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Gütersloh – eine Stadt und ihre Stadtteile

Gütersloh hat beides zu bieten: städtisches Leben in der Innenstadt und dörfliche Nachbarschaft in den umliegenden Stadtteilen. Hierzu gehören Avenwedde, Blankenhagen, Ebbesloh, Friedrichsdorf, Hollen, Isselhorst, Kattenstroth, Niehorst, Nordhorn, Spexard und Sundern. Die ehemals selbstständigen Gemeinden gehören seit der kommunalen Gebietsreform 1970 zur Dalkestadt.
Stadtpanorama Gütersloh

Dieser Zusammenschluss brachte den Stadtteilen einige Vorteile ein: Die Stadt veranlasste den Bau von Sporthallen, Schulerweiterungen und den Ausbau des Radwegenetzes. Charakteristisch für die meisten Gütersloher Stadtteile ist die Tatsache, dass sie keinen eigenen Mittelpunkt haben, dafür aber gekennzeichnet sind durch unterschiedliche Siedlungsschwerpunkte. Jeder Ortsteil hat seine besondere Geschichte, langjährige Traditionen, ein lebendiges Vereinsleben und einzigartige Bräuche. Ein besonderer Brauch ist das Adventssingen. In fast allen Gütersloher Ortsteilen ziehen an den Adventssonntagen in den frühen Morgenstunden Sängerinnen und Sänger aus den evangelischen Kirchengemeinden durch die Straßen und singen traditionelle Adventslieder. Gleiches tut der Posaunenchor beim Adventsblasen: Ab 3:30 Uhr morgens spielt er Weihnachtslieder an verschiedenen Stellen im gesamten Stadtgebiet. Höhepunkt an Heiligabend ist das Turmblasen um Mitternacht am Evangelisch Stiftischen Gymnasium in der Innenstadt. Hier kommen vor der Schule jedes Jahr mehrere tausend Zuhörerinnen und Zuhörer zusammen.

Avenwedde

Avenwedde kann auf eine mehr als 800 Jahre zurückreichende Geschichte blicken. Dabei war der Gütersloher Stadtteil schon immer etwas "anders": Avenwedde hat sich nicht um eine Kirche herum gebildet, sondern setzte sich schon immer aus einer Streusiedlung zusammen. Und dennoch hatte Avenwedde beispielsweise als Kern einer Großgemeinde immer wieder eine herausragende Position für die Region.

Das Herz von Avenwedde-Bahnhof - Das BahnhofsgebäudeDie Geburtstunde Avenweddes lässt sich nicht klar festlegen. Deshalb müssen sich Historiker auf die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Gütersloher Stadtteils berufen. Im Jahre 1196, genauer gesagt am 17. April, taucht auf einer Urkunde des Osnabrücker Bischofs Gerhard die Bauernschaft "Ovenwide" auf. So gilt dieses Jahr als Stunde Null in der Geschichte Avenweddes, dessen Wortbedeutung wahrscheinlich auf eine Schaf- oder Mufflonweide hindeutet.
Schon damals war Avenwedde keine typische Siedlung. Sie bildete sich nicht um einen Ortkern herum, hat also kein eigentliches Zentrum. Vielmehr ist sie eine Streusiedlung, die sich auf der großen Fläche Avenweddes verteilt. Lediglich die römisch-katholische Kirche ist bis heute das verbindende Element in Avenwedde.

Genau wie Spexard oder die Stadt Wiedenbrück gehörte auch die Bauernschaft Avenwedde dem zum Fürstbistum Osnabrück gehörende Amt Reckenberg an. Erst mit der Säkularisation im Jahre 1803 wurde die Zugehörigkeit zum Amt Reckenberg hinfällig: Im Rahmen des Reichsdeputationshauptschluss wurde das Bistum Osnabrück aufgehoben und dem Kurfürstentum Hannover zugeschlagen. Zwölf Jahre später gelangte Avenwedde dann schließlich an Preußen.

Im folgenden Jahr gehörte Avenwedde gleichzeitig auch dem Landkreis Wiedenbrück an und bildete mit den Orten Kattenstroth-Spexard und Linteln die Großgemeinde Avenwedde. Seit dem 1.4.1889 galt Avenwedde wieder als eigenständige Gemeinde, nachdem viele Bürger der Meinung waren, dass die Gemeinde Avenwedde einfach zu groß sei um nur von einem Amtsvorsteher verwaltet zu werden. Weitere Veränderungen ergaben sich im Jahre 1910, als aus den Gemeinden Avenwedde, Spexard und Friedrichsdorf der Amtsverband Avenwedde wurde, der seit 1913 nicht mehr zum Amt Reckenberg gehörte.

Ihre Selbstständigkeit musste die Gemeinde erst im Jahre 1970 aufgeben. Im Zuge der Kommunalreform wurde Avenwedde zum Gütersloher Stadtteil ernannt. Dieser Zusammenschluss mit der Dalkestadt brachte dem neuen Stadtteil viele Vorteile ein: So verpflichtete sich die Stadt Gütersloh beispielsweise eine Sporthalle zu bauen, Schulen zu erweitern oder auch das Radwegenetz zu erweitern.

Heute leben in Avenwedde auf 21 km² etwa 17.500 Einwohner. Bis heute hat sich kein Zentrum im eigentlichen Sinne in Avenwedde herausgebildet. Der Ort besteht immer noch aus den beiden Teilen Avenwedde-Bahnhof sowie Avenwedde-Mitte. Herausragendes Merkmal im Ortsteil Avenwedde-Mitte ist die viergleisige Eisenbahnstrecke, die seit 1848 als wichtige Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Norddeutschland dient und Teil der Köln-Mindener-Eisenbahn ist.

Übrigens: Avenwedde wird von seinen Einwohnern auch gerne einmal „Bonewie“ genannt. Entstanden ist der Ausdruck aus dem französischen Ausdruck „bonne ville“, was soviel heißt wie „schönes Dorf“. Somit stellt der Ausdruck „Bonewie“ eine Verballhornung des französischen Ausdrucks dar und stammt wahrscheinlich aus der französischen Besetzung Westfalens unter Napoleon.

