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Klimabeirat

Der Klimabeirat der Stadt Gütersloh ist ein ehrenamtliches und unabhängiges Gremium. Der Beirat hat ein Vorschlagsrecht beim Stadtrat und dessen Fachausschüssen in allen Angelegenheiten, die den Bereich Energie und Klimaschutz betreffen. Seine Mitglieder geben dem Rat Handlungsempfehlungen für eine klimagerechte Stadtentwicklung.

Kurt Gramlich (rechts) ist der neue Vorsitzende des Gütersloher Klimabeirats, sein Vertreter ist Alexander Kostka (links). Gewählt wurden beide in der ersten Sitzung des Beirats in der neuen Wahlperiode.
Kurt Gramlich (rechts) ist der neue Vorsitzende des Gütersloher Klimabeirats, sein Vertreter ist Alexander Kostka (links). Gewählt wurden beide in der ersten Sitzung des Beirats in der neuen Wahlperiode.

Innerhalb des Klimabeirats arbeiten neun Facharbeitsgruppen an folgenden Schwerpunkten:

  • Mobilität
  • Bauen + Sanieren
  • Erneuerbare Energien
  • Landwirtschaft + Ernährung + Konsum
  • Gewerbe / Industrie + Nachhaltigkeit
  • Digitalisierung + Nachhaltigkeit
  • Wasserrahmenrichtlinie + Gewässer
  • Kommunikation + Öffentlichkeitsarbeit
  • Neues Klimaschutzkonzept

Die 16 stimmberechtigten Mitglieder sowie ihre 16 Vertretenden sind im Januar 2021 vom Stadtrat für die aktuelle Kommunalwahlperiode ernannt worden. Dem Klimabeirat gehören ferner beratende, nicht stimmberechtigte Mitglieder an: 5 beratende Mitglieder aus Stadtverwaltung und Energieversorgung sowie 5 Vertretenden der Ratsfraktionen. Die Sitzungen sind öffentlich. Die Termine sind dem Ratsinformationssystem zu entnehmen.

Zu ihrem Vorsitzenden wählten die stimmberechtigten Mitglieder Kurt Gramlich, zu seinem Stellvertreter Alexander Kostka.

Neues vom Klimabeirat Gütersloh

Energiespartipps - Wenn 80 Mio. deutschlandweit bzw. 100.000 in Gütersloh mitmachen, dann haben wir viel erreicht!

Tipp 1
Ich prüfe ganz genau, wann und wo ich meine Räume beheizen muss. Wenn ich nicht zuhause bin, drehe ich die Thermostate zu. Räume, die ich nicht nutze, heize ich gar nicht und lasse die Tür geschlossen. Natürlich wird immer ausreichend gelüftet.

Tipp 2
Ich trockne meine Wäsche meistens auf der Leine oder dem Wäscheständer. Das dauert zwar länger als im Trockner, doch ich habe eigentlich genug zum Anziehen im Kleiderschrank. Da kann ich auch mal ein wenig warten, denn der Wäschetrockner verbraucht bei einem Trockengang gerne 2 kWh und das kostet heute schon mehr als 60 Cent.

Tipp 3
Ich messe die Menge für den Wasserkocher genau ab. Das hört sich vielleicht „uncool“ an, spart aber Strom und der Kaffee oder Tee ist sogar schneller fertig. Und wenn ich den Backofen nutze, dann für eine richtige Mahlzeit, für ein viertel Stück Pizza lohnt sich das Aufheizen gar nicht.

Tipp 4
Ich sorge dafür, dass die Heizkörper in der Wohnung frei zugänglich sind. Denn Gardinen oder Möbel vor Heizkörpern versperren die Wärmeabgabe und so kann mein Zimmer nicht optimal beheizt werden. Natürlich drehe ich das Thermostat zu, wenn ich lüfte, denn trockene kalte Luft lässt sich besser aufheizen als feuchte Luft. Die Zahlen auf meinem Wärmemengenzähler lese ich regelmäßig ab und schreibe mir die Verbrauchswerte auf.

