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Mauersegler (Apus apus)

Der Mauersegler ist eine Vogelart aus der Familie der Segler. Obwohl er den Schwalben auf den ersten Blick ähnlich sieht, ist er mit ihnen nicht verwandt.

Mauersegler, Foto: Andreas Schäfferling
Mauersegler, Foto: Andreas Schäfferling

Das Verbreitungsgebiet des Mauerseglers erstreckt sich über fast ganz Europa, Teile Nordafrikas und Asiens. Erst vor wenigen Jahren wurden wohl auch verschiedene Kanarische Inseln besiedelt. In Deutschland bezieht er sein Revier in der Regel von Anfang Mai bis Ende Juli/Anfang August. Als sogenannter Langstreckenzieher überwintert er in Afrika südlich des Äquators.
Der Mauersegler war ursprünglich ein Fels- und Baumbrüter. Von wenigen Ausnahmen abgesehen brütet er heute als Kulturfolger in Mitteleuropa in den Nischen und Mauerspalten mehrgeschossiger Wohnhäuser, an Kirchtürmen, Fabrikgebäuden und Bahnhöfen. Beliebte Brutplätze liegen an den Dachkanten, z.B. unter den Dachpfannen der unteren und äußeren Ziegelreihen oder unter Dachverblendungen. Mauersegler tragen kaum Nistmaterial ein, lediglich verwehtes Material, das sie im Flug erhaschen, oder am Brutplatz vorgefundene Reste dienen als spärliches Nest.

Nach der Paarung legt das Weibchen in der Regel 2 bis 3 Eier, die von beiden Partnern abwechselnd bebrütet werden. Wegen der Kürze der Brutzeit erfolgt nur eine Jahresbrut. Dennoch gibt es bei einem Verlust des Geleges häufig Nachbruten. Die Brutdauer ist abhängig von der Witterung und liegt zwischen 18 und 25 Tagen. Ebenso ist auch die Nestlingszeit der Jungvögel von der Witterung abhängig: In normalen Jahren beträgt diese etwa 41 Tage, bei guten Bedingungen kann sie nur 37 Tage, aber bei schlechten Witterungsbedingungen bis zu 56 Tage dauern. Schlechtwetterperioden, in denen keine Fluginsekten verfügbar sind, überdauern sie, indem sie in einen schlafähnlichen Zustand mit reduziertem Stoffwechsel fallen, während ihre Eltern derweil für mehrere Tage großräumig in bessere Wettergebiete ausweichen. Mit dem ersten Verlassen des Nestes, das vermutlich zum Schutz vor Beutegreifern in den Abendstunden erfolgt, sind die Jungvögel selbstständig und verbringen auch ihre erste Nacht schon in der Luft.
Die mittlere Lebenserwartung erwachsener Vögel liegt zwischen 4,3 und 6,2 Jahren. Mauersegler können jedoch bis zu 20 Jahre alt werden.

Nahrung
Mauersegler verbringen fast ihr ganzes Leben in der Luft – nur zum Brüten nehmen sie festen Boden unter ihre kleinen Klammerfüße. Sofern sie nicht brüten, verbringen sie sogar ihren Schlaf in der Luft. Und auch die Mauser verläuft so, dass die Flugfähigkeit immer erhalten bleibt.
Demzufolge erfolgt auch die Nahrungsaufnahme, die hauptsächlich aus Insekten und Spinnen besteht, ausschließlich in der Luft. Dabei ist die Flughöhe abhängig vom Nahrungsangebot. Während die Mauersegler bei schlechtem Wetter flach über dem Grund fliegen, sind auch Flughöhen für die Jagd von bis zu 3.000 Metern keine Seltenheit. Zu den Nahrungstieren gehören in Europa vor allem Blattläuse, Käfer, Fliegen und Hautflügler (Bienen, Wespen, Ameisen). Auch die Nahrung der Nestlinge weicht von diesem Beutespektrum kaum ab.