Blankenhagen

Blankenhagen gehörte schon sehr früh zur Stadt Gütersloh: Im Jahre 1910 wurde die Bauerschaft der Dalkestadt zugeteilt. Zusammen mit den Bauerschaften Pavenstädt, Nordhorn und Sundern gehörte auch Blankenhagen zum Kirchspiel Gütersloh und hatte damit schon immer eine besondere Beziehung zur heutige Kreisstadt.

Der Name Blankenhagen stammt vermutlich von dem Landwehr- oder Grenzhagen, der als aufgeschütteter und Wall teilweise als Grenze zur Grafschaft Ravensberg diente. Als nicht privates Eigentum war er nicht mit Bäumen bepflanzt und somit "blank". Auch der Lutterbach bildete über Jahrhunderte die Grenze zu den Ravensberger Bauerschaften Niehorst, Hollen und Isselhorst.

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens stammt aus dem Jahr 1222. Weitere frühe Quellen erwähnen die Hofstellen Langenhart (Langert), Sengedehorst (Senkhorst), Nutbroke (Nottbrock) und Radesvelde (Raßfeld).

Mit den anderen Bauerschaften des Kirchspiels Gütersloh, Pavenstädt, Nordhorn und Sundern, gehörten Blankenhagen und das Dorf Gütersloh zum Bistum Osnabrück, von 1565 bis 1808 zur Herrschaft Rheda. Die Zugehörigkeit zum französischen Großherzogtum Berg endete 1813. Das Kirchspiel Gütersloh wurde 1843 in eine Stadt- und eine Landgemeinde geteilt. Die Bauerschaften bildeten fortan das Amt Gütersloh, das schließlich am 1. April 1910 in die Stadt Gütersloh eingemeindet wurde.

1818 umfasste die Bauerschaft 57 Häuser und 818 Einwohner, die Größe der Marken (Gemeinheiten) und Siedlungsfläche betrug 4656 Morgen. Sie war damit nach Gebiet und Einwohnerzahl die größte Bauerschaft in der Landgemeinde Gütersloh.

In dem überwiegend landwirtschaftlich geprägten Gebiete entstanden erst um 1968 die Neubausiedlungen im Bereich Kahlerstraße/Magnolienweg und Hofbrede/Dresdner Straße. Durch den Einflugbereich des Flughafens waren große Teile wegen Lärmbelastung für Wohnungen ungeeignet.

Ebbesloh

Hoch oben im Gütersloher Norden liegt Ebbesloh. Mit seinen knapp 100 Einwohnern kann der Ortsteil der Dalkestadt auf eine mehr als 800 jährige Geschichte zurückblicken. Dabei stand Ebbesloh als Teil des Kirchspiels Isselhorst schon immer in Verbindung mit den anderen Kirchspieldörfern Hollen, Isselhorst und Niehorst.

Die erste urkundliche Erwähnung Ebbeslohs findet sich in einer Urkunde des Paderborner Bischofs Bernhard I aus dem Jahr 1151. Dort sind die Güter aufgeführt, mit denen das von der Herforder Äbtissin Godesti gegründete Kloster „Maria auf dem Berge“ ausgestattet war; eines davon war das mit „Meppedisla“ bezeichnete Ebbesloh.

In einer weiteren Urkunde aus dem Jahr 1198 erhielt das Kloster Marienfeld von Papst Innozenz III die Bestätigung seiner Güter in „Meppeteslo“, auch dieses bezieht sich auf Ebbesloh. Der Ortsname hat seinen Ursprung vermutlich in der Mythologie und deutet damit auf ein hohes Alter hin, da diese Begriffe noch aus der heidnischen Zeit stammen. Bereits um 800 war hier die Christianisierung abgeschlossen, so dass der Name vorher entstanden sein müsste. Versuche zur Deutung des Namens ergeben, dass Meppedisla ein heiliges Ahorngehölz gewesen sein könnte, ein Platz für Nymphen am Wasser.

Im Laufe der Zeit finden sich in weiteren Urkunden Hinweise auf einzelne Höfe, die heute in Ebbesloh liegen: der Hof Johannsmann wurde 1249 dem Kloster Marienfeld geschenkt (hier ist der Ortsname erstmals mit „Ebbedeslo“ angegeben), um 1269 löst der Bischof von Münster die Pfandschaft des Hofes Kornfeld (früher Kleykamp) vom Grafen von Rietberg ab und überträgt den Hof ebenfalls an das Kloster Marienfeld. Im Ravensberger Urbar von 1556 haben die Grafen von Rietberg allerdings keinen Besitz mehr in Ebbesloh. Die Zugehörigkeit zum Kloster Marienfeld ist auch dadurch gekennzeichnet, dass die Höfe dicht nebeneinander an dem heute noch erhaltenen Mönkeweg liegen, der in seiner gesamten Länge von Marienfeld bis zum Hof der Zisterzienser in Hoberge-Uerentrup (Bielefeld) führt.

Am 01.11.1816 kam Ebbesloh als Gemeinde des Kirchspiels Isselhorst zum neu gegründeten Landkreis Bielefeld. Die Eingemeindung in die Stadt Gütersloh erfolgte zum 01.01.1970, nachdem die Gemeinde Ebbesloh am 19.03.1969 einen entsprechenden Vertrag unterzeichnete.

Ebbesloh erfüllt auch heute noch seine positive Wirkung als „grüne Lunge“ im Norden der Stadt Gütersloh mit einer vielfältigen Flora und Fauna. Neben den zum größten Teil heute noch vorhandenen Höfen hat sich der Ort insbesondere auch durch das Gestüt einen Namen gemacht.

Friedrichsdorf

Wussten Sie, dass Friedichsdorf eine höhere Einwohnerdichte als Köln oder Düsseldorf aufweist? Und dennoch war der heutige Gütersloher Stadtteil lange Zeit das kleinste Dorf Deutschlands. Durch seine eingeengte Lage konnte Friedrichsdorf nie sein eigentliches Ziel erreichen - nämlich Gütersloh wirtschaftlich zu überholen.

