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Bodenpflege, Düngung, Pflanzenschutz

Die Düngegewohnheiten der Hobbygärtner in verschiedenen Gartenbereichen führen dazu, dass Gemüseflächen oft stark überdüngt sind, Rasenflächen dagegen an Mangel leiden. Auswertungen des Untersuchungszentrums Münster - LUFA - von Bodenuntersuchungen aus Hausgärten in Gütersloh bringen dies bei jährlich im Herbst stattfindenden Bodenuntersuchungsaktionen immer wieder an den Tag. Im Folgenden werden Ursachen und Gegenmaßnahmen erläutert.

Pflanze in der Hand

Der Versorgungszustand von 95 Gemüsebeeten aus Gütersloh zeigt, dass Mangelversorgung kaum festzustellen ist, Überversorgung  dagegen häufig. So waren hinsichtlich Kalk und Phosphat die meisten Gemüsebeete stark überversorgt (81 Prozent Kalk, 76 Prozent Phosphat). Lediglich 7 Prozent der Beete benötigen eine Kalkung. Phosphatmangel liegt in keinem Fall vor. Mit Kalium müssen 18 Prozent der Flächen gedüngt werden. 42 Prozent waren optimal versorgt und 26 Prozent hoch bzw. 14 Prozent sehr hoch versorgt. Dagegen liegt bei 59 Prozent der Proben ein Magnesiummangel vor. Ausreichend mit Magnesium waren 32 Prozent und 7 Prozent waren hoch und 2 Prozent sehr hoch versorgt.

Die Versorgung von 125 Rasenflächen aus Gütersloh zeigt, dass hier erheblich mehr Flächen eine Unterversorgung aufweisen. Deutlich mehr Rasenflächen sind mangelhaft versorgt. Doch sind auch beim Rasen 49 Prozent der untersuchten Böden zu hoch aufgekalkt. Kalkmangel lag lediglich bei 20 Prozent der Rasenflächen vor, nur 31 Prozent der Rasenböden waren optimal gekalkt.
3 Prozent der Rasenflächen leiden unter Phosphatmangel, 60 Prozent an Kaliummangel und sogar 83 Prozent an Magnesiummangel. Optimal versorgt sind mit Phosphat, (13 Prozent), Kalium (31 Prozent) und Magnesium (11 Prozent) Rasenflächen. Die Überversorgung ist im Vergleich zu Gemüsebeeten seltener oder niedriger anzutreffen.
Der Versorgungszustand der Gemüse- und Rasenflächen im Jahr 2005 ist in den Downloads rechts noch einmal grafisch dargestellt.

Ursachen
Die starke Überversorgung der Gemüsebeete ist vor allem daraus zurückzuführen,

  • dass neben Kompost und Mist zusätzlich gleichzeitig organische und mineralische Düngemittel eingesetzt werden,
  • dass oft mehr als nötig gedüngt wird (also der Pflanzenbedarf überschritten wird)
  • dass organische Dünger oft nicht als Düngemittel betrachtet werden und deshalb zusätzlich weitere Düngemittel verwendet werden
  • dass kaum Kenntnisse über die Zusammensetzung der Böden vorhanden sind. So werden aus Unkenntnis oft trotz hoher pH-Werte stark kalkhaltige Dünger oder trotz Phosphat-Überversorgung phosphathaltige Dünger eingesetzt,
  • dass viele Gartenbesitzer die Nährstoffvorräte ihrer Gartenböden nicht kennen, weil keine Bodenuntersuchungsbefunde vorliegen.

Die Mangelsituation auf Rasenflächen ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:
Rasen wird in der Regel nicht mit Mist oder Kompost gedüngt.
Um weniger oft mähen zu müssen wird oft weniger oder gar nicht gedüngt.
Die Kalkung gehört traditionell zur Pflege des Rasens und führt bei Sandböden schnell zu überhöhten Werten. Eine Düngung dagegen seltener. Der Nährstoffentzug durch den Rasenschnitt und Auswaschungsverluste der wasserlöslichen Nährstoffe Kalium und Magnesium werden somit nicht ausgeglichen. Es findet eine kontinuierliche Verarmung statt.