Tipp 5
Ich lese regelmäßig meine Zähler ab und notiere die Zählerstände. So weiß ich immer, wo ich gerade stehe und bin vor Überraschungen auf der Rechnung sicher. Und wenn ich wirklich sparen will, kann ich natürlich sofort den Erfolg kontrollieren.

Tipp 6
Die richtige Lagerung von Lebensmitteln ist wichtig. Im Kühlschrank reichen schon 7 Grad Celsius aus (anstelle von 6 Grad Celsius). Im Gefrierschrank genügen auch -17 Grad Celsius (anstelle von -18 Grad Celsius). Jedes Grad Einsparung bringt mir etwa 5 % Energieersparnis, cool oder? Außerdem sorge ich dafür, dass die Dichtungen immer gut schließen, damit die Kälte nicht aus dem Kühlgerät entweichen kann.

Tipp 7
Ich wasche meine Hände nur mit kaltem Wasser und Seife und stelle das Wasser immer ab, wenn es nicht gebraucht wird. Damit spare ich dreifach: die Kosten für das Frischwasser, die Energie für das Erwärmen des Wassers und die Abwassergebühr.

Tipp 8
Ich drehe die Heizkurve an meiner Heizung nach unten. Und zwar schrittweise so oft, bis die Räume im Haus nicht mehr warm genug werden. Anschließend drehe ich die Heizkurve wieder ein Stück nach oben. Dann ist die Einstellung der Heizkurve perfekt, nicht zu hoch und nicht zu tief. Die Wärmeverluste der Heizung lassen sich so deutlich reduzieren.

Tipp 9
Ich wasche meine Wäsche nur, wenn es wirklich notwendig ist. Oftmals kann ich sie auch draußen gut auslüften. Und wenn ich wasche, dann prüfe ich genau, welche Temperatur gebraucht wird, und natürlich ist die Maschine ganz voll.

Tipp 10
Ich schaffe mir ein Balkonkraftwerk an. Damit kann ich meinen eigenen Strom produzieren und somit meine Stromrechnung verringern. 600 kWh sind da locker drin im Jahr.

Tipp 11
Ich koche immer gleich mehrere Portionen, die essen wir an mehreren Tagen. Wenn etwas eingefroren war, lasse ich es bei Zimmertemperatur auftauen und nutze dafür nicht die Mikrowelle. Am meisten spare ich natürlich, wenn ich zusammen mit meinen Nachbarn oder Freunden koche und esse, das macht dann auch viel mehr Spaß.

Tipp 12
Ich kontrolliere alle Leitungen im Keller, die Wärme führen. Wenn es dort Lücken bei der Wärmedämmung gibt, dämme ich diese Stellen nach. So geht keine Energie unnütz im Keller verloren, sondern kommt bei mir in der Wohnung an.

Tipp 13
Ich prüfe, ob die Warmwasserzirkulation meines Heizsystems richtig eingestellt ist. Die Pumpe muss nur laufen, wenn warmes Wasser gebraucht wird, nachts kann sie ausgestellt werden. Damit spare ich Strom für die Pumpe und es geht keine Wärme unnütz verloren, wenn das Warmwasser durch das Haus gepumpt wird.

Tipp 14
Ich überlege strategisch, wo ich am meisten Energie einsparen kann. Der richtige Weg ist der Hebel mit dem geringsten Aufwand und dem größten Nutzen. Beispielsweise installiere ich erst den Bewegungsmelder oder die Zeitschaltuhr und stelle dann meine Beleuchtung nach und nach auf LED um. Weil das Vorgehen in jedem Haus unterschiedlich sein kann, lasse ich mich von Fachleuten beraten.

Tipp 15
Ich spüle mein Geschirr immer in der Maschine, denn gegenüber der Handwäsche ist der Wasserverbrauch viel geringer und somit auch der Stromverbrauch. Pro Kopf verbrauchen wir in Deutschland im Jahr durchschnittlich 12 cbm warmes Wasser. Das sind fast 33 Liter am Tag, das ist schon richtig viel. Und solange das Wasser nicht aus einer thermischen Solaranlage kommt, lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Tipp 16
Ich durchforste meinen Haushalt nach Stromfressern. Der Kühlschrank, der im Sommer die Getränke kühlt, kann im Winter ausgeschaltet werden. Dann stelle ich die Getränke in die Garage oder in den Keller. Ob mein Stromverbrauch zu hoch ist, kann ich auf meiner Stromabrechnung kontrollieren, dort zeigt mir mein Versorgungsunternehmen einen Vergleich und eine Bewertung an.