"Tippe" wurde und wird der Gütersloher Stadtteil Friedrichsdorf von seinen Bewohnern gerne genannt. Diese Bezeichnung als "Zipfel" hat seinen Grund: Mit seiner Lage am Rand von Gütersloh und seiner geringen räumlichen Ausdehnung war Friedrichsdorf schon immer etwas Besonderes. So merkten schon die Westfälischen Neuesten Nachrichten vom 11.09.1936 an: "Es ist nämlich das an Bodenfläche kleinste Dorf in ganz Preußen und wohl auch in ganz Deutschland".

Die Geschichte von Friedrichsdorf beginnt Ende des 18. Jahrhunderts. Nachdem das Fürstbistum Osnabrück im Zuge einer neuen Grenzenverteilung Land gewonnen hat, beauftragt die Regierung, die Grenzen eines der neuen Landstücke zu bewachen. Diese Aufgabe übernimmt Hermann Heinrich Büsing aus Schildesche und besiedelte das neue Land im Jahre 1780. Weitere Siedler sollten nicht lange auf sich warten.

Die eigentlichen Initiatoren für die Gründung Friedrichsdorf waren aber der lutherische Untervogt Joachim Haarkamp sowie der katholische Zimmermann Johann Bernhard Sommer. Sie hatten das Anliegen, aus der Siedlung offiziell ein eigenständiges Dorf werden zu lassen. Nach anfänglicher Skepsis erklärte sich die Osnabrücker Regierung im Jahre 1786 bereit, die Siedlung "Friedrichsdorf" zu nennen – in Anlehnung an ihren Landesherrn, der 1764 zum Fürstbischof gewählten Friedrich August. So wurde das Jahr 1786 zum Geburtsjahr der Gemeinde Friedrichsdorf.

Nach einigen Jahre wechselnder Zugehörigkeit, gelangte Friedrichsdorf - ähnlich wie die Gütersloher Stadtteile Spexard oder Avenwedde - mit der Gründung des deutschen Bundes im Jahre 1815 an Preußen. Im darauf folgenden Jahr wurde die Zuordnung zum Landkreis Wiedenbrück beschlossen. Erst im Jahre 1914 kam es wieder zu einer größeren Neuordnung: Friedrichsdorf bildete zusammen mit den Dörfern Avenwedde und Spexard das Amt Avenwedde.

Schließlich wurde Friedrichsdorf im Jahre 1970 im Zuge der kommunalen Neuordnung zum Stadtteil von Gütersloh. Somit war Friedrichsdorf nicht mehr das kleinste Dorf Deutschland – denn der heute Gütersloher Stadtteil besitzt eine Fläche von gerade einmal 0,31 km².

Aufgrund der guten Lage direkt an der preußischen Hauptverbindung zwischen Berlin und dem Rhein, war Friedrichsdorf ursprünglich als Konkurrenz zum Handelszentrum Gütersloh geplant. Diese Pläne sollten jedoch scheitern – unter anderem aus Geldmangel und aufgrund der Verlagerung des wichtigen Handelsweges nach Gütersloh. So blieb Friedrichsdorf immer das kleine Fleckchen Erde am äußersten Rand von Gütersloh.

Im Laufe der Geschichte zeigte sich immer wieder, dass Friedrichsdorf einfach zu klein war und keine Entwicklungsmöglichkeiten bot, um zu wirtschaftlicher Bedeutung zu gelangen. Noch nicht einmal die Selbstversorgung des Ortes war sichergesellt, so war Friedrichsdorf häufig auf die Einfuhr von Grundnahrungsmitteln angewiesen.

In Friedrichsdorf leben heute etwa 1400 Einwohner, das macht stattliche 4600 Einwohner pro Quadratkilometer – so eine hohe Einwohnerdichte können noch nicht einmal Köln oder die Landeshauptstadt Düsseldorf bieten. Untrennbar mit dem Ort verbunden ist der Name "Flötotto".

Gleich zwei Möbelunternehmen firmierten unter dem Namen "Flötotto": Zum einen das Unternehmen von Heinrich Flötotto, eine Möbelfabrik für Schlafzimmereinrichtungen, die jedoch schon im Jahre 1978 Konkurs anmelden musste. Sein Sohn Fritz Flötotto gründetet seine eigene Möbelfirma im Jahre 1946 und spezialisierte sich auf Schulmöbel. Doch auch sein Unternehmen musste im Jahre 2007 aufgeben.

Hollen

Seit dem Jahre 1970 gehört Hollen als Teil des Isselhorster Kirchspiels zur Stadt Gütersloh. Mehr als 800 Jahre reicht die Geschichte des Ortes zurück, der in der ersten schriftlichen Erwähnung als "Honlo" in Erscheinung tritt.

"Hollen wird erstmals 1185 in der Gründungsurkunde des Klosters Marienfeld erwähnt. Gemeinsam mit Ebbesloh wird Hollen als „Honlo“ in einer Urkunde von 1198 des Papstes Innozenz III genannt, mit dem er dem Kloster Marienfeld den Besitz eines Zehnten in diesem Ort bestätigte. Dieses Dokument bestätigt somit die frühe Existenz Hollens.

In einer weiteren Urkunde von 1221 des Bischofs Bernhard von Selburg werden dem Kloster Marienfeld die Güter "Honlo" und "Lochus" bestätigt, letzteres ist dem Hof Lohmann in Hollen (heute Niedieck) zugeordnet. Die gleiche Aussage trifft auch das Ravensberger Urbar von 1556; weiterhin ist dieser Besitz auch in sämtlichen darauf folgenden Verzeichnissen des Klosters Marienfeld gemeinsam mit den Ebbesloher Besitzungen benannt.

Auch für das Kloster Herzebrock ist eine Besitzung in Hollen nachweisbar: schon Anfang des 13. Jahrhunderts wird eine Abgabepflicht des Luceke zu Honlo festgeschrieben, sie betraf den Hof Widey (Hollen Nr. 5), der diesen Namen allerdings erst später bekam.

