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Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)

Die Wasserfledermaus ist in großen Teilen Europas und Asiens verbreitet. In den seenreichen Regionen Deutschlands ist sie teilweise mit hohen Populationsdichten vertreten.

Typische Merkmale der Wasserfledermaus sind die helle (silbergraue) Unterseite und die relativ großen Füße. Auffällig ist ebenfalls das wenig behaarte rotbraune Gesicht. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 27 Zentimeter (etwa wie ein Buchfink) zählt sie zu den kleineren bis mittelgroßen heimischen Arten.

Lebensweise und Lebensraum
Wie der Name schon besagt, liegt das bevorzugte Jagdgebiet über Gewässern. Oft sind es mehrere Tiere gleichzeitig, die in geringer Höhe über der Wasseroberfläche vorwiegend nach Zuckmücken und Köcherfliegen, aber auch anderen Wasserinsekten jagen. Insbesondere an größeren Gewässern (Seen, Parkteiche) kann man sie bei dieser typischen Jagdweise im Lichtschein beobachten. Mit ihrer Schwanzflughaut können sie außerdem auch im Wasser treibende Insekten einfangen.

Während sich die Tiere tagsüber meist in Baumhöhlen in Wäldern, aber auch in Fledermauskästen oder Dehnungsfugen von Brücken verstecken, werden diese Sommerquartiere in der späten Dämmerung zur Jagd verlassen. Dabei fliegen sie immer auf denselben „Fluglinien“ von ihren Verstecken ins Jagdgebiet. Die Distanz zwischen Quartier und Jagdgebiet kann durchaus bis zu 8 Kilometer betragen.

Zum Überwintern sammeln sich die Tiere in großen Verbänden, um in frostsicheren Höhlen und Felsspalten ihren Winterschlaf abzuhalten. Dort hängen sie meist einzeln und gut versteckt in Spalten. Wenn jedoch die Temperatur dauerhaft unter 3 Grad fällt, wechseln sie in ein wärmeres Quartier.

Die Paarung erfolgt im Winter. Wenn die Weibchen wach sind, werden sie begattet. Nach dem Paarungsakt suchen sich beide Tiere wieder einen Schlafplatz und setzen den Winterschlaf fort. Die Weibchen werden nicht sofort befruchtet, sondern erst gegen Ende des Winters, wenn wieder Nahrung und damit ausreichend Energie für die Schwangerschaft zur Verfügung steht. Der Nachwuchs (meist nur ein Tier) kommt etwa in der zweiten Junihälfte zur Welt.

Wasserfledermaus, Foto: Holger Meinig
Wasserfledermaus, Foto: Holger Meinig

Bestände und Gefährdung
In NRW kann die Wasserfledermaus vom Frühjahr bis zum Herbst in zum Teil großer Anzahl beobachtet werden. Nachweise über Wochenstuben (Unterkunft mehrerer Weibchen für die Geburt und das Säugen der Jungen) liegen jedoch nur vereinzelt vor. Da die Bestände in den Winterquartieren stagnieren oder leicht zurück gehen, wird die Art hier angesichts der nicht eindeutigen Bestandsentwicklung in die Gefährdungsklasse G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes) eingestuft.

Im Kreis Gütersloh ist die Wasserfledermaus an nahezu allen größeren Stillgewässern mit offenen Wasserflächen, aber durchaus auch an langsam fließenden Bächen und Flüssen, Kanälen und Gräften anzutreffen. Nachweise über Wochenstuben im Kreisgebiet liegen jedoch nicht vor.

Gefährdungen bestehen vor allem durch Zerstörung der Winterquartiere sowie durch den Verlust von Alt- und Totholzbeständen in Gewässernähe. Eine weitere Gefährdungsquelle ist der Verlust oder die Entwertung von Nahrungsgründen durch bauliche Maßnahmen oder land- und forstwirtschaftliche Nutzungen bis unmittelbar in den Uferbereich. Schließlich kommt es immer wieder zu Verlusten durch Kollisionen mit Fahrzeugen.

Bei einer im Jahr 2013 im Stadtpark und im Botanischen Garten durchgeführten Untersuchung der Vögel und Fledermäuse konnte nachgewiesen werden, dass der gesamte Untersuchungsraum von der Wasserfledermaus als Jagdrevier genutzt wird. Auch bei Artenschutzprüfungen im Stadtgebiet wird die Art regelmäßig registriert.

Hilfsmaßnahmen
Wesentliche Hilfsmaßnahmen zur Stützung der Bestände sind u.a. der Erhalt und die Entwicklung von Alt- und Totholzbeständen in Gewässernähe, das Anbringen von geeigneten Nistkästen, die Vermeidung von Störungen in den Quartieren sowie eine Verbesserung der Winterquartiere durch Installation von Hohlblocksteinen und Flachkästen in höhlenarmen Gebieten. Solche Winterquartiere müssen dauerhaft eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen.

Wichtig für Wasserfledermäuse sind insektenreiche und unbeleuchtete Wasserflächen. Der Einsatz von Insektiziden sollte dort unterbleiben. Gelegentlich werden Wasserfledermäuse auch beim Angeln gefangen – beim Nachtangeln sollte man sich daher beim Auswerfen der Angel vergewissern, dass keine Fledermäuse jagen.

Jagende Wasserfledermäuse können bei Exkursionen mit Fachleuten relativ gut gezeigt werden. Wie auch andere Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit sind solche Erlebnisse wertvoll, um Verständnis und Interesse für diese heimlich lebende Tiergruppe zu wecken und für ihren Schutz zu werben.

Für den Schutz der Baumquartiere gelten die beim großen Abendsegler aufgeführten Vorsichtsmaßnahmen.


Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfledermaus
  • Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V.: Das Artenschutzhandbuch für den Kreis Gütersloh, 2011 (http://www.biostation-gt-bi.de/artenschutz/index.php)
  • Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, 4. Fassung, Band 2, LANUV-Fachbericht 36, 2011
  • Grosche L (2015): Wasserfledermaus (Myotis daubentonii). In: AG Säugetierkunde NRW - Online-Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens. Heruntergeladen von saeugeratlas-nrw.lwl.org am 11.09.2015

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