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Schwarzspecht (Dryocopus martius)

Der krähengroße Schwarzspecht ist die mit Abstand größte Spechtart unserer Wälder. Vom durchweg schwarzen Gefieder setzen sich der rote Kopfschmuck und der helle Schnabel ab.

Schwarzspecht, Foto: Dr. Rudolf Lammers
Schwarzspecht, Foto: Dr. Rudolf Lammers

Sein Verbreitungsgebiet reicht über weite Teile Europas und über einen breiten Gürtel durch Russland bis an die Pazifikküste. In Europa fehlt er lediglich auf den britischen Inseln und auf Island. In Spanien und Italien gibt es nur einzelne kleinere Verbreitungsinseln.
Schwarzspechte sind von Altwaldbeständen abhängig, ansonsten aber hinsichtlich ihres Lebensraumes recht anpassungsfähig. Buchen ab einem Baumalter von etwa 120 Jahren sind bevorzugte Höhlenbäume. Aber auch Waldkiefern, Eschen, Eichen, Birken, Pappeln und weitere Baumarten werden zum Höhlenbau genutzt. Voraussetzung für eine Ansiedlung ist weiterhin das Vorhandensein eines gewissen Nadelholzanteils sowie ein ausreichendes Nahrungsangebot. Gelegentlich kann es auch zu einem Brutvorkommen in großen Parkanlagen kommen. Adulte Schwarzspechte beider Geschlechter sind in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet weitgehend ortstreu und versuchen auch in schneereichen Wintern im Brutgebiet auszuharren. Erst starke Nahrungsengpässe veranlassen sie zu meist nur kleinräumigen Wanderungen.
Die Hauptbrutzeit der mitteleuropäischen Schwarzspechte liegt im April. Durch Störungen am Nistplatz kann sich diese jedoch bis Anfang Juni verzögern. Ein Gelege besteht aus zwei bis sechs Eiern, die im Abstand von einem bis zwei Tagen gelegt werden. Die Brutdauer beträgt durchschnittlich 13 Tage, nach 25 bis 31 Tagen sind die Jungtiere flügge. In der Regel erfolgt nur eine Jahresbrut. Bei Gelege- oder Nistplatzverlust kann es bis zu zwei (meist kleineren) Nachgelegen kommen. Nach dem Ausfliegen teilt sich der Familienverband meist in zwei Gruppen, die je von einem Elternteil betreut werden. Die Dauer der Führungszeit ist sehr unterschiedlich, beträgt aber mindestens vier bis fünf Wochen. Am Ende des ersten Lebensjahres sind die Tiere geschlechtsreif.

Nahrung
Schwarzspechte und ihre Nestlinge ernähren sich überwiegend von Ameisen. Abhängig von der Jahreszeit können Ameisen und deren Brut über 90% der Gesamtnahrung ausmachen. Daneben stellen holzbewohnende Käfer und deren Entwicklungsstadien einen wichtigen Nahrungsbestandteil dar. Nur selten werden Schmetterlinge, Spinnen und kleine Schnecken gefressen und nur in Ausnahmefällen auch Molche sowie Nestlinge und Eier anderer Höhlenbrüter.

Bestände und Bedrohung
Die Bestände des Schwarzspechtes werden in Deutschland auf etwa 34.000 Brutpaare geschätzt. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts fehlte die Art in weiten Teilen von NRW. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert setzte dann eine markante Ausweitung der Schwarzspechtareale ein. Für den Zeitraum 2005 bis 2009 wird der Landesbestand mit 1.900 bis 2.700 Revieren angegeben. Auf Grund des langfristig stabilen bis leicht positiven Bestandstrends gilt die Art nach der Roten Liste für NRW (2011) derzeit landesweit als nicht gefährdet. Allerdings ist eine weitere Bestandszunahme eher unwahrscheinlich angesichts der gebietsweise bereits flächendeckend vorhandenen Besiedlung und der großen Reviere (mind. 400 ha und Höhlenabstand mind. 900 m).
Obwohl nur aus Teilbereichen Daten vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass alle größeren Waldgebiete im Kreis Gütersloh vom Schwarzspecht besiedelt sind. Auf dem Gebiet der Stadt Gütersloh sind Vorkommen in Ebbesloh bekannt, wobei die genauen Brutplätze wegen der Größe der Reviere schwer zu ermitteln sind. Der Brutvogelatlas NRW zeigt eine Größenordnung von 10 bis 20 Brutpaare für Gütersloh.
Der insgesamt erfreuliche Zustand ist wohl vor allem auf das Älterwerden unserer Wälder sowie auf günstige Nahrungsquellen in Waldschadensbereichen (Wind- und Schneebruchflächen) sowie vereinzelt auch auf die Erhaltung von Höhlenbäumen zurückzuführen.

Schutzmaßnahmen
„Höhlenbäume des Schwarzspechtes sollten dauerhaft erhalten werden. Das Vorhandensein zahlreicher Höhlen ist nicht nur für den Schwarzspecht sondern auch für andere Tierarten, die als Folgenutzer diese Quartiere annehmen (Hohltaube, Dohle, Fledermäuse, Siebenschläfer), von großer Bedeutung. Wichtig ist der Erhalt von Altholz-Beständen als Brutbereich des Schwarzspechtes. Totholz als wichtige Nahrungsressource (Insekten) sollte verstärkt in den Wäldern verbleiben und nicht radikal entfernt werden. In bekannten Brutbereichen können Störungen verhindert werden, indem keine neuen Wirtschaftswege durch Altholzbereiche gelegt und Trampelpfade gesperrt werden.“ (Artenschutzhandbuch Kreis Gütersloh)
Von großer Bedeutung und schutzwürdig sind vor allem sogenannte „Höhlenzentren“, die im Laufe von Jahren und Jahrzehnten auf engem Raum durch immer wieder neu angelegte Bruthöhlen entstehen. Solche Häufungen von Höhlenangeboten sind besonders für Fledermäuse interessant, die ihre Quartiere regelmäßig wechseln, aber auch für Koloniebrüter wie die Dohle.

Sonstiges
Der Schwarzspecht war 1981 Vogel des Jahres.

Quellen:

Kontakt und Informationen

Frau Sonja Wolters
Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

Rathaus Haus III1. ObergeschossRaumnummer161
Tel+49 5241 / 82-2086
Fax+49 5241 / 82-3392
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