Obwohl erstmals in den Vorakten 1491 / 1492 und später im Ravensberger Urbar ausführlich erwähnt, nimmt der Hof Meyer zu Hollen eine besondere Stellung ein. Der Meyer zu Hollen war der Stellvertreter des Landesherrn bei der Verwaltung der Isselhorster Mark. Dieses Waldgelände diente allen alten Hofbesitzern gemeinsam zur Nutzung; die Markberechtigten unterstanden jedoch dem Meyer zu Hollen.

Insgesamt bilden die Ursprungshöfe bis heute eine geschlossene Siedlung mit der Münsterlandstraße als zentral durchlaufender Wegeverbindung. Neue Ansiedlungen wie z. B. die Eichengrundsiedlung erweitern diesen Bestand, ohne den historisch gewachsenen Ortskern zu beeinträchtigen.

Wie die anderen Gemeinden des Kirchspiels Isselhorst kam Hollen am 01.11.1816 zum neu gegründeten Landkreis Bielefeld. Die Eingemeindung in die Stadt Gütersloh erfolgte zum 01.01.1970 nach dem Vertragsabschluss vom 19.03.1969. Heute zählt Hollen rund 300 Einwohner, 1866 waren es noch 496.

Traditionell hat der Reitsport in Hollen einen hohen Stellenwert. Der Ländliche Reit- und Fahrverein Hollen e.V. wurde am 17.02.1947 gegründet, vorangegangen war bereits im Jahr 1934 der Reitertrupp Hollen. Das weit über den Ort hinaus bekannte Turnier des Vereins wird seit 1952 jährlich auf dem Reitplatz neben dem Hof Meyer zu Hollen durchgeführt.

Das Vereinsleben des ländlich geprägten Ortsteils Hollen wird weiter durch die Landjugend Hollen von 1947 und durch den Landfrauenverein sowie den landwirtschaftlichen Ortsverein (beide 1948 gegründet) verstärkt.

Isselhorst

Ein Stadtteil, vier Ortsteile - das ist Isselhorst. Mit seinen Ortsteilen Ebbesloh, Hollen, Niehorst und Isselhorst verfügt der nördlichste Gütersloher Stadtteil bis heute über einen eher dörflichen Charakter. Dazu trägt auch das Kirchspiel Isselhorst bei, das bis heute ein nicht wegzudenkender Teil des Lebens in Isselhorst ist.

Der Isselhorster MarktBei einem Blick in die Geschichte von Isselhorst taucht schnell der Begriff "Kirchspiel" auf. Isselhorst bildete zusammen mit den Ortsteilen Ebbesloh, Hollen, Holtkamp und Niehorst das Kirchspiel Isselhorst und somit das religiöse Zentrum für die Umgebung. Isselhorst hatte demnach schon immer eine herausragende Bedeutung für die Umgebung.

Zum ersten Mal erwähnt wurde Isselhorst auf der Freckenhorster Heberolle aus dem Jahre 1050. Hier ist noch von einem gewissen "Lanzo aus Gislahurst" die Rede. Dieser Lanzo (= Landbeschützer) lebte demnach im Meyerhof in "Gislahurst", also Isselhorst. In diesem Zusammenhang könnte sich der Name des heutigen Gütersloher Stadtteils aus den Bestandteilen "Hurst" bzw. "Horst" für Wald und "Hisle" für Jagd zusammen - kurz "Jagdwald". Diese Interpretation ist zwar nicht unumstritten, fest steht jedoch, das mit dieser Heberolle die erste Erwähnung von Isselhorst vorliegt. Das Jahr 1050 gilt demnach als die Geburtstunde von Isselhorst. Damit ist der Ortsteil Isselhorst gleichzeitig auch der Älteste der vier Ortsteile.

Eine Wichtige Entscheidung fand im Jahr 1969 statt. Im Zuge der kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen stellte sich die Frage, ob Isselhorst mit seinen einzelnen Ortsteilen in Zukunft zu Gütersloh oder Bielefeld gehören sollte. Nach mehreren Jahren intensiver Verhandlungen und reger Diskussionen hieß es im Jahre 1973 – ganz nach dem Willen der Bürger: Isselhorst wird zum Gütersloher Stadtteil. Nur der Ortsteil Holtkamp entschied sich für den Beitritt zur Stadt Bielefeld. Demnach besteht der Stadtteil Isselhorst seit 1973 aus den Ortsteilen Ebbesloh, Hollen, Niehorst und Isselhorst.

Bis heute besitzt der Stadtteil Isselhorst mit seinen rund 6000 Einwohnern keinen eigentliches Zentrum. Vielmehr sind es fünf einzelne Ortsteile, in denen jeder Ort sein eigenes Dorfleben führt - auch wenn das religiöse Leben noch stark auf den Ortsteil Isselhorst gerichtet ist.

Ein Kuriosum ist bis heute der im Jahre 1891 eröffnete Bahnhof Isselhorst-Avenwedde. Dieser trug bis zum Jahre 1925 den Namen "Isselhorst", obwohl der Bahnhof komplett auf Avenwedder Gebiet liegt. Grund für diese ungewöhnliche Namensgebung ist der Einsatz des Dorfes Isselhorst für den Bau des Bahnhofs. Nach dem viergleisigen Ausbau der Strecke im Jahre 1925 erhielt die Station den Zusatz "Avenwedde", die der Lage des Bahnhofs Rechnung trägt.

Kattenstroth

Der Stadtteil Kattenstroth ist aus der gleichnamigen ehemaligen Bauerschaft entstanden und bildet die westliche Grenze der Stadt Gütersloh. Dabei zeichnet sich der Gütersloher Ortsteil durch diverse Eigenheiten aus: Hier gibt es nicht nur einen Karnevalsverein - auch eine Brauerei nennt Kattenstroth sein Eigen.

