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Grüner Konrad-Adenauer-Platz

Der Rasen liegt und der Durchgang von der Strengerstraße zum Rathaus ist auch bald offen.Während es draußen immer herbstlicher wird, grünt es vor dem Rathaus. Auf den drei Plateaus des Konrad-Adenauer-Platzes ist jetzt der Rollrasen verlegt.

Der Rollrasen auf dem Konrad-Adenauer-Platz ist verlegt.
Der Rollrasen auf dem Konrad-Adenauer-Platz ist verlegt.

Ausgelegt wurde er wie ein Teppich in Bahnen, an den Rändern wird zugeschnitten. Unter dem grünen Rasen liegt die sogenannte Vegetationstragschicht. „Sie ist die oberste Bodenschicht, unterhalb der Grasnarbe“, sagt Projektleiter Dirk Buddenberg vom Fachbereich Grünflächen der Stadt Gütersloh. Dieser Rasentrageschicht komme eine besondere Bedeutung zu, denn sie ist immer an der Entwässerung und am Wurzelwachstum des Rasens beteiligt, so Buddenberg. Als Gerüstbaustoff für die Rasentragschicht werden gewaschene Sande, Lavasande, und steinfreier, abgesiebter Oberboden verwendet. Dazu kommt Torf und Kompost – insgesamt ein hochwertiges Substratgemisch.

Die kühleren Herbsttemperaturen machen dem frisch verlegten Rasen nichts aus. Der Rasen wächst laut Buddenberg in der Regel ab acht bis zehn Grad. Deshalb sei ein Anwachsen und Einwurzeln des Rasens vor dem Winter unproblematisch. Unterhalb der 12 Zentimeter dicken Vegetationstragschicht liegt die Bewässerungsmatte. Mit Hilfe von eingewebten Tropfschläuchen versorgt sie den Rasen mit Wasser aus der Brunnenstube. Gesteuert wird die Bewässerung über einen erdverbauten Feuchtesensor. Unterhalb der Bewässerungsmatte sind die Rasenplateaus mit Sand aufgefüllt.

Insgesamt 645 Quadratmeter Rollrasen, rund zwei Zentimeter dick, wurden auf dem Platz vor dem Rathaus verlegt. Sport- und insbesondere fußballinteressierten Beobachterinnen und Beobachtern wird das Ausrollen der Rasenbahnen bekannt vorgekommen sein. Tatsächlich ist nicht nur das Verlegen ähnlich, sondern „prinzipiell gibt es keinen Unterschied zu dem Rollrasen in Fußballstadien – allerdings wird der mit vier Zentimetern deutlich dicker geschält und ist dadurch nach kurzer Zeit bespielbar“, sagt Buddenberg. Die Rasenschicht vor dem Rathaus ist nur halb so dick. Allerdings hetzt und grätscht normalerweise auch niemand 90 Minuten lang über die drei Rasenplateaus des Konrad-Adenauer-Platzes. Sie sind ein grünes Gestaltungselement für den Platz, aber Betreten ist natürlich erlaubt!

Kurz vor der Fertigstellung steht auch der Weg von der Strengerstraße an der Sparkasse vorbei in Richtung Rathaus. In der kommenden Woche sollen die Arbeiten dort fertiggestellt sein und die Passage freigegeben werden.

Hintergrundinformationen

Der Konrad-Adenauer-Platz, besser bekannt als Parkplatz vor dem Rathaus, wird schön gemacht - zum Ankommen und zum Bleiben. Schön grün soll er werden, mit Wasserfontänen und Sitzgelegenheiten. Ein Treffpunkt und ein Zielort beim Stadtbummel. Kurzum: ein Platz mit Aufenthaltsqualität statt Kurzzeit-Parkplatz. Am 7. Mai haben die Umgestaltungsarbeiten begonnen. Bis Ende des Jahres, so der Plan, sollen sie abgeschlossen sein.