Gegenmaßnahmen
Jeder Gartenbesitzer sollte im Abstand von circa 4 Jahren durch eine Bodenuntersuchung den Kalkzustand und Nährstoffvorrat seines Gartenbodens überprüfen. So erfährt er, ob eine Unter- oder Überversorgung mit Kalk oder einzelnen Nährstoffen (Phosphat, Kalium, Magnesium oder Stichstoff) vorliegt. Nachdem der Befund vorliegt müssen viele Gartenbesitzer dann oft von alten Gewohnheiten und Überzeugungen Abschied nehmen.

So z.B. von der Meinung, dass organische Dünger, Mist und Kompost kaum Nährstoffe enthalten. Es sind Volldünger, die stets alle Nährstoffe enthalten. Oder von der Einstellung, die Überdüngung auf einem kleinen Beet schlüge mengenmäßig kaum zu Buche. Alle Gartenflächen in der Bundesrepublik sind zusammen größer als das Saarland.

Man bedenke: Wenn das Ausbringen von Mist und Gülle in Menge und Zeitraum aus umweltverträglicher Sicht in der Landwirtschaft reglementiert wird, kann der Einsatz Mist und Kompost im Hausgarten kaum anderen Kriterien unterliegen.
Die Eigenschaften und Risiken beim Einsatz von Düngemittel ändern sich nicht dadurch, dass sie zum einen auf Äckern und Wiesen und zum andern auf Gartenbeeten landen.

In diesem Sinne hilft die Bodenuntersuchung zu einer umweltschonenden Düngung. Denn die Überversorgung schadet nicht nur den Pflanzen, sondern auch der Umwelt (Boden, Trinkwasser) und führt zur Verschwendung von begrenzten Nährstoffressourcen.

6-Punktereglung zur Vermeidung von Düngungsfehlern:

  1. Bodenuntersuchung (Bodenvorräte erkennen und Düngung danach ausrichten, angepasste Düngeempfehlung für unterschiedliche Kulturen).
  2. Kenntnis über den Nährstoffgehalt der eingesetzten Düngemittel verschaffen (siehe Deklaration der Dünger, Fachinformationen, Fachleute oder die Umweltberaterin der Stadt Gütersloh, Beate Gahlmann fragen).
  3. Unterschiedlich Stark-, Mittel- Schwachzehrer düngen! (Vorsicht auch Starkzehrer brauchen keine Unmengen!)
  4. Mengen genau abwiegen und verteilen.
  5. Größere Düngemengen in kleine Teilgaben splittern.
  6. System immergrün (durch Gründüngung Nährstoffe gegen Auswaschung schützen)

Nur wer die Nährstoffversorgung seines eigenen Gartenbodens kennt, kann zielgerichtet die richtige Auswahl an notwendigem, geeignetem Düngemittel treffen und die Richtige Menge an Dünger festlegen.

Drei goldene Düngungsgrundsätze:

  1. Je höher der Bodenvorrat an Nährstoffen, um so weniger zusätzlich düngen!
  2. Je mehr Kompost, Mist o.ä. eingesetzt wird, um so weniger bis gar nicht zusätzlich düngen!
  3. Je hochprozentiger der Dünger, desto geringer die Düngemenge!

Düngen - so wenig wie möglich, soviel wie nötig!

Keine Pflanzenschutzmittel auf befestigten Wegen und Flächen

Vorgarten mit Gehweg

In Deutschland ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser für die meisten Menschen selbstverständlich. Dabei wird im Alltag schnell vergessen, dass hierzu auch ein eigenes verantwortungsbewusstes Verhalten notwendig ist. Wenn z.B. auf gepflasterten Wege ungeliebtes Grün sprießt, ist der Griff zur Giftspritze schnell getan. Dabei ist vielen Menschen nicht bewusst, dass sie durch ein solches Verhalten verbotenerweise Schadstoffe in unsere Umwelt einbringen.