Die erste Adresse im Sommer in Gütersloh - das WapelbadDer Eigenname „Kattenstroth“ läßt sich in die Bestandteile „Kat“, „in“ und „stroth“ zerlegen. Ein Beleg findet sich in einem Kopialbuch (Kopiar) des Klosters Marienfeld von 1198, der frühesten urkundlichen Erwähnung, wo die Bezeichnung „Catinstrot“ vorkommt. 1240 taucht urkundlich eine weitere Bezeichnung, „Kattenstrut“ auf. Mit „Strot(h)“ wird in eine feuchte Niederung oder ein sumpfiges Gebiet bezeichnet. Der Name erscheint als Flurname (Mühlenstroth) und in Hofnamen wie Strothmann, Strothotte, Avenstroth, Bregenstroth, Ruhenstroth oder Singenstroth.

Das Bestimmungswort „Katten“ wird verschieden gehandhabt. Plausibel ist die Deutung als „Kate“, vgl. engl. cot, cottage, in der Bedeutung von „Hütte“. Im hiesigen Raum wird heute noch mit „Kotten“ ein kleines Bauernhaus bezeichnet. Die naheliegende Deutung hieße demnach „Kate im Stroth“.

Ferner bietet sich die Ableitung „kat(t) = germanisch „krumm“ an, vgl. Kattegatt, Kettwig oder Katze, althochdeutsch „kazza“, altgermanisch „catte“ in der Bedeutung von „Tier mit krummen Rücken“. Als Siedlungsname würde er demzufolge „Sumpfgelände bei der Bachkrümmung“ bedeuten. Unterstrichen wird diese Deutung durch die Straßenbezeichnung „Kathagen“, die in einer Beschreibung des Dorfes Gütersloh aus dem Jahr 1687 auftaucht und die heutige Straße „Blessenstätte“ bezeichnet. Die Grundstücke der Straßenbewohner lagen dicht an dem Flüsschen Dalke, das damals die Grenze des Dorfes zur Bauerschaft Kattenstroth darstellte und heute die Stadt durchquert.

Das Gebiet gehörte zum großen Ohlbrock, bestehend aus Wald, Weide und Wiese. Als gemeinschaftliche Weide reichte der Bezirk bis vor die Stadt Gütersloh und lag zu beiden Seiten des Ölbachs. Wegen der Nutzung zur Plaggen- und Holzgewinnung hatten der Bischof von Osnabrück, der Graf von Rietberg und die Abtei Marienfeld Einfluss auf Kattenstroth, den sie als Holzrichter bis zum Jahr 1830 ausübten.

Mit dem Bielefelder Rezess vom 27.03.1565 wurde die Zugehörigkeit von Kattenstroth zum Amt Reckenberg und damit zum Bistum Osnabrück bestätigt. Der genaue Grenzverlauf wurde am 09.06.1565 im Vertrag von Wiedenbrück festgelegt, so dass Kattenstroth im Norden von der Herrschaft Rheda umschlossen wurde.

Im Wiener Kongress von 1815 kam Reckenberg zu Preußen. Kattenstroth wurde Teil der Großgemeinde Avenwedde, die ab 1816 zum neu gegründeten Landkreis Wiedenbrück gehörte. Im Jahre 1889 wurde die bis dato für Kattenstroth zuständige Wöste-Vogtei aufgelöst und eine neue Gemeinde Kattenstroth-Spexard gebildet. Diese bestand bis 1910 und endete mit der Eingemeindung Kattenstroths in die Stadt Gütersloh.

Die letzte kommunale Neuordnung im Jahr 1970 brachte damit für Kattenstroth keine weitere Veränderung. Seit 1973 ist die ehemalige Bauerschaft ein Stadtteil der Kreisstadt Gütersloh. Wie Spexard ist auch Kattenstroth traditionell mit der Kirchengemeinde Gütersloh verbunden; dieses ist insbesondere auch durch die Territorialgeschichte begründet.

Kattenstroth ist ein beliebtes Wohngebiet im Gütersloher Süden. Auch nach der Umwandlung von Ackerflächen zu Bauland kann der Stadtteil mit reichlich Freiflächen aufwarten und unterstreicht damit den hohen Freizeit- und Erholungswert. Das Gebiet von Kattenstroth bildet einen weitläufigen Grüngürtel um die Kernstadt Gütersloh.

Mit dem Schlachtruf "Maschi Mau – Kattenbuer Helau" feiert der Kattenstrother-Karnevals-Club (KKC) e. V. als einziger Verein dieser Art in Gütersloh jede Session. Gegründet wurde er 1952 im Gasthaus Roggenkamp aus der Mitte der Liebfrauen-Gemeinde. Seit 1993 wird für besondere soziale oder karitative Verdienste der "Kattenbuer"-Orden verliehen.

Die Dalke bildet seit jeher die Grenze zur ehemaligen Herrschaft Rheda. Im Norden entstand 1925 mit dem Wapelbad die erste öffentliche Badeeinrichtung, heute wird es als Licht- und Luftbad sowie im Sommer für zahlreiche Kulturveranstaltungen genutzt. Durch Kattenstroth verläuft außerdem die Trasse der 1847 eröffneten Köln-Mindener Eisenbahn, allerdings ohne Haltepunkt. Dennoch siedelten sich gerade entlang der Bahnstrecke einige Gewerbebetriebe an, einen zusammenhängenden Komplex bildet das Gewerbegebiet West.

Insgesamt findet man in Kattenstroth eine gelungene Mischung aus Wohngebäuden, Arbeitsmöglichkeiten und Frei- bzw. Erholungsflächen vor. Die gute Verkehrsanbindung sowie die Nähe zur Kernstadt Gütersloh unterstreichen das Ergebnis einer maßvollen und zielgerichteten Weiterentwicklung dieser ehemaligen Bauerschaft zum Stadtteil, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren.

Niehorst

Im Vergleich zu den übrigen Gütersloher Stadt- und Ortsteilen ist Niehorst ein junger Ortsteil. Erst im Jahre 1556 taucht der Name des 800-Einwohner-Ortsteils zum ersten Mal urkundlich auf. Genau wie die Ortsteile Hollen oder Ebbesloh gehörte auch Niehorst zum Isselhorster Kirchspiel.