Rund 4800 Quadratmeter umfasst das Baugelände zwischen Rathaus, Berliner und Strengerstraße, auf dem nun in Abschnitten gearbeitet wird. Beim Blick in die nahe Zukunft, die jetzt noch eine Visualisierung aus dem Computer ist, fällt auf den ersten Blick ein großes Rasenplateau ins Auge, betreten ausdrücklich erlaubt ist hier die Devise. Oder am Rand sitzen, denn die ca. 50 Zentimeter hohe Einfassung ist gleichzeitig eine Rundum-Sitzbank, weitere Bänke werden auf dem Platz verteilt sein. Ebenfalls ein Hingucker neben dieser "grünen Mitte": ein Fontänenfeld im Bereich der Sparkasse, zur Abkühlung im Sommer nutzbar. Grün bleibt es auch zur Berliner Straße hin: Platanen, Beete und steinerne Einfassungen mit Holzauflagen laden zum Pause machen ein. Aus der Fußgängerzone kommend sehen die Innenstadt-Besucher in Zukunft also einen offenen, grünen Platz statt eines abgeschlossenen Vierecks, einen Platz, der auch abends mit einem ansprechenden Beleuchtungskonzept einladend bleibt. Ein Platz, auf dem es hochleistungsfähiges WLAN gibt und an dessen Rand genügend Fahrrad-Stellplätze installiert sind.

Die Umgestaltungsmaßnahme ist Teil des Programms zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt - so wie im „Integrierten Stadtentwicklungskonzept“- kurz ISEK - niedergelegt. Zu 70 Prozent aus entsprechenden Programmen von Land und Bund gefördert, investiert die Stadt Gütersloh damit für die Zukunft und setzt ein lange gehegtes Projekt um.

Bereits in den Neunziger Jahren stand der Platz auf der Agenda der Pläne zur Innenstadt-Gestaltung. Im Jahr 2007 gewann das Architekturbüro Lohaus + Carl, Hannover einen Gestaltungswettbewerb. Sein Entwurf ist die Grundlage für den neuen Konrad-Adenauer-Platz geblieben. Die Elemente des Entwurfs und verschiedene Varianten wurden in einem umfassenden Bürgerbeteiligungsprozess auf ihre "Tauglichkeit" geprüft und diskutiert - in drei Workshops und online gingen zahlreiche Hinweise und Anregungen zu vielen Details und ein, aber die zentralen Grundelemente - Wasser, Grün, Sitzgelegenheiten - erlangten von vornherein ganz weitgehend Zustimmung. Diskutiert wurde über den Wegfall der Kurzzeit-Parkplätze vor dem Rathaus. Sie werden zum Teil durch eine Neuordnung der Stellplätze an der Berliner Straße ersetzt, aber auch in der unmittelbaren Umgebung gibt es genügend Kapazitäten in Tiefgaragen, auf dem Marktplatz (1 Euro Tagesgebühr) oder ab 16.30 Uhr und am Wochenende auch hinter dem Rathaus.

Mehr Kurzzeitparkplätze an der Berliner Straße

Durch Neuordnung der Stellflächen an der Berliner Straße wird es auch während der Umbauzeit mehr Kurzzeitparkplätze als bisher, inklusive drei Behindertenparkplätze, geben. Die Durchfahrt von der Strengerstraße in die Berliner Straße bleibt auch während der Bauzeit unverändert, auch die Bushaltestelle bleibt an der gewohnten Stelle.
Die Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes, für die der städtische Fachbereich Grünflächen unter der Projektleitung von Dirk Buddenberg die Federführung hat, erfolgt in mehreren Bauabschnitten. So bleiben die Zugänge zum Rathaus und zur Sparkasse immer gewährleistet, auch wenn in den nächsten Monaten der Bauzaun das Bild des Platzes prägen wird. Er wird als Informationsfläche genutzt, denn darauf ist zu sehen, wie es hier aussehen wird, wenn die Bagger
und Baumaschinen wieder abgezogen sind. Und auch Infos über Parkmöglichkeiten in der Umgebung werden die Innenstadt-Besucher auf einem Bauzaun-Banner finden.

Für einen Euro in die City mit dem „Baustellenticket“

Ein Anreiz, beim Wochenend-Einkauf vom Auto auf den Bus umzusteigen, gibt das "Baustellenticket", das die Stadt zusammen mit den Stadtwerken für die Bauzeit aufgelegt hat. Einen Euro kostet ein Ticket ab Freitagmittag und am ganzen Samstag bis 20 Uhr auf allen Stadtbus--und Regionalbuslinien, Kinder fahren kostenlos. Bis zum Ende des Jahres gilt diese Vereinbarung. Dann soll der neue Platz - wenn keine Überraschungen im Untergrund des Platzes zu Verzögerungen führen - den Bürgern und Bürgerinnen übergeben werden. Vielleicht kann er seine Wintertauglichkeit dann gleich bei einem Glas Punsch beweisen.

Bilderstrecke: Visualisierung der Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes

Kontakt und Informationen

Herr Dirk Buddenberg
Grünflächen

Fachbereich GrünflächenErdgeschossRaumnummer
Tel+49 5241 / 82-2426
Fax+49 5241 / 82-3259
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