Bestände und Bedrohung
Die weltweite Population des Mauerseglers liegt nach einer groben Schätzung bei ungefähr 25 Millionen Individuen. Für Deutschland wurde vom NABU im Jahr 2003 ein Bestand von 230.000 bis 460.000 Brutpaaren angegeben. Der Verlust vieler Nistplätze durch Gebäudesanierungen hatte zur Folge, dass der Mauersegler auf die Vorwarnliste gefährdeter Brutvögel in NRW (2008) gesetzt werden musste. In der Roten Liste 2011 ist der Mauersegler wieder als nicht gefährdet eingestuft worden. MÖBIUS beschreibt den Mauersegler als einen in Gütersloh weit verbreiteten Brutvogel. Auch in den Bestandsaufnahmen von LENZ wird der Mauersegler als regelmäßiger Brutvogel bezeichnet. Genaue Zahlen über die Bestände in Gütersloh liegen jedoch nicht vor. Schätzungen liegen in der Größenordnung von 300 bis 500 Paaren. Die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V. hat daher dazu aufgerufen, Brutplätze von Mauerseglern zu melden: nfbsttn-gt-bd

Obwohl keine genauen Zahlen vorliegen, geht man davon aus, dass der langfristige Bestandstrend des Mauerseglers in NRW etwa konstant geblieben ist. Der kurzfristige Bestandstrend zeigt jedoch einen deutlichen Rückgang der Populationen. Im Zeitraum 2005 bis 2009 wurden in NRW 32.000 bis 62.000 Paare erfasst. Die Vorkommen sind jedoch schwierig zu erfassen. Auch unterliegt der Brutbestand starken jährlichen Schwankungen. Bestandsangaben und Trends sind daher vorsichtig zu interpretieren.

Während der Baustil des 19. und 20. Jahrhunderts noch viele Nischen und Schlupflöcher für den Mauersegler bot, findet man an modernen und nachträglich energetisch sanierten Gebäuden praktisch keine Nistmöglichkeiten mehr. Da der Mauersegler sehr brutplatztreu ist, kann es vorkommen, dass für ein oder sogar mehrere Jahre keine Brut erfolgt, wenn der bis dahin genutzte Nistplatz nicht mehr vorhanden ist.

Mauersegler beim Einflug in eine Dachspalte, Foto: Bernhard Walter
Mauersegler beim Einflug in eine Dachspalte, Foto: Bernhard Walter

Schutzmaßnahmen
Wie bereits oben beschrieben, finden die Mauersegler immer weniger Nistmöglichkeiten in unseren Städten. Deshalb sollten vor allem bei Gebäudesanierungen zerstörte Nistplätze durch Kunstnester ersetzt werden. Im Handel sind sowohl Kunstnester zur direkten Montage an der Fassade als auch solche, die in eine neue Fassadendämmung integriert werden können, erhältlich. Kunstnester zum Einbau in die Wärmedämmschicht eines Gebäudes können - solange der Vorrat reicht - auch beim Fachbereich Umweltschutz der Stadt Gütersloh bezogen werden.

Dank des ehrenamtlichen Engagements von Vogelschützern und mit finanzieller Unterstützung vieler Sponsoren wurden in Gütersloh seit 2010 circa 150 Nistkästen für Mauersegler montiert. Da es sich hierbei fast ausschließlich um dreifach-Nistkästen gehandelt hat, konnte den Mauerseglern bis heute mit fast 450 neuen Brutplätzen geholfen werden. Auch künftig soll der Bestand des Mauerseglers in Gütersloh mit weiteren Nisthilfen gefördert werden. Weitere Informationen zum Mauerseglerschutz in Gütersloh finden Sie hier.
Sehr ausführliche Informationen über den Mauersegler finden Sie auch bei Wikipedia.org.

Sonstiges
Der Mauersegler war 2003 Vogel des Jahres.


Quellen:

Kontakt und Informationen

Frau Sonja Wolters
Umweltschutz
Fachbereichsleiterin

Rathaus Haus III1. ObergeschossRaumnummer161
Tel+49 5241 / 82-2086
Fax+49 5241 / 82-3392
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