Die 'Neue Siedlung' Niehorst ist verglichen mit den anderen Gemeinden des Kirchspiels Isselhorst deutlich jünger. Der Name geht zurück auf die Bezeichnung „Nye Horst“ (= neue Siedlung), die ein Landschreiber des Landesherrn zu Ravensberg in seinem Verzeichnis vom 02.09.1535 erstmals verwendet. Eine Ansiedlung neuer Höfe in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts also, und sie bestehen - teilweise unter anderem Namen - bis heute. Älter sind die Höfe Bentlage (heute Timmermann) und Diekmann (heute Thoma).

Im Ravensberger Urbar von 1556 wird der Name „Nigehorster“ erstmalig urkundlich erwähnt. Aus dieser Urkunde wird deutlich, dass der Landesherr dort ein Waldgebiet besaß. Der dort bezeichnete Hof Johann Nigehorster gehörte zum Kirchspiel Isselhorst und damit zur Grafschaft Ravensberg, unweit davon verlief die Grenze zum Bistum Münster. Der Hof besteht bis heute unter dem Namen "Peters".

Seit dem 01.11.1816 gehörte Niehorst als Gemeinde des Kirchspiels Isselhorst zum Landkreis Bielefeld. Am 19.03.1969 unterzeichnete die Gemeinde einen Vertrag, der die Eingliederung in die Stadt Gütersloh zum 01.01.1970 beinhaltete.

Im Laufe der Zeit hat sich das ursprünglich rein auf Landwirtschaft ausgerichtete Gebiet verändert. So entstanden z. B. an der Brockhäger Straße mehrere kleine Betriebe und Werkstätten in neuen Niehorster Industriegebiet. Rings um den Hof Lütgert entstand zudem ein neues Wohngebiet.

Die ausgedehnten Wander- und Radwege machen Niehorst für Erholungssuchende interessant, auch die Idee eines Badesees für den Gütersloher Norden wurde mehrfach aufgegriffen. Von der zentralen Kreuzung der Straßen in Niehorst führen Verbindungen nach Gütersloh, Marienfeld, Brockhagen / Halle und Hollen / Ummeln.

Als einzige Gemeinde im ehemaligen Kirchspiel Isselhorst hat Niehorst einen Schützenverein. Dieser wurde 1927 gegründet und kann damit auf eine vergleichsweise lange Tradition zurückblicken. In Niehorst sind auch der Geflügelzuchtverein von 1958 und die 1990 gegründete Niehorster Reitgemeinschaft zu Hause.

Nordhorn

Die Geschichte von Nordhorn reicht bis in das Jahr 1088 zurück. Damit ist Nordhorn einer der ältesten Gütersloher Ortsteile. Bis heute profitiert Nordhorn von seiner guten Verkehrsanbindung. So agiert der Weltkonzern Miele bis heute aus dem Gütersloher Ortsteil.

"Nord" und "Horn" bezeichneten vermutlich die Lage im nördlichsten Teil der seit 1565 bestehenden Herrschaft Rheda. Die früheste schriftliche Erwähnung findet sich als Eigenname "northornon" in einem Abgabeverzeichnis für das Kloster Herzebrock, der so genannten "Herzebrocker Heberolle", die spätestens im Jahr 1088 für den Bischof von Osnabrück erstellt wurde. Der Name übertrug sich auf den größten Hof der Bauerschaft, den Meier Nordhorn. In einer Urkunde aus dem Jahr 1196 wird der Hof "Northorne" genannt.

Mit den Bauerschaften Sundern, Blankenhagen und Pavenstädt bildete es von 1843 bis 1910 das Amt Gütersloh. Durch das Gemeindegebiet verliefen die 1817 gepflasterte Provinzialstraße von Köln nach Minden, heute Bundestrasse 61, und die Strecken der 1847 erbauten Köln-Mindener Eisenbahn und der 1900 bzw. 1903 eröffneten Teutoburger Wald-Eisenbahn.

1868 wurden Teile des Gemeindegebietes östlich der Bahnstrecke zur Erweiterung des Stadtgebietes abgetreten. Aufgrund der guten Verkehrsanbindungen siedelten sich zunehmend Handwerks- und Industriebetriebe an, von der Seidenweberei Gebr. Bartels (1887) und Fa. Miele (1907) bis zum sich immer stärker verdichtenden Industriegebiet entlang der B 61 seit den 1980er Jahren. Wohnsiedlungen im Bereich Georgstraße, Pestalozzistraße, Doheermanns Höhe, Zum Spellbrink und Zum Stillen Frieden schlossen sich an die Gewerbegebiete an.

Der Hof des Meiers Nordhorn an der Kahlertstraße wurde 1945 durch Bomben erheblich beschädigt und nach teilweisem Wiederaufbau bis 1960 abgerissen. Heute befindet sich an dieser Stelle das Nordbad.

Pavenstädt

Im Nordwesten des heutigen Stadtgebiets liegt Pavenstädt, das als Bauerschaft zur früheren Herrschaft Rheda gehörte. Gemeinsame Grenzen bestehen stadtintern mit Blankenhagen, Kattenstroth und dem Dorf Gütersloh sowie darüber hinaus mit Herzebrock als Teil der Gemeinde Herzebrock-Clarholz.

Um 1088 werden in einem Heberegister des Klosters Herzebrock erstmals Abgabepflichtige aus „Padenstedi‘“ verzeichnet, erwähnt ist unter anderem der Meierhof. Der Ortsname bedeutet Froschlaichplatz bzw. Froschhof. Im Laufe der Jahre wurde die Schreibweise immer wieder geändert, man findet im Jahr 1208 „Podanstedi“, 1387 „Podenstede“ und 1471 „Pavenstido“, bevor sich die heutige Form „Pavenstädt“ durchsetzte. Funde, insbesondere der 1951 in der Nähe der ehemaligen Rieselfelder entdeckte Pavenstädter Becher, rechtfertigen die Annahme, dass dieses Gebiet wahrscheinlich schon deutlich früher besiedelt gewesen war.
Einer der ältesten Höfe in Pavenstädt ist der Meierhof Withoff (Pavenstädt Nr. 2), er wurde 1369 erstmals im Herzebrocker Heberegister geführt. Die Hofstelle ist jedoch wesentlich älter, die Funde von Sippengräbern deuten auf eine Stätte hin, die gleichzeitig Verbrennungs- und Bestattungsplatz war.