Zum Schutz unseres Trinkwassers und unserer Umwelt erlaubt das Pflanzenschutzgesetz den Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln nur auf landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Flächen. Die Pflanzenbehandlungsmittel sind darauf ausgelegt auf Pflanzen und im Boden haften zu bleiben. Hier finden auch die Abbauprozesse statt. Je belebter der Boden ist und je mehr Humus- und Tonpartikel vorhanden sind, desto besser funktionieren Bodenhaftung und Abbauprozesse. Dabei ist der Gebrauchsanweisung der eingesetzten Mittel genau Folge zu leisten. Auf befestigten Wegen oder Flächen ist der Einsatz nicht erlaubt. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Hinweise hierzu findet man auch auf den Beipackzetteln oft im „Kleingedruckten“.

Durch diese Regelungen soll zum Wohl der Allgemeinheit verhindert werden, dass Pflanzenschutzmittel bei Regen ohne Bodenhaftung direkt z.B. über Regenwasserkanäle ins Oberflächenwasser gespült werden. Letztendlich besteht die Gefahr, dass das Rohwasser zur Trinkwasserbereitung mit Pestiziden belastet wird.

Ausnahmegenehmigungen sind unter Umständen möglich und können beim Institut für Pflanzenschutz der Landwirtschaftskammer in Münster (siehe unten) beantragt werden. Grundsätzlich hält der Gesetzgeber es jedoch aufgrund der Umweltgefahren für zumutbar, im privaten Umfeld andere Maßnahmen zur Unkrautbeseitigung auf befestigten Flächen zu finden. Auf der Internetseite www.pflanzenschutzdienst.de, Punkt „Service“, Unterpunkt „Genehmigungen“ finden Sie eine aktualisierte Übersicht alternativer, nichtchemischer Verfahren zur Unkrautbekämpfung auf nicht gärtnerisch genutzten Flächen.

Auch beim Einsatz anderer Stoffe (Salz, Säuren, Essigreiniger) zum Zwecke der Unkrautbekämpfung liegt ein Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz vor, der meist mit einer Verwarnung oder einem Bußgeld geahndet werden kann.

Der Hinweis bei Pflanzenschutzmitteln, sie seien biologisch abbaubar, erzeugt schnell den Eindruck der Ungefährlichkeit. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie ein toxisches Potential besitzen und dass sie - solange sie nicht abgebaut sind - das Gewässerleben belasten und die Selbstreinigungskraft unserer Gewässer nachhaltig stören können.
Wo immer möglich sollte deshalb der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterbleiben. Belastungen, die unserem Ökosystem erspart bleiben, belasten letztendlich auch nicht den Menschen.

Weitere Informationen:
Umweltberatung der Stadt Gütersloh
Beate Gahlmann, btghlmnngtrslhd
Gisela Kuhlmann, gslkhlmnngtrslhd
Telefon 0 52 41 / 82 20 88

Bei weitergehenden Fragen oder Ausnahmegenehmigungen wenden Sie sich bitte an das für OWL zuständige Institut für Pflanzenschutz in Münster, Ansprechpartner: Herr Reichel, Telefon 02 51 / 23 76-914, E-Mail: frnkrchllwknrwd

Pflanzensaft gibt Pflanzen Kraft

Siebenpunkt Marienkäfer, Foto: James Lindsey, Wikimedia Commons
Siebenpunkt Marienkäfer, Foto: James Lindsey, Wikimedia Commons

Zum biologischen Pflanzenschutz gehören alle Maßnahmen, die die Gesundheit und Widerstandskraft der Pflanzen fördern und gleichzeitig die Entwicklung von Schädlingen und Krankheiten hemmen.
Dazu zählt man

  • die Stärkung der Widerstandskraft durch einen optimalen Standort
  • die Vorbeugung durch Fruchtwechsel und die natürliche Schädlingsabwehr durch Pflanzen in Mischkultur
  • die naturgemäße Bodenbearbeitung, Pflege und Düngung
  • die Stärkung des ökologischen Gleichgewichts durch naturnahe Gartengestaltung
  • die gezielte Förderung von nützlichen Tieren, z.B. durch das Anbieten von Nisthilfen

Bei geringem Schädlingsbefall sollten Sie nicht zum großen Gegenschlag mit der chemischen Keule ausholen. Die wichtigsten Helfer im biologischen Pflanzenschutz sind die natürlichen Feinde der Schädlinge, Nützlinge genannt. Dazu gehören beispielsweise Marienkäfer, Florfliegen, Igel, Vögel und andere Tiere, die man durch naturnahe Gartengestaltung mit heimischen Pflanzen anzieht und fördert.

