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Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus)

Der Name ist etwas irreführend, denn der Braune Waldvogel ist eben kein Vogel, sondern ein Schmetterling. Der Tagfalter aus der Familie der Augenfalter wird auch als Schornsteinfeger bezeichnet.

Brauner Waldvogel, Schornsteinfeger
Brauner Waldvogel, Foto: Jürgen Albrecht

Vorkommen und Aussehen
Der Braune Waldvogel ist in nahezu ganz Europa verbreitet. Mit einer Flügelspannweite von 35 bis 42 Millimeter gehört er zu den mittelgroßen Faltern. Die Flügelober- und unterseiten sind einfarbig braun mit kleinen, gelblich umrandeten Augenflecken, deren Anzahl und Größe jedoch variabel ist. Im Allgemeinen sind die Augenflecken auf der Unterseite der Flügel, besonders an den Hinterflügeln gut sichtbar.

Lebensweise und Lebensräume
Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an Grashalmen in Bodennähe ab. Die Raupen überwintern und verpuppen sich zwischen miteinander versponnenen Gräsern. Ihre Nahrung finden sie an zahlreichen, besonders von Brombeeren gut beschatteten Süß- und Sauergräsern. Die Falter fliegen in einer Generation von Mitte Juni bis Mitte/Ende August. Man sieht sie meist mit zusammengeklappten Flügeln, so dass man die charakteristische Unterseite gut erkennen kann. An kühlen Tagen versuchen sie aber mit ausgebreiteten Flügeln Sonnenwärme zu tanken.

Als Lebensräume werden trockene bis feuchte Landschaften vom halb offenen Gelände bis hin zu lichten Waldbeständen bevorzugt. Für die Schmetterlinge sind blütenreiche Saumstrukturen in der Nähe der grasbewachsenen Raupenhabitate erforderlich. Auch in den angrenzenden Siedlungsbereichen können die Falter regelmäßig beobachtet werden.

Bestände und Gefährdungen
Der Braune Waldvogel gilt noch in allen Großlandschaften von NRW als nicht gefährdet und ist auch in Ostwestfalen noch weit verbreitet. Er kommt auch regelmäßig in naturnahen Gärten mit selten gemähten Blumenwiesen vor. Neben der Zerstörung von Lebensräumen drohen dem Schmetterling vor allem Gefahren durch eine intensiv wirtschaftende Landwirtschaft, vor allem in den Raupenhabitaten. Denn obwohl die Raupen an verschiedenen Grasarten fressen (z.B. Honig-, Flatter-, Rispengras, Trespe und Zwenke), ist deren Zahl im Intensivgrünland stark reduziert.

Schutzmaßnahmen
Maßnahmen zum Schutz des Braunen Waldvogels bestehen in einer Extensivierung der Grünland- und Gartennutzung verbunden mit einem Verzicht auf den Einsatz von Herbiziden. Darüber hinaus ist der Erhalt bzw. die Schaffung blütenreicher Strukturen, z.B. Säume und Raine entlang von Straßen, Wegen, Gräben, Dämmen und Äckern, als Nahrungsgrundlage für diesen und viele andere Schmetterlinge hilfreich. Dost (Origanum) und Wasserdost können auch im Garten als äußerst beliebte Nektarlieferanten gepflanzt werden.

Sonstiges
In seinen Ansprüchen und seiner Lebensweise ähnelt der Schornsteinfeger dem Großen Ochsenauge; beide Augenfalter treten in naturnahen Gärten regelmäßig gemeinsam auf.


Quellen:

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