Tipp 17
Ich harke und fege mein Laub lieber, als mit dem Laubbläser zu arbeiten. So spare ich Strom und belästige meine Nachbarschaft nicht mit großem Lärm. Außerdem halte ich mich mit der Bewegung fit, und wenn ich Leute aus der Nachbarschaft treffe, kann ich mich mit ihnen unterhalten.

Tipp 18
Ich suche in der Wohnung die stummen Verbraucher. Viele Geräte bleiben immer am Netz und verursachen Stand-by-Verluste. Hier lohnt es sich wirklich, die Stecker zu ziehen oder eine schaltbare Steckdosenleiste anzuschließen und einfach abzuschalten.

Tipp 19
Ich prüfe im Heizkeller, ob die Heizungspumpe noch eine alte Pumpe mit hohem Stromverbrauch ist. Falls das so ist, bitte ich meinen Vermieter, sie auszutauschen oder sie auf eine geringere Stufe zu schalten. Voraussetzung ist natürlich, dass noch genug Wärme überall ankommt.

Tipp 20
Um Heizenergie zu sparen, ziehe ich dicke Socken an oder nutze eine Heizdecke. Genauso wird es auch in den Elektroautos gemacht: beheizbarer Sitz und beheizbares Lenkrad erwärmen nur den Fahrer und nicht den kompletten Innenraum. So wird kostbarer Batteriestrom eingespart.

Die Mitglieder des Klimabeirats Gütersloh unterstützen die Aktion: Alexander Kostka, Anette Klee, Anne-Kathrin Warzecha, Andrea Kaimann, Bernd Schüre, Brigitte Topmöller, Gerhard Kattenstroth, Hans Schenk, Hans-Ulrich Birke, Jan Elliger, Julian Lambracht, Kurt Gramlich, Mark Fabisch, Margit Ostermann, Marlies Weihrauch, Markus Lakämper, Petra Schepsmeier, Stefan Schneidt, Thorsten Schröder.

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Klimabeirat-Workshop bei Husemann am 30.06.2022

Was heißt klimaneutral?
So lautete das Thema des Workshops, der in den Räumen der Firma Husemann am Donnerstag
30.6.2022 von 16 bis 19:30 Uhr stattfand.

Ergebnisse des Workshops des Klimabeirates zur Klimaneutralität in Gütersloh

Fritz Husemann, Geschäftsführer der Husemann GmbH & Co. KG begrüßte etwa 20 Interessierte zu einem Workshop in seinem Unternehmen in der Dieselstraße, darunter Personen von den Ratsfraktionen, der Stadtverwaltung, den Stadtwerken und vom Klimabeirat.

Kurt Gramlich als Vorsitzender des Klimabeirates Gütersloh führte in die Workshop-Thematik "Was heißt Klimaneutralität für Gütersloh?" ein und stellte die beteiligten Referenten und Referentinnen vor.

Zunächst beschrieb Helga Hendricks, Geschäftsführerin des Klimabeirates in Münster, wie sich die Stadt Münster den Weg zur Klimaneutralität bis 2030 vorstellt. Entscheidende Schlussfolgerung zu den bisherigen Handlungsprogrammen und Konzeptstudien war, dass es sich bisher eher um eine Ansammlung von Möglichkeiten handelt, jedoch nicht um eine richtungsweisende Strategie. Nach Auffassung des Klimabeirates Münster sind dringend erforderlich: eine klare Denition von Klimaneu-
tralität, nach vorne gerichtete Decarbonisierungsbilanzen neben rückwärtsgewandten CO2-Bilanzen (als Controlling-Instrument) und die Einrichtung eines übergeordneten Kreises von Experten und Expertinnen.