Wenn Sie Schädlinge mit chemischen Mitteln bekämpfen, kommen dabei auch Nützlinge um. Außerdem bestehen Gefahren für Ihre Gesundheit, für den Boden und das Grundwasser. Besser ist es deshalb, die Wirkstoffe der sonst verschmähten „Unkräuter“ in Form von Spritzbrühe, Jauche, Tee oder Kaltwasserauszug für sich arbeiten zu lassen. Diese pflanzlichen Mittel kann man in 2 Gruppen einteilen: in solche, die die Pflanzen nähren und kräftigen und dadurch ihre Widerstandskraft erhöhen und in solche, die Schädlinge abschrecken, vertreiben oder auch töten.

Da ist z.B. der Ackerschachtelhalm. Pflanzen, die mit Schachtelhalmbrühe gegossen werden, nehmen die darin in hoher Konzentration enthaltene Kieselsäure auf, die ihr Zellgewebe festigt und härtet. Pilzsporen können nicht mehr so leicht eindringen und Schädlinge haben Mühe, das feste Pflanzengewebe zu fressen. Nach den ersten „Probebissen“ geben sie auf und wandern weiter.

Manche Pflanzen, z.B. Holunderblätter oder Tomatentriebe, besitzen ätherische Öle und setzen einen starken Geruch frei, der Schadinsekten abschreckt und vertreibt. Zwiebel, Knoblauch und Kapuzinerkresse töten Bakterien ab, während Jauche oder Brühe aus Rhabarber oder Brennnesseln ätzend wirken. Dazu 2 Rezepte:
Brennnesselbrühe, die die Pflanzen kräftigt, stellt man her, indem man ein Kilogramm Brennnesseln mit 10 bis 20 Liter Wasser 24 Stunden einweicht oder 20 bis 30 Minuten kochen lässt. Anschließend werden die Brennnesseln abgesiebt.
Für Brennnesseljauche mischt man ein Kilogramm Brennnesseln mit 50 Liter Wasser, deckt das Ganze luftdurchlässig ab und rührt täglich um. Nach 2 bis 3 Tagen hat man eine gärende Jauche, die gegen Blattläuse und Spinnmilben wirkt. Lässt man die Jauche mindestens 10 Tage stehen, erhält man eine vergorene Jauche, die wiederum die Pflanzen kräftigt, die man damit gießt oder spritzt. Wichtig ist, dass man die Anwendung pflanzlicher Mittel öfter wiederholen muss, da ihre Wirkung nicht lange anhält.

aus: Umweltkalender 1991

Kalk im Garten

Pflanzen benötigen Dünger als Ernährung, um gedeihen zu können. Neben der Düngung muss auf die Kalkversorgung des Bodens besonders geachtet werden. Der sogenannte pH-Wert drückt den Säuregrad bzw. die Kalkversorgung des Bodens aus. Er wird mit den Zahlen 1 bis 14 angegeben, wobei ein pH-Wert um 7 als neutral, unter 7 als sauer und über 7 als basisch bezeichnet wird.

Zu niedrige, aber auch zu hohe pH-Werte können sich nachteilig auf das Wachstum der Pflanzen auswirken. Ist der pH-Wert sehr niedrig ( z.B. unter pH 4,0), können wichtige Nährstoffe von den Pflanzen nur sehr schwer aufgenommen werden. Zusätzlich wird die Tätigkeit von Mikroorganismen und Regenwürmern gehemmt, sodass sich die Bodenstruktur verschlechtert. Der Hauptnachteil eines zu hohen pH-Wertes ist die verminderte Verfügbarkeit wichtiger Spurenelemente.

So wie Menschen unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten haben, gibt es auch bei Pflanzen unterschiedliche Ansprüche. Moorbeetpflanzen wie Rhododendren und Heidekraut, aber auch Hortensien lieben kalkarmen Boden mit einem pH-Wert von 4,0 bis 5,0. Dagegen benötigen Rosen einen kalkreicheren Boden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 6,5. Für die meisten anderen Pflanzen wie auch Rasen liegt der optimale Wert bei pH 5,0 bis 5,5. Untersuchungen von Gartenböden haben gezeigt, dass über 60 Prozent der Böden mit Kalk überversorgt sind, oft sogar einen sehr stark erhöhten pH-Wert aufweisen. Beispielsweise wird oftmals bei Moos im Rasen eine Kalkung vorgenommen. Ist der pH-Wert aber schon erhöht, bewirkt eine weitere Kalkung, dass der Rasen schlechter wächst und sich so Moos verstärkt ausbreiten kann.

Aber wie kann man den Kalkzustand des Bodens feststellen?
Empfehlenswert sind genaue Bodenanalysen, bei denen neben dem pH-Wert auch der Nährstoffbedarf des Gartenbodens untersucht wird. Eine auf die Pflanzen im Garten ausgerichtete Düngeempfehlung gibt dann genaue Auskunft. Bei notwendiger Kalkung empfiehlt es sich auf den Gütersloher Sandböden milde Produkte wie kohlensauren Kalk, Algenkalk oder Hüttenkalk zu verwenden.

Wie beim Düngen gilt auch bei der Kalkung von Gartenböden: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Fragen zum Düngen und Kalken im Garten, aber auch zu Gartenbodenanalysen beantwortet Ihnen gerne die städtische Umweltberaterin, Beate Gahlmann, Telefon 0 52 41 / 82 20 88.

Eine verbilligte Bodenuntersuchungsaktion wird von der Stadt Gütersloh über die Umweltberaterin jährlich im Oktober angeboten.

aus: Umweltkalender 2009

Gärtnern ohne Torf

Töpfe vor Dielenwand

Mit Beginn der Gartensaison werden wieder Beete und Blumentöpfe bepflanzt. Die in Gartencentern und Baumärkten angebotenen herkömmlichen Säcke mit Pflanzerden enthalten meist bis zu 90 Prozent Hochmoortorf. Dieser endliche Rohstoff hat sich über Jahrtausende aus Pflanzenresten gebildet. Mit dem Torfabbau werden einzigartige Naturlandschaften und unersetzliche Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten zerstört. Darüber hinaus wird das im Moor gespeicherte Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt und der Wasserhaushalt der Abbauregion beeinträchtigt.
Moorschutz im eigenen Garten

In den letzten Jahren werden zunehmend torffreie Erden angeboten. Sie werden auf Basis von Kompost, Rindenhumus und Holzfasern hergestellt. Ob für Zimmerpflanzen, Balkonblumen, Kübelpflanzen, Gemüsebeete oder Kräuter, die modernen torffreien Erden werden entsprechend ihres Einsatzes bedarfsgerecht hergestellt. Selbst Spezialerden für Orchideen oder Zitrusgewächse sind im Angebot. Auch die für Aussaaten wichtigen besonders feinen Erden werden angeboten.
Der richtige Umgang mit torffreier Erde
Die neuen Erden haben eine ungewohnt grobe Struktur. Hierdurch werden Wurzeln besser durchlüftet und beugen Staunässe in Kästen und Kübeln vor. Einige der torffreien Erden sind schwerer. Dieser Nachteil beim Transport sorgt bei größeren Kübelpflanzen für eine bessere Standfestigkeit bei Wind und wird so zum Vorteil. Man ist es gewohnt, dass Torferden beim Austrocknen heller werden. Torffreie Erden sind auch im feuchten Zustand hellbraun. Meist trocknet erst nur die oberste Schicht schnell ab, wodurch Samenunkräuter sich kaum ansiedeln können