Wie in den Nachbarbauerschaften bestand auch in Pavenstädt eine direkte Verbindung zum Dorf Gütersloh, der heutige Pavenstädter Weg führt in seiner Verlängerung zum Alten Kirchplatz. Als hier um 1520 die ersten Speicher entstanden, war auch der Meier zu Pavenstädt an der Errichtung beteiligt. Aus einem Verzeichnis von 1660 geht hervor, dass dieser Speicher an der Stelle des heutigen Gebäudes Am Alten Kirchplatz 11 stand.

Die Bauerschaft Pavenstädt verblieb 1565 mit dem Bielefelder Rezeß und dem Vertrag von Wiedenbrück bei der Herrschaft Rheda. Die Grenze zur Bauerschaft Kattenstroth und damit zum osnabrückischen Amt Reckenberg bildete in weiten Teilen die Dalke. Bei der Festlegung der heutigen Stadtteile ist diese Linie bestehen geblieben.

Ab 1808 gehörte Pavenstädt als Teil des Kirchspiels Gütersloh zum Großherzogtum Berg und damit zum französischen Einflussbereich. Mit dem Sieg über Napoleon übernahm Preußen ab 1813 zunächst die kommissarische Verwaltung über dieses Gebiet, bevor mit dem Wiener Kongreß 1815 die endgültige Eingliederung in den preußischen Staat vollzogen wurde. Ein Jahr später ging die Herrschaft Rheda im neu gegründeten Landkreis Wiedenbrück auf und gehörte damit zu der seit dem 1.8.1816 bestehenden Bezirksregierung Minden in der Provinz Westfalen. Ab 1843 war die Bauerschaft Pavenstädt Teil der Landgemeinde Gütersloh unter ihrem ersten Amtmann Hermann Christian Haege. Mit der Auflösung dieser Verwaltungseinheit wurde Pavenstädt am 1.4.1910 in die Stadtgemeinde Gütersloh eingemeindet.

Bereits um 1201 wurde die Bauerschaft Pavenstädt als Teil der Gütersloher Parochie erwähnt. Aus einem Verzeichnis des Jahres 1517 geht hervor, dass die Meyersche zu Pavenstädt zum Unterhalt des Kirchgebäudes (der heutigen Apostelkirche) 1½ Goldgulden spendete, die für den gleichen Zweck durchgeführte Kornsammlung ergab in der Bauerschaft Pavenstädt 6 Müdde Roggen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war zudem die Verheuerung von Kirchenbänken üblich. Im Jahr 1722 entstand an der Herzebrocker Straße auf dem Fichtenbrink, einer Besitzung des Meiers Witthof, der erste jüdische Friedhof. Auf diesem sogenannten „Judenbrink“ wurden bis 1866 Bestattungen durchgeführt.

Pavenstädt ist ein Stadtteil, der seine traditionelle landwirtschaftliche Prägung bis heute zum großen Teil behalten hat. Mit den neuen Siedlungen im Süden gelang der ehemaligen Bauerschaft der Anschluss an die Gütersloher Innenstadt. Heute bietet Pavenstädt seinen Bewohnern und Besuchern weitreichende Freizeit- und Erholungsflächen mit großflächiger urbarer Natur.

Spexard

9000 Einwohner, 20 km² groß und an der schmalsten Stelle gerade einmal 500 Meter breit - das ist Spexard. Mit einer hervorragenden Verkehrsanbindung ist der Gütersloher Stadtteil ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Doch wussten Sie, dass die Geschichte des Ortsteils mehr als 900 Jahre zurückreicht?

Spehtashard – so lautete der Name des heutigen Gütersloher Stadtteils vor mehr als 900 Jahren. Auf einer Heberolle des Klosters Herzebrock aus dem Jahre 1088 tauchte der Name zum ersten Mal auf. Doch von der ursprünglichen Wortbedeutung "Spechtswald" ist heute im Namen des Gütersloher Ortsteils nicht mehr viel zu erkennen.

Im Jahre 1180 wurde die Region rund um Spexard in drei Gebiete unterteilt: Die Herrschaft Rheda unter den Edelherren von Rheda, die Grafschaft Rietberg unter dem Grafen von Arnsberg und das Amt Reckenberg mit der Stadt Wiedenbrück unter dem Bischof von Osnabrück. Dabei wurde Spexard dem Amt Reckenberg zugeteilt.Der Bielefelder Rezeß sorgte im Jahre 1565 für eine Neuordnung der Region. Hierbei wurde die Bauerschaft Spexard endgültig dem Amt Reckenberg zugeordnet.

Im Zuge der Napoleonischen Kriege kam es zu weitreichenden Veränderungen für Spexard. Zunächst wurde im Jahre 1803 im Rahmen des Reichsdeputationshauptschluss das Bistum Osnabrück aufgehoben und dem Kurfürstentum Hannover und zugeschlagen, welches drei Jahre später weiter an Preußen fiel. Wenige Jahre später, nämlich im Jahre 1815, fiel auch das alte Amt Reckenberg an Preußen. Somit gehörte Spexard schließlich zu Preußen. Im gleichen Jahr wir die Großgemeinde Avenwedde gebildet, zu der neben Kattenstroth und Linteln auch Spexard zählt.