Mark Fabisch, Senior Director Umwelt der Bertelsmann SE & Co. KGaA, befasste sich in seinem Referat mit der Klimabilanzierung im Allgemeinen, mit verschiedenen Methoden der Klimabilanzierung und im Speziellen mit dem Greenhouse Gas Protocol (= GHG Protocol), dem meist genutzten Methodenstandard von Unternehmen für Klimabilanzen. Das GHG Protocol kommt beispielsweise bei Bertelsmann zum Einsatz und beinhaltet direkte und indirekte Treibhausgasemissionen. Es gibt auch ein GHG Protocol für Städte und Kommunen.

"Auf dem Weg zur ersten Klimabilanz" war dann das Thema von Hans Schenk, Mitarbeiter der Firma Fritz Husemann GmbH & Co. KG. Er zeigte auf, dass sich das Greenhouse Gas Protocol bei mittelständischen und auch kleineren Unternehmen relativ einfach umsetzen lässt, wobei der Erfahrungsaustausch untereinander sehr hilfreich ist.

Ein Referat von Hauke Schmülling und Ulrike Lenz, die als Wissensmanager bzw. im Team Klima-entscheide von German Zero tätig sind, rundete die Vortragsreihe ab. Thema ihres Referates war "Die Einflussbilanz eine neue Methodik für kommunale Klimabilanzierung". In den Fokus stellten sie die Vorteile der Einflussbilanz im Vergleich zur Methode BISKO (= Bilanzierungs-Systematik Kommunal), welche bisher in etwa 500 Kommunen zum Einsatz gekommen ist. Während BISKO die Treibhausgase dort bilanziert, wo Endenergie verbraucht wird, also die Reduktion des Endenergieverbrauchs zum Ziel hat, bilanziert die Einflussbilanz die Treibhausgase dort, wo Akteure direkt den Einfluss haben, sie zu ändern (Ziel: Reduktion der Treibhausgase). Schmülling und Lenz benannten als Vorteile der Einflussbilanz im Vergleich mit der Bilanz nach BISKO folgende wesentliche Aspekte: die Einflussbilanz ist akteurs-zentrierter, umfassender und vergleichbarer. Die Einflussbilanz umfasst alle Emissionen (z. B. auch die aus der Landwirtschaft), adressiert die diversen Akteure besser und die Stadt könnte zudem auch Vorbildkommune sein. Schmülling und Lenz empfehlen für Gütersloh ein Klimaschutzkonzept mit vergleichender Bilanzierung nach BISKO und Einflussbilanz, wobei die akteurszentrierten Maßnahmen im Klimaschutzkonzept aus der Einflussbilanz abgeleitet werden und ein Monitoring über mehrere Jahre die Erfolge in Gütersloh und die Unterschiede der Bilanzmethoden aufzeigen soll.

Zu den Wortbeiträgen aus dem Plenum gehörten u. a. der Hinweis auf mehr gesetzliche Regelungen im Klimaschutzbereich oder auch der Vorschlag, einen Zusammenschluss von kommunalen Klimabeiräten zu bilden, der vergleichbar mit dem Städte- und Gemeindebund mehr Wirkungsgrad erzielen könnte. Deutlich bemängelt wurde zudem die fehlende bzw. zögerliche Umsetzung von Vorschlägen und Beschlüssen durch Politik und Verwaltung. Als Beispiele wurden genannt die nicht umgesetzte PV-Pflicht bei Neubaugebieten, die sehr zögerliche Vorgehensweise bei der Klimarelevanzprüfung oder die Beschlussumsetzung hinsichtlich der Energieleitlinie 2.0.

Autor: Kurt Gramlich

Präsentation der Leitlinien zum Mansergh Quartier
Dienstag 31.05.2022, Bambi Kino, 19:00 - 21:30 Uhr


Mitglieder des Klimabeirates präsentierten die wesentlichen Punkte der Leitlinien zum Mansergh Quartier

„Nein, es soll natürlich nicht alles neu aufgerollt werden. Doch einige Anmerkungen zur Entwicklung eines vorbildlichen, insbesondere CO2-neutralen Quartiers sind gestattet“, sagte Kurt Gramlich als Vorsitzender des Klimabeirates zur Begrüßung. Etwa 50 Personen waren zu der Veranstaltung ins Bambikino gekommen, darunter auch Mitglieder aller Ratsfraktionen außer der SPD.

