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Mansergh Quartier

Aufbauend auf dem Wettbewerbsergebnis zur Entwicklung der Mansergh Barracks zu einem urbanen durchmischten Stadtquartier wurde der Entwurf durch die beiden Wettbewerbssieger Studio Wessendorf, Berlin und Studio RW, Berlin in Zusammenarbeit mit dem Büro für Stadt- und Verkehrsplanung BSV, Aachen und der Stadt Gütersloh weiter konkretisiert. Dieser Zwischenstand wurde als Vorentwurf des Rahmenplans am 03.09.2021 durch den Rat der Stadt Gütersloh einstimmig beschlossen.

Lageplan Mansergh Quartier

Rund 150 Bürger und Bürgerinnen auf dem Gelände, rund 20 000 „Views“ allein auf Facebook: Das Interesse am zukünftigen Stadtquartier auf dem Gelände der ehemaligen Mansergh Barracks an der Verler Straße ist groß. Die Resonanz auf das Angebot der Stadt, den aktuellen Planungsstand vor Ort zu erläutern und dabei auch weitere Anregungen, Meinungen und Ideen einzusammeln zeigt, dass die Menschen in Gütersloh die Besonderheit dieses zukünftigen Stadtquartiers erkannt haben und seine Bedeutung einzuordnen wissen.

Innovativ soll es sein, das Mansergh Quartier, für das der Rat kürzlich den Rahmenplan (Vorentwurf) beschlossen hat. Er beschreibt die Leitplanken und die Grundlinien für den neuen Stadtteil - beim Ortstermin Anfang Oktober in vier Kategorien dargestellt: Grünes Quartier (Nachhaltigkeit, Umweltschutz), lebendiges Quartier (Städtebau), vernetztes Quartier (Mobilität, Smart City) und Ökologisches Quartier (Freiraum und Landschaft).

Zu allem gaben nicht nur Planungsexperten und –expertinnen Auskunft und Erläuterungen, auch Bürgergruppen wie der ADFC, der Bürgerverein Sundern und Institutionen wie die Fachhochschule Bielefeld standen für Gespräche bereit – ein Angebot, das ankam und lebhaft wahrgenommen wurde. Die Bandbreite der Anregungen war so breit gefächert wie die Interessen der Teilnehmenden. Nachbarn des Geländes sorgen sich um verstärkten Zufahrtverkehr, andere nehmen Bezug darauf, dass bei der Schaffung von bis zu 1000 Wohnungen auch die Vielfalt der Bewohner schon frühzeitig berücksichtigt werden müsse. Konkrete Anregung: aktive Kontaktaufnahme mit Institutionen und Investoren, die besondere Wohnformen – etwa Mehr-Generationen-Modelle – berücksichtigen.

Genügend Freiräume, Erhalt von Baumbestand und Neupflanzung, Erhalt von Gebäuden und deren Nutzung, Mobilität und Anbindung an die unmittelbare Innenstadt – all das wird auch in den weiteren Planungsschritten Gegenstand aufmerksamer Begleitung durch die Öffentlichkeit bleiben. Auf den Punkt brachte es ein Teilnehmer der Rundgänge: „Es geht nicht nur ums Bauen, sondern auch ums Beleben.“

Die Planer und Planerinnen der Stadt unter der Federführung von Inga Linzel haben die Anregungen und Ideen, die an diesem Tag entstanden sind, aufgenommen. „Bürgerbeteiligung bedeutet, dass Planungen nicht in Stein gemeißelt sind,“ erklärte Bürgermeister Norbert Morkes zum Abschluss, der ebenfalls an den Rundgängen teilgenommen hatte. In diesem Sinne würden alle Anregungen auf ihre Verwirklichung hin überprüft werden.

Die Teilnehmerzahl zu der Veranstaltung auf dem Gelände, das nach wie vor im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist, war an diesem Tag begrenzt und mit einer Anmeldung verbunden. Doch auch wer an diesem Tag nicht dabei sein konnte, hat bis zum 27. Oktober noch Gelegenheit, seine Ideen und Anregungen im Rahmen der sogenannten „vorgezogenen frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ einzubringen.

Öffentlichkeitsbeteiligung vom 27.09.2021 – 27.10.2021

Weitere Informationen zur Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange und sonstiger Behörden vom 27.09.2021 bis einschließlich 27.10.2021 finden auf dieser Seite. Dort haben Sie ab dem 27.09.2021 auch die Möglichkeit, Stellungnahmen zum Vorentwurf des Rahmenplans abzugeben.

Filmdokumentation Werkstattwoche 2019

Aktueller Stand

Der vom Preisgericht zum Sieger gekürte Entwurf des Teams Studio Wessendorf/ Studio RW dient als Grundlage für die weiteren Planungssschritte.