Zu weiteren Veränderungen in der Gemeindestruktur kommt es im Jahre 1889. Die Gemeinde Avenwedde wird aufgeteilt, es entstehen die selbstständigen Gemeinden Avenwedde, Kattenstroth-Spexard sowie Linteln. Nachdem Kattenstroth im Jahre 1910 in die Stadt Gütersloh eingemeindet wird, ist Spexard für die folgenden 60 Jahre eine selbstständige Gemeinde.

Die jüngste territoriale Veränderung stammt aus dem Jahre 1970. Die kommunale Neugliederung Gütersloh führte dazu, dass Spexard zum Gütersloher Stadtteil wurde. Gleichzeit verpflichtete sich die Stadt Gütersloh, die Weiterentwicklung von Spexard zu fördern. So wurde unter anderem festgelegt, dass Spexard an das Gütersloher Wasser- und Gasnetz angeschlossen und möglichst auch an den Nahverkehr der Dalkestadt angebunden wird.

Wichtige Daten für Spexard sind der Bau der Teutoburger-Wald-Eisenbahn im Jahre 1902/03 sowie der Bau der heutigen Autobahn A2 Ende der 30er Jahre. Diese zwar teilt den Ortsteil auf mehr als 5 km in zwei Hälften, andererseits bietet sich dadurch aber auch eine gute Verkehrsanbindung in Richtung Hannover bzw. Ruhrgebiet. Somit ist Spexard nicht nur der südlichste Stadtteil von Gütersloh, sondern gleichzeitig auch das "Tor zur Welt" für die Dalkestadt.

Heute leben in Spexard auf 20 km² knapp 9000 Einwohner. Geprägt ist der Stadtteil nicht nur durch die Landwirtschaft. Auch Industrie- und Gewerbeansiedlungen gehören zum Spexarder Erscheinungsbild dazu. Denn aufgrund der guten Verkehrsanbindungen hat sich Spexard zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort für die Stadt Gütersloh entwickelt.

Sundern

Die Geschichte von Sundern begann mit der Familie Avenstroth, die mehrere Höfe an der Dalke besaßen. Später wurde aus diesen Höfen der heutige Gütersloher Ortsteil Sundern. Heute bietet Sundern dank seiner guten Infrastruktur einen gesunden Mix aus landwirtschaftlichem und industriellem Gewerbe.

Der Stadtteil Sundern umfasst das Gebiet der gleichnamigen früheren Bauerschaft und gehörte historisch zur Herrschaft Rheda, die darin ihren östlichen Abschluss hatte. Der Name „Sundern“ bedeutet „sondern“ bzw. „aussondern“. Es handelt sich damit um einen ausgesonderten Ort mit besonderer Rechtsqualität, dessen Nutzung auf Privilegierte beschränkt war.

In der Gütersloher Sandebene entstanden zwischen 850 und 1250 Einzelhofsiedlungen und Hofgruppen. Bereits 1134 wird der Name "Avenstroth" erwähnt. Er steht für eine einst bedeutsame Ministerialienfamilie, die vom 12. bis 15. Jahrhundert auch in dem späteren Gebiet der Bauerschaft Sundern ansässig war. Die Herren von Avenstroth besaßen neben Ihrem Haupthof an der Dalke (heute Kleßmann), der als Rittersitz mit Wällen und Gräfte versehen war, viele Höfe rechts und links dieses Baches bis nach Avenwedde hinein. Sie hatten jedoch auch über das Kirchspiel Gütersloh hinaus eine herausragende Bedeutung in dieser Region. So wurden Mitglieder dieser Familie in Urkunden und Niederschriften als Ritter, Burgmänner und freie Herren bezeichnet, die mit Gütern von Clarholz bis Kaunitz belehnt waren.

Das Lehnsgebiet der Herren von Avenstroth wurde dann später „Sundern“ genannt; es war von der Bauerschaft Nordhorn abgetrennt oder abgesondert. Es hat auch später zu Zeiten der Herren von Rheda seinen Sonderstatus behalten.

Nach der Gründung des Deutschen Bundes wurde die Herrschaft Rheda 1816 in die preußische Provinz Westfalen eingegliedert. Im Jahre 1910 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Gütersloh. Sundern ist heute ein Stadtteil von Gütersloh nach dem Gebietsstand vom 1970.

Sundern ist vom Ursprung her landwirtschaftlich geprägt. Hier liegt ein großer Teil der Natur- und Freizeitstätten der Stadt Gütersloh, die bereits im 19. Jahrhundert gern zum Erholen aufgesucht wurden. Dazu zählt besonders der 1909 eröffnete Stadtpark, der sich großzügig zwischen den Höfen Sundern Nr. 1 (Meier zu Gütersloh) und Sundern Nr. 2 (Meier Avenstroth) erstreckt und 1912 um den Botanischen Garten erweitert wurde. Auch das seit 1928 bestehende Parkbad liegt in der ehemaligen Bauerschaft Sundern.

Mit der Eröffnung der Teutoburger-Wald-Eisenbahn im Jahre 1903 entstand auch der Bahnhof Gütersloh-Sundern, später Gütersloh-Ost, mit Verladestelle in Höhe der Gastwirtschaft Ortwirth. Die Bahn hatte maßgeblich Anteil an der Erschließung und Industrialisierung des ländlichen Raumes. 1935 folgten weitere Haltepunkte am Sunderweg und an der Carl-Miele-Straße. Seit Oktober 1978 wird die TWE-Trasse nur noch für den Güterverkehr genutzt.

Der Ausbau der Verkehrswege ermöglichte es zahlreichen Unternehmen, sich in Sundern anzusiedeln. Das Spektrum war vielfältig, heute sind neben den Wirus-Werken (heute Pfleiderer) noch die Betriebsstätten der ehemaligen Nudelfabrik C. H. Diestelkamp und der als Medienfabrik genutzten angrenzenden Nudelfabrik Niemöller & Brockmann, der Spedition Walter Flöttmann, der Brotfabrik W. Mestemacher GmbH, der Firma Draht-Wolf und der Weberei Niemöller & Abel vorhanden. Insgesamt ist Sundern damit ein Stadtteil, der neben landschaftlichen auch infrastrukturelle Qualitäten aufweist.

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