Ausgelöst durch die neue Krisensituation in Europa hat sich die Facharbeitsgruppe Mansergh des Klimabeirats mit der bisherigen Planung für das Quartier beschäftigt, kritische Punkte herausgearbeitet und jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

So wurde von Petra Peitz darauf hingewiesen, dass zu viele Gebäude abgerissen werden sollen. Denn die sogenannte „Graue Energie“, die ja bereits im vorhandenen Gebäudebestand enthalten ist, geht bei einem Gebäudeabriss verloren. Dieser Aspekt sollte ausreichend berücksichtigt werden.

„Ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Energieverknappungen und Preissteigerungen müssen Abriss und Neubau neu gedacht werden“, sagte Architektin Brigitte Topmöller. Und sie ergänzte: „Gerade der Baubereich verbraucht einerseits viel Energie zur Herstellung der Baustoffe und liefert andererseits viel Abfall, der nur unzureichend recycelt wird“. Die Anregung, den Gebäudebestand noch einmal genau zu prüfen, wurde aufgenommen und von der Verwaltung bestätigt.

Eine hitzige Diskussion entbrannte beim Thema Mobilität. Während die Facharbeitsgruppe ein weitestgehend autofreies Quartier bevorzugt, sehen andere den Individualverkehr als notwendig an und fordern eine ausreichende Zahl an Stellplätzen.

"Wohnviertel, wo jeder mit dem Auto vor der Tür wohnt und die Kinder nicht sorglos auf der Straße spielen können, gibt es schon genug in Gütersloh. Wer etwas anderes möchte, kann sich dann ja für das neue Quartier entscheiden", so Mark Fabisch. Vielleicht fährt auch am Ende eine Straßenbahn bis ins ehemalige Kasernenviertel, kann sich Bernd Schüre vorstellen.

Hinsichtlich des wertvollen Baumbestandes gab Markus Lakämper zu bedenken, dass durch das Fällen von fast 500 Bäumen das Viertel seinen Charakter verliert. Er befürchtet auch, dass durch die Baumaßnahmen und Grundwasserabsenkungen weitere Bäume absterben könnten. Auch das kleine Wäldchen am Eingang des Quartiers sollte nach den bisherigen Planungen weichen, jetzt wird von der Stadtverwaltung ein anderer Standort für das Innovationszentrum vorgeschlagen. Dieser Hinweis von Albrecht Pförtner von der concept GT (Tochterunternehmen der Stadt Gütersloh) wurde vom Publikum positiv aufgenommen.

Wie schwierig Verhandlungen mit der BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) sind, konnte Albrecht Pförtner ebenfalls berichten. Viele Themen wurden bereits ausführlich bearbeitet und bedacht, daher regten er und auch Frau Goldau vom Stadtplanungsamt an, nicht den Prozess in Frage zu stellen, sondern jetzt zügig weiter zu planen.

Dass das neue Quartier ein Aushängeschild für Gütersloh werden muss, darin sind sich alle einig. Allerdings muss es auch zukunftsfähig sein und somit möglichst klimagerecht und CO2-neutral. Hier sieht der Klimabeirat seine Aufgabe, solche Themen immer anzusprechen und dann manchmal auch unbequem nachzufragen.

Kurt Gramlich schlug vor, die positiven Beispiele aus Freiburg zu übernehmen. Dort wurde eine ehemalige Kaserne der Franzosen durch viel Kreativität zu einem autoarmen Quartier entwickelt. 470 Haushalte haben freiwillig erklärt, kein Auto anzuschaffen, so konnten 470 Stellplätze vermieden werden.

Autor: Kurt Gramlich

Klimabeirat 2.0 – Ergebnisse aus dem ersten Jahr
Seit 2021 gibt es in der Stadt Gütersloh einen neuen Klimabeirat. Neu ist dabei nicht nur die Besetzung, sondern auch die wesentlich unabhängigere Arbeitsweise, deren Grundlage eine überarbeitete Satzung ist. Der Klimabeirat tagt unter dem Vorsitz von Kurt Gramlich 4 x im Jahr in öffentlichen Sitzungen, die mittlerweile auch gestreamt werden. Zwischendurch arbeiten folgende Facharbeitsgruppen in weiteren Treffen an selbst definierten Schwerpunkten: Mobilität, Bauen und Sanieren, Erneuerbare Energien, Landwirtschaft/Ernährung/Konsum, Gewerbe/Industrie und Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, Wasserrahmenrichtlinie und Gewässer, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, neues Klimaschutzkonzept, Mansergh-Quartier. Ziel ist eine klimagerechte Stadtentwicklung. Hierzu hat der Klimabeirat ein Vorschlagsrecht beim Stadtrat und dessen Fachausschüssen.

