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„Die DNA einer Stadt“ - Gütersloher Stadtgeschichte wird fortgeschrieben

07.04.2022

1945 bis in die unmittelbare Gegenwart – wissenschaftliches Forschungsprojekt zum Stadtjubiläum 2025.

Geschichte(n) „ausgraben“: Das Team des Fachbereichs Kultur der Stadt und der Historiker – Julia Kuklik (Stadtarchivarin), Michael Deppe, Lena Jeckel, Andreas Kimpel (Kulturdezernent), Dr. Christoph Lorke und Joana Gelhart -  vor dem Stadt- und Kreisarchiv an der Moltkestraße, wo gerade der Vorplatz komplett erneuert wird.
Geschichte(n) „ausgraben“: Das Team des Fachbereichs Kultur der Stadt und der Historiker – Julia Kuklik (Stadtarchivarin), Michael Deppe, Lena Jeckel, Andreas Kimpel (Kulturdezernent), Dr. Christoph Lorke und Joana Gelhart - vor dem Stadt- und Kreisarchiv an der Moltkestraße, wo gerade der Vorplatz komplett erneuert wird.

Gütersloh schreibt Geschichte – von 1945 bis in die unmittelbare Gegenwart. Das ist die Zeitspanne, die das Forschungsprojekt des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte in Münster und der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg umfasst. Ein dreiköpfiges Forschungsteam unter der Leitung von PD Dr. Christoph Lorke untersucht wissenschaftlich die Stadtentwicklung vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute und schließt damit an die erste wissenschaftliche Stadtgeschichte an, die zum Stadtjubiläum im Jahr 2000 erschien. Das nächste „runde“ Jubiläum 2025 – 200 Jahre Stadtwerdung – ist auch als Erscheinungsdatum für den nächsten Band vorgesehen. Allerdings ist es weit mehr als eine Fortschreibung.

Das ergibt sich bereits aus der Themenstellung und der Zielsetzung. Lorke, Joana Gelhart und Tim Zumloh widmen sich der Zeitgeschichte und arbeiten neben dem Quellenstudium auch mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. „Das Vorhaben betrachtet in verschiedenen Teilprojekten die vielfältigen Wandlungen von Stadt und Stadtgesellschaft: von den unmittelbaren Nachkriegs- und Aufbaujahren über die Zeit des „Wirtschaftswunders“, von Strukturwandel und der Globalisierung, den Übergang der industriellen Moderne in die „Spät“- bzw. „Postmoderne“ bis in die unmittelbare Gegenwart hinein, heißt es in der Projektbeschreibung. Lorke: „In unterschiedlichen Feldern soll diesen Wandlungen nachgespürt werden: Wir beobachten die wirtschaftlichen Entwicklungen und Verflechtungen der Stadt und der dort ansässigen Unternehmen, die Kulturpolitik, die verschiedenen Arten der Zuwanderung und die damit verbundenen Mechanismen von Integration und Inklusion, aber auch von Ausgrenzung, die Digitalisierung, das Zusammenleben von Geschlechtern und Generationen, den Alltag der Gütersloherinnen und Gütersloher, ihre Freizeitgestaltung und ihr Konsumverhalten.“

Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung, die die Besonderheiten der Stadtgeschichte einem breiten Publikum näherbringen möchte, sei es außerdem das Ziel, eine öffentliche Auseinandersetzung der Gütersloherinnen und Gütersloher mit ihrer jüngeren und jüngsten Geschichte zu fördern. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mit ihren Erinnerungen und Ansichten sind daher fester Bestandteil des Projekts.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich das Forschungsteam bereits im Stadtarchiv einen Überblick über die Quellenlage geschaffen, die Stadt selbst in Augenschein genommen, Zusammenfassungen erarbeitet und zeigt sich bereits sattelfest in der Ereignisgeschichte. Das Projekt zielt aber nicht nur auf lokale Wirkung. Weitere Publikationen zu unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten sind ebenso geplant wie konzeptionelle Forschung zu Kernfragen wie etwa Mittelstadt und „kleine Großstadt“ der zur Rolle von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Dazu wird es auch wissenschaftliche Veranstaltungen geben, die erste ist für Ende September in Münster geplant.

In Gütersloh selbst gehören Stadtarchivarin Julia Kuklik mit dem Fachbereich Kultur, seiner Leiterin Lena Jeckel und ihrem Stellvertreter Michael Deppe zum Team. Für Kultur-Beigeordneten Andreas Kimpel ist die Forschung zur Stadtgeschichte ein Leuchtturm-Projekt, das in seinem Ansatz Geschichte, Erinnerungskultur, politische und gesellschaftliche Entwicklungen verbindet, seine Wirkung aber auch auf das Selbstverständnis und die Eigenwahrnehmung der Stadt haben wird: „Stadtgeschichte ist auch immer Fundament für Demokratie- und Friedenspolitik in einem kommunalen Gemeinwesen und damit wie die Seele, wie die DNA einer Stadt.“

In aller Kürze: das Forschungsprojekt Stadtgeschichte

die Beauftragung an das LWL-Institut für Regionalgeschichte in Münster und die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg beschlossen. Anknüpfend an den zum 175. Stadtjubiläum im Jahr 2000 erschienenen ersten Band soll nun als Forschungsprojekt die Zeit von 1945 bis heute aufgearbeitet werden. Anlass sind 200 Jahre Stadtrechte im Jahr 2025. Dieses markante Jubiläum mit einer historischen Wegmarke bietet die Möglichkeit für die Stadt Gütersloh, sich der eigenen Geschichte zu stellen und diese in allen Facetten fachwissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten. Zudem erscheint ein Lernen aus der eigenen Geschichte angesichts der aktuellen Geschehnisse (u. a. Populismus, Rechtsruck der Gesellschaft) wichtiger denn je. Parteiübergreifend wurden das vorgestellte Konzept und die hohe Sachkompetenz der beiden Institute gewürdigt. Durch die wissenschaftliche Aufarbeitung ist eine unabhängige Aufarbeitung der Gütersloher Geschichte gewährleistet. Die Stadt Gütersloh ist mit einem Anteil von 603.890 € an dem Projekt beteiligt, während die Institute mit einem Eigenanteil von 286.500 € an dem Projekt beteiligt sind. Der Stadt Gütersloh ist es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger von Anfang an in das Projekt involviert sind und sich über die verschiedenen Formate in das Projekt einbringen können.

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