt seit 2026 von der Bertelsmann Stiftung.
Eine Ausstellung reist durch Europa
Die Ausstellung „Connecting Europe – Europäische Amateurkunst“ zeigt insgesamt 25 Werke aus den fünf Partnerstädten. Entstanden ist sie 2024 als digitales Gemeinschaftsprojekt: In jeder Stadt wählten lokale Jurys fünf Arbeiten aus, die anschließend zu einer gemeinsamen europäischen Auswahl kuratiert wurden. Die Kulturkoordinatorin Lilian Wohnhas vom Fachbereich Kultur der Stadt Gütersloh betreute die künstlerische Zusammenstellung der Werke und sorgte dafür, dass die Präsentation die Vielfalt und Qualität der Amateurkunst eindrucksvoll zur Geltung bringt.
Seitdem ist die Ausstellung unterwegs durch Europa. Nach Stationen in Falun, Grudziądz, Gütersloh und Châteauroux hat sie nun mit Brüssel einen symbolträchtigen Zwischenstopp erreicht – mitten im politischen Zentrum Europas. Im Anschluss wird sie weiterreisen und ab Mai 2026 in der englischen Partnerstadt Broxtowe zu sehen sein. Die Organisation der Brüsseler Station übernahm Kira Schäfer, Projektkoordinatorin von C-City, die die Zusammenarbeit der Partnerstädte, die Logistik und das Begleitprogramm koordinierte.
Brüssel als Bühne für kommunale Europaarbeit
Die Präsentation in Brüssel ist Teil eines Begleitprogramms zum Thema „Urban Diplomacy“ und macht deutlich, wie stark Städte und ihre Bürgerinnen und Bürger zum europäischen Zusammenhalt beitragen können. Der offizielle Auftakt fand im Europäischen Parlament statt, bevor die Ausstellung anschließend für vier Wochen in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union präsentiert wird. Flankiert wurde die Ausstellung durch eine Roll-Up-Präsentation des Freundeskreises Brackwede-Enniskillen als weiteres gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Städtepartnerschaft.
Zum Auftakt richtete Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes NRW und Chef der Staatskanzlei, eine Videobotschaft an die Gäste. Darin betonte er die Bedeutung kommunaler Partnerschaften für die europäische Idee: „Städtepartnerschaften sind das Wurzelwerk der europäischen Zusammenarbeit, denn sie machen Europa erfahrbar.“ Zugleich hob er das C-City-Netzwerk als Beispiel für erfolgreiche europäische Kooperation hervor: „Die Stadt Gütersloh ist mit ihrem europäischen Städtenetzwerk C-City ein gelungenes Beispiel für die vielen europaaktiven Kommunen in Nordrhein-Westfalen und für die Wirkkraft von Urban Diplomacy.“
Städte als Brücken Europas
In seiner Eröffnungsrede sprach Güterslohs scheidender Kulturdezernent Andreas Kimpel über die Rolle von Städten als Motor europäischer Zusammenarbeit. Unter dem Titel „Urban Diplomacy – Kommunale Netzwerke als Brücken Europas“ machte er deutlich, dass Europa nicht nur auf Ebene der Staaten gestaltet wird.
„Städte sind nicht nur Verwaltungseinheiten – sie sind Gestalter europäischer Beziehungen“, sagte Kimpel. Projekte wie das internationale Kochbuch „Cooking and Culture“, Artists-in-Residence-Programme, ein europäisches Jugendparlament oder die C-City Music Nights zeigten eindrucksvoll, wie kultureller Austausch und bürgerschaftliches Engagement Brücken zwischen Menschen schlagen können. Kimpel lobte auch die Arbeit von Lilian Wohnhas, die es geschafft habe, die vielfältigen künstlerischen Beiträge der Partnerstädte in einer kohärenten Ausstellung zu vereinen, sowie die organisatorische Leistung von Kira Schäfer, die die komplexe internationale Kooperation reibungslos umgesetzt hat.
Diskussion über Europas Zukunft aus kommunaler Perspektive
Im Anschluss diskutierten Vertreterinnen aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft über Chancen und Herausforderungen der sogenannten Urban Diplomacy. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von der Pressesprecherin der Stadt Gütersloh, Monika Olszewski. Auf dem Podium saßen Sabine Verheyen, Mariia Romanii (Referentin für internationale Beziehungen der Stadt Châteauroux) sowie Jessica Gerke, Project Managerin Bildung und Next Generation bei der Bertelsmann Stiftung.
Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Wie können Städte in Europa voneinander lernen? Welche Rolle spielt ehrenamtliches Engagement für die europäische Verständigung? Und wie lassen sich junge Menschen stärker in internationale Projekte einbinden? Gerade kommunale Netzwerke wie C-City, so der Tenor der Diskussion, schaffen Räume für Begegnung und Dialog, in denen europäische Zusammenarbeit ganz konkret erlebbar wird.
Musik und Begegnung
Für einen musikalischen Akzent sorgte während der Vernissage die Musikerin Jeanie Barton aus der Partnerstadt Broxtowe, die bereits im vergangenen Jahr bei der C-City Music Night in Gütersloh aufgetreten war.
Nach der offiziellen Ausstellungseröffnung hatten die Delegationen aus den Partnerstädten außerdem Gelegenheit, das Europäische Parlament zu besichtigen und sich in einem persönlichen Gespräch mit Sabine Verheyen über europäische Kulturpolitik und Städtepartnerschaften auszutauschen.
Europa durch Kultur erlebbar machen
Die Ausstellung ist bis zum 26. März 2026, jeweils von 9 bis 16 Uhr, in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union in Brüssel öffentlich zugänglich. Sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, wie Kunst und bürgerschaftliches Engagement Europa erlebbar machen und die Partnerschaft zwischen Städten stärken.
„Dass diese Ausstellung nun in Brüssel zu sehen ist, zeigt, wie viel Kraft in kommunalen Kulturprojekten steckt“, sagt Kira Schäfer. „Und dass die Werke durch fünf Länder reisen, macht deutlich: Kunst verbindet Menschen über Grenzen hinweg.“ Gleichzeitig fügt Lilian Wohnhas hinzu: „Die Herausforderung war groß, die Vielfalt der Amateurkunst aus fünf Städten in einer harmonischen Ausstellung zusammenzuführen – aber gerade diese Vielfalt zeigt die Stärke des europäischen Austauschs.“