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Bund, LWL, Hotelbesitzer und Privatleute unterstützen Stadt Gütersloh bei der Flüchtlingsunterbringung

16.03.2022

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben stellt ehemalige Briten-Wohnungen sowie Gebäude der Mansergh-Kaserne für bis zu 1300 Menschen zur Verfügung – Sporthallen als Notunterkünfte, bis Liegenschaften bezugsfertig sind.

Bürgermeister Norbert Morkes (rechts) und Beigeordneter Henning Matthes erläuterten am Dienstag im Rathaus die Perspektiven für die Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen.
Bürgermeister Norbert Morkes (rechts) und Beigeordneter Henning Matthes erläuterten am Dienstag im Rathaus die Perspektiven für die Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen.

Die städtischen Unterkünfte sind voll, neue Quartiere für Geflüchtete aus der Ukraine werden erst nach und nach zur Verfügung stehen. „Die nächsten Tage werden ganz haarig und eng“, sagt der Beigeordnete für den Bereich Soziales bei der Stadt Gütersloh, Henning Matthes, mit Blick auf die Notwendigkeit, den sich täglich im Gütersloher Rathaus neu meldenden Flüchtlingen umgehend ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. An einer vorübergehenden Belegung der Sporthallen in Spexard und am Carl-Miele-Berufskolleg des Kreises Gütersloh gehe deshalb kein Weg vorbei. Bis Dienstagabend (15.3.) wurden 316 Ukraine-Flüchtlinge registriert, eine Zunahme um 52 gegenüber Montag. Bürgermeister Norbert Morkes versichert: „Wir lassen niemanden in der Bahnhofshalle übernachten.“ Bei einem Pressegespräch am Dienstag (15.3.) konnte er berichten, dass Licht am Horizont zu sehen ist. Die Stadt Gütersloh hat die Zusagen erhalten, Flüchtlinge in ehemaligen Briten-Wohnungen, in Gebäuden auf dem Areal der früheren Mansergh Barracks sowie in einem Hotel unterzubringen. Die Herrichtung dieser Liegenschaften wird indes einige Zeit in Anspruch nehmen.

Konkret stellt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin Häuser an der Töpferstraße, Luisenstraße, Gerhart-Hauptmann-Straße, Franckestraße, Fröbelstraße und Haegestraße mietfrei zur Verfügung. Bis zu 600 Menschen können in den Wohnungen, in denen bis vor einigen Jahren Angehörige der britischen Streitkräfte gelebt haben, untergebracht werden. Derzeit besichtigt die Stadt alle Liegenschaften, um abzuklären, wie viel Zeit für eine Herrichtung der teils seit längerem leerstehenden Wohnungen und für die Ausstattung mit Betten und Küchenmobiliar nötig ist.

Zur Verfügung gestellt hat der Bund darüber hinaus mehrere ehemalige Verwaltungsgebäude auf dem Mansergh-Gelände an der Verler Straße. Diese will die Stadt als Unterkunft für bis zu 700 Menschen einrichten. Das wird voraussichtlich vier bis sechs Wochen dauern. Insgesamt hatte Bürgermeister Norbert Morkes bei der BImA Unterbringungsbedarf in einer Größenordnung von 1500 Menschen angemeldet und nach sämtlichen Liegenschaften gefragt.

Weitere Unterstützung kommt vom Eigentümer des schon länger ungenutzten Hotels Stadt Gütersloh an der Kökerstraße, das die Stadt anmieten und mit rund 150 Geflüchteten belegen wird, sowie von der LWL-Klinik. In deren ehemaligem Pflegezentrum hat die Stadt bereits am Wochenende kurzfristig 45 Menschen Obdach bieten können. Weitere 45 Plätze kommen Mitte April dazu.

Norbert Morkes bedankte sich ausdrücklich bei allen Vertragspartnern. Persönlich hatte er in der vergangenen Woche den Kontakt zu Unternehmer Waldemar Schellenberg (Hotel Stadt Gütersloh) und zu Professor Michael Löhr (LWL-Klinik) aufgenommen und angefragt, ob sie bei der akuten Unterbringungsproblematik unterstützen könnten. „Ich bin begeistert, wie sie uns entgegengekommen sind und wie schnell sie gehandelt haben“, betonte Morkes. Auch die Zusammenarbeit mit der BImA und der Bezirksregierung Detmold sei von Vertrauen und gemeinsamem Einsatz für die Kriegsflüchtlinge geprägt. „Eine tolle Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren“, fasste Morkes die Bemühungen der vergangenen Tage zusammen. Dank richtete der Bürgermeister auch an die Gütersloherinnen und Gütersloher, die privaten Wohnraum anbieten – die Angebote werden geprüft und passgenau in Anspruch genommen -, sowie an die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die seit Beginn der Fluchtbewegung in großer Zahl mit erheblichem Einsatz dafür sorgen, dass alle Geflüchteten versorgt und betreut werden. „Was hier in der Verwaltung geleistet wird, ist eine Hausnummer.“

Bis in ein paar Tagen die beiden Sporthallen als Notunterkünfte aufnahmebereit sind, werden die vorhandenen städtischen Unterkünfte nochmals weiter verdichtet, um neuankommenden Flüchtlingen erst einmal ein Obdach geben zu können. So werden zum Beispiel die Gemeinschaftsräume in den Unterkünften mit Betten belegt. Die Sporthallen, das machten Morkes und Matthes am Dienstag einmal mehr deutlich, seien nur als Interimslösung gedacht. Es sei aber zwingend notwendig, sie vorübergehend zu Notunterkünften zu machen, um den Zeitraum bis zur Fertigstellung der Liegenschaften zu überbrücken. Jeweils 200 bis 300 Menschen können in den Hallen untergebracht werden. Ziel sei es, die Sporthallen wieder zurückzugeben, sobald die Gebäude auf Mansergh beziehbar seien, wenngleich niemand wissen könne, welches Ausmaß die Fluchtbewegung letztlich annehmen werde. „Wir machen alle Unterkünfte unter Hochdruck bezugsfertig“, betonte Henning Matthes. Das heimische Handwerk unterstütze hier in beeindruckender Weise, ergänzte Morkes.

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