Über den Link „Wiki Klimabeirat 2021“ gelangt man zum Wiki des Forums Erneuerbare Energien Ostwestfalen Lippe. Hier werden Protokolle der Arbeitsgruppensitzungen sowie weitere gesammelte Ideen rund um das Thema Klimaschutz veröffentlicht.

Gleich zu Beginn war der neue Regionalplan Thema. Im städtischen Ausschuss für Planen, Bauen und Immobilien wurde darauf hingewiesen, dass für die Entwicklung der Stadt 10 x mehr Bauflächen eingeplant sind als der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie entsprechen. Hierbei wurden nach Einschätzung des Klimabeirats auch Flächen überplant, die Frischluftkorridore darstellen, die mit Blick auf den Klimawandel wichtig zur Abkühlung sind. Deshalb wurden ein Antrag und eine Stellungnahme zur Anpassung des Regionalplans an den Klimawandel erstellt und die Streichung dieser Flächen gefordert.

Ferner beteiligt sich die Stadt Gütersloh nun auf Vorschlag des Klimabeirats am Wattbewerb. Hier wetteifern die teilnehmenden Kommunen darum, wer es zuerst schafft, seine PV-Anlagen-Kapazität zu verdoppeln. Unter den Großstädten konnte Gütersloh bereits einen „Quartals-Award“ gewinnen.
Richtlinie für den Bau und Betrieb städtischer Gebäude stellt die Energieleitlinie dar. Diese wurde von der Gruppe „Bauen und Sanieren“ überarbeitet. Aktuell wird diese Energieleitlinie 2.0 im Baudezernat geprüft, bevor über sie politisch entschieden wird. Ein wesentlicher Änderungswunsch ist die Forderung nach dem Einsatz von Erneuerbaren Energien statt fossiler Energien zur Beheizung städtischer Gebäude. Darüber soll es eine PV-Pflicht für städtische Gebäude geben und Aspekte zur Klimafolgenanpassung sollen stärker berücksichtigt werden.

Die Prüfung von Ratsbeschlüssen auf ihre Klimarelevanz wurde ausgiebig und kontrovers diskutiert.. In Rietberg gibt es solche Prüfungen bereits. Deshalb lud der Klimabeirat Frau Schröder, Klimamanagerin der Stadt Rietberg, ein, um über die dortigen Erfahrungen zu berichten. In Rietberg wird ein einfaches qualitatives Verfahren umgesetzt (Bewertung, ob ein Beschluss positive, negative oder neutrale Auswirkungen auf das Klima hat mit Erläuterungen und ggfs. Vorschlägen zur Optimierung durch die Fachabteilungen). Auf diese Weise konnte das Klimabewusstsein in Politik und Verwaltung stetig verbessert werden. Ab dem 01.01.2022 sollen nun auch in Gütersloh alle Ratsbeschlüsse auf diese Weise geprüft werden. Dazu wird ein Beschluss des Stadtrates erforderlich. Später soll auf ein quantitatives Verfahren umgestellt werden.

Im Rahmen der Klimawoche lud der Klimabeirat zu einem Vortrag von Prof. Dr. Austmann ein, der den Besuchern auf charmante, aber eindringliche Art und Weise erklärte, dass es unsere Ressourcenverschwendung ist, die unseren Planeten zerstört (wir verbrauchen aktuell die Ressourcen von 3 Planeten). Deshalb sei es erforderlich, dass wir unseren Lebensstil gründlich überdenken und ändern.

Auch von den „Fridays“ werden wir immer wieder auf die Füße getreten, alles in unserer Macht Stehende zu tun, damit das 1,5 °C-Ziel und damit eine erträgliche Zukunft für die nächste Generation noch erreicht wird. Dementsprechend soll nun ein neues Klimaschutzkonzept erstellt und die neuen Ziele unter Beteiligung des Klimabeirates definiert werden.

Mitglieder

Fraktion

Name

Funktion

Grüner Hahn (ev. Kirchengemeinde Gütersloh) (1)

Elliger, Jan-Gerald

Mitglied

Kreishandwerkerschaft Gütersloh (1)

Kostka, Alexander

Mitglied

Landwirtschaftlicher Ortsverband (1)

Kattenstroth, Gerhard

Mitglied

Bürgerinitiative Energiewende (1)

Gramlich, Kurt

Vorsitzender

BUND (1)

Birke, Hans-Ulrich

Mitglied

Fachhochschule Bielefeld (1)

Prof. Dr. Kaimann, Andrea

Mitglied

Fraktionslos (1)

Schneidt, Stefan

Mitglied

Gemeinnütziger Bauverein (1)

Höfel, Jörg

Mitglied

GNU (1)

Peitz, Petra

Mitglied

Henrich Schröder GmbH (1)

Schröder, Thorsten

Mitglied

IG Metall Gütersloh (1)

Große-Freese, Hans-Heinrich

Mitglied

KlimaTisch Gütersloh (1)

Dipl. Ing. Topmöller, Brigitte

Mitglied

Miele & Cie.KG (1)

Wendker, Christoph

Mitglied

Sonnenwende Bürger-Energie-Region Gütersloh e.G. (1)

Rieping, Stephan

Mitglied

Verbraucherzentrale NRW Beratungsstelle Gütersloh (1)

Lambracht, Julian

Mitglied

Verkehrsclub Deutschland Kreisverband OWL e.V. (1)

Ostermann, Margret

Mitglied

Beratende Mitglieder

Fraktion

Name

Funktion

BfGT-Fraktion (1)

Sperling, Klaus

beratendes Mitglied

CDU-Fraktion (1)

Birkenhake, Hermann

beratendes Mitglied

FDP-Fraktion (1)

Becker, Bernd

beratendes Mitglied

GRÜNE-Fraktion (1)

Dr. Noack, Martin

beratendes Mitglied

SPD-Fraktion (1)

Dr. Goecke, Martin

beratendes Mitglied

Fraktionslos (5)

Hentschel, Helmut

beratendes Mitglied

 

Lang, Christine

beratendes Mitglied

 

Libuda, Ralf

beratendes Mitglied

 

Linzel, Inga

beratendes Mitglied

 

Wolters, Sonja

beratendes Mitglied

Stellvertretende Mitglieder

Fraktion

Name

Funktion

Bertelsmann SE & Co.KGaA (1)

Fabisch, Mark

stellv. Mitglied

Bertelsmann SE Arvato Systems (1)

Entrup, Hartmut

stellv. Mitglied

Evangelische Kirche (1)

Dr. Waesch, Gunnar

stellv. Mitglied

Kreishandwerkerschaft Gütersloh (1)

Stevens, Andreas

stellv. Mitglied

Biolandhof Westerbarkey (1)

Westerbarkey, Martin

stellv. Mitglied

Bürgerinitiative Energiewende (1)

Dierkes, Michaela

stellv. Mitglied

BUND (1)

Lakämper, Markus

stellv. Mitglied

Fachhochschule Bielefeld (1)

Prof. Dr. Knüppel, Konja Manuel

stellv. Mitglied

fairleben e.V. (1)

Weihrauch, Marlies

stellv. Mitglied

Fraktionslos (2)

Schenk, Hans

stellv. Mitglied


Schepsmeier, Petra

stellv. Mitglied

fridays for future (1)

Opfer, Emma

stellv. Mitglied

KlimaTisch Gütersloh (1)

Schüre, Bernd

stellv. Mitglied

parents for future (1)

Klee, Anette

stellv. Mitglied

SKW Haus Grund Immobilien GmbH (1)

Diplom-Kauffrau Bille, Simone

stellv. Mitglied

Universität Bielefeld (1)

Dr. Warzecha, Anne-Kathrin

stellv. Mitglied


Weiterführende Informationen