Derzeit überarbeiten und optimieren die beiden Siegerbüros den Wettbewerbsentwurf im Zuge der städtebaulichen und freiraumplanerischen Rahmenplanung. Der Rahmenplan dient unter anderem als Grundlage für die Wertermittlung im Rahmen der Ankaufsverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

Bisherige Planungsschritte

Die Stadt Gütersloh beabsichtigt die Mansergh Barracks nach Abzug der Britischen Streitkräfte für eine zivile Nachnutzung vorzubereiten. Dazu hat die Stadt ein integriertes, städtebauliches Entwicklungskonzept "Mansergh Quartier" (ISEK) erstellt, welches im Dezember 2018 durch den Rat der Stadt Gütersloh verabschiedet wurde.

Im ISEK werden verschiedene Handlungsfelder und Maßnahmen aufgezeigt, die zur Umsetzung des Leitbildes "Das neue Mansergh Quartier: Innovatives urbanes Wohnen und Arbeiten mit attraktiven Nachbarschaften" erforderlich sind.

Vom 24.11.2019 - 29.11.2019 wurde ein städtebaulicher und freiraumplanerischer Wettbewerb durchgeführt. Durch diesen sollten die Zielvorstellungen aus dem ISEK zum ersten Mal in konkrete städtebauliche Entwürfe einfließen und die künftige bauliche und nutzungstechnische Gestalt des "Mansergh Quartiers" aufgezeigt werden. An der Werkstattwoche im Offizierskasino nahmen 4 im Vorfeld ausgewählte Planerteams bestehend aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten teil. Am Ende der Woche vergab das Preisgericht zwei 1. Preisträger sowie zwei Anerkennungen an die Teilnehmer.

Am 12.03.2020 fand das abschließende Forum 4 der Entwurfswerkstatt zur Zukunft des Mansergh Quartiers im Ratssaal der Stadt Gütersloh statt.

Die beiden ersten Preisträger aus der Werkstattwoche aus November 2019, die Teams Coido/ Döll/ Karresenbrands und Studio Wessendorf/ Studio RW, stellten ihre abschließenden Entwürfe vor, die sie in einer 4-wöchigen Überarbeitungsphase aufgrund der Hinweise der Öffentlichkeit und des Preisgerichts aus dem bisherigen Verfahren grundlegend überprüft haben.

Das Preisgericht kürte schließlich nach intensiven Diskussionen den Entwurf von Studio Wessendorf/ Studio RW zum Sieger. Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind unter Downloads einsehbar.

Nachnutzungen

Auf dem Gelände der Mansergh Barracks soll ein gemischt genutztes Quartier entstehen.

Vorgesehen sind innovative urbane Wohnformen, kleinteilige Flächen für nicht störendes Gewerbe, ein repräsentativer Bildungscampus, eine bedarfsgerechte soziale Infrastruktur und Nahversorgung sowie vernetzte Grün- und Freiflächen. Die benachbarte Dalke kann zu einem attraktiven Landschafts- und Erholungsraum weiterentwickelt werden.

Die ehemalige Kaserne kann durch die Weiternutzung der vorhandenen verkehrlichen und technischen Infrastruktur sowie den Erhalt identitätsstiftender Gebäude auch zukünftig ablesbar sein.

Standort

Das Kasernengelände lässt sich in mehrere Bereiche einteilen.

Den größten Anteil haben die blockartigen Kasernenbauten (Wohngebäude, Lager, Werkstätten etc.). Der östliche Kasernenblock beherbergt schulische Einrichtungen (Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schule, Internat).

Im nördlichen Bereich befinden sich ebenso wie im östlichen Sportanlagen und -plätze.

Im Westen ist der Standort an die Verler Straße angebunden.

Im Norden und Nordosten fließt die Dalke. Im Nordosten, Osten und Südosten schließen sich Flächen für die Landwirtschaft an. Im Süden grenzen Wohngebiete an den Straßen Osthusweg, Immengarten und Hüssengarten an das Kasernengelände.

Historie

1935 wurde an der Stelle des damaligen Stadtwaldes zeitgleich mit der Entstehung des Flugplatzes eine Nachrichtenkaserne der Luftwaffe an der Verler Straße errichtet.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kaserne von den die Britischen Streitkräfte unter dem Namen "Mansergh Barracks" genutzt. Bis zum Jahr 2019 waren hier verschiedene Einheiten der Royal Air Force sowie schwerpunktmäßig der Royal Artillery stationiert.

Im Oktober 2019 gaben die Britischen Streitkräfte die militärische Nutzung der Kaserne auf und das Gelände wurde an die Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), zurückgeben.

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