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Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

Das Verbreitungsgebiet der Rauchschwalbe erstreckt sich über ganz Europa, Nordwestafrika sowie die gemäßigten Gebiete Asiens und Nordamerikas.

Rauchschwalbe
Rauchschwalbe (adult), Foto: Andreas Schäfferling

Die Rauchschwalbe ist eng mit der bäuerlichen Kulturlandschaft verbunden. Als sogenannter „Kulturfolger“ baut sie ihr Nest in Viehställen, Scheunen oder Hofgebäuden landwirtschaftlicher Betriebe (im Gegensatz zu ihrer Schwesterart Mehlschwalbe, die ihre Nester außen unter Dachkanten baut). Zunehmende Bedeutung erlangen Pferdeställe, während die modernen Offenställe für Kühe kaum noch besiedelt werden; vermutlich ist es den Vögeln dort zu kalt und windig. Nur ausnahmsweise brütet die Rauchschwalbe an anderen Bauwerken wie Toreinfahrten oder Brücken. In Gewässernähe werden auch größere Hallen von Industrie und Gewerbe als Brutplätze aufgesucht, sofern diese temperiert und zugluftfrei sind.
Die Langstreckenzieher sind nur von April bis September in Deutschland anzutreffen. Die europäischen Rauchschwalben überwintern in Mittel- und Südafrika. Sie kehren im April etwa zwei bis drei Wochen vor den Mehlschwalben zurück und werden alljährlich von vielen Menschen als Glücksbringer und Frühlingsboten sehnsüchtig erwartet. Manche Landwirte führen genau Buch über ihre Erstankunft in den verschiedenen Jahren.
Der Brutzeitraum liegt in den Monaten April bis September. Meist kommt es zu zwei Jahresbruten. Ein Gelege enthält vier bis fünf Eier, die ca. 15 Tage bebrütet werden. Die Jungen sind nach rund drei Wochen flügge und kehren anfangs noch zum Übernachten ins Nest zurück.
Die Rauchschwalbe war 1979 Vogel des Jahres in Deutschland und 2004 Vogel des Jahres in der Schweiz.

Nahrung
Rauchschwalben jagen Fluginsekten aller Art, vor allem Fliegen und Mücken. Dabei richten sie sich nach dem lokalen Angebot und suchen die Regionen in der Luft aus, die dem Wetter entsprechend das günstigste Angebot bieten. Wenn sie mit Mehlschwalben zusammen jagen, dann im Luftraum unter diesen. Den größten Teil Ihrer Beute erjagen sie in einer Flughöhe von sieben bis acht Metern.

Rauchschwalbe Fütterung
Fütterung, Urheber: Adobe Stock

Bestände und Bedrohung
Nach der Roten Liste des Landes Nordrhein-Westfalen (2011) gilt die Rauchschwalbe in ihrem Bestand als gefährdet. Gefährdungen bestehen vor allem durch den Verlust von Brutmöglichkeiten infolge baulicher Veränderungen wie das Verschließen von Einflugnischen bei Scheunen und Stallgebäuden, durch Aufgabe der Großviehhaltung („Höfesterben“) und zum Teil auch durch mutwillige Zerstörung der Nester, z.B. in Deelen. Auch steht den Vögeln als Folge von Flächenversiegelungen weniger lehmiges Material für den Nestbau zur Verfügung.
Hinzu kommt ein Mangel an Nahrung durch die intensive Anwendung sog. Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft und den gleichzeitigen Verlust von Freiflächen durch Bebauung.
Während es um 1980 noch rund 500.000 Brutpaare in NRW gab, wurden in den Jahren 2005 bis 2009 nur noch 47.000 bis 90.000 Brutpaare erfasst. Seit 2002 hat sich der Bestand auf niedrigem Niveau stabilisiert.
Im Kreis Gütersloh kommt die Rauchschwalbe noch flächendeckend vor. Der Bestand in Gütersloh liegt bei maximal 800 Brutpaaren (Datenerhebung 2012). In den ländlichen Regionen ist sie zwar noch verbreitet, doch nimmt ihre Zahl merklich ab.

Schutzmaßnahmen
Dem allgemeinen Trend zur Intensivierung zum Trotz sollte versucht werden, die Brutmöglichkeiten an den Hofstellen zu erhalten. Dafür müssen bei Modernisierungen die Einflugmöglichkeiten in die Scheunen und Ställe erhalten bzw. wieder geöffnet werden. Nach der Aufgabe der traditionellen Viehhaltung werden oft noch Pferde auf den Höfen gehalten. Auch Pferdeställe werden von Rauchschwalben besiedelt. In den Ställen können kleine Bretter als Unterlage für das Nest befestigt werden. Offene Misthaufen bieten auch bei schlechten Witterungslagen noch Insektennahrung für die Rauchschwalben. Es sollten nicht alle Wege und Hofplätze vollständig befestigt werden, damit noch Pfützen und Schlammflächen vorhanden sind. Will man Arten wie die Rauchschwalbe dauerhaft in unserer Region erhalten, so ist es unabdingbar, auch einen entsprechenden Anteil an extensiv genutzter, reich strukturierter Kulturlandschaft mit Grünland- und Viehwirtschaft zu bewahren.“ (Artenschutzhandbuch Biologische Station)

Sonstiges
Die Rauchschwalbe war 1979 Vogel des Jahres.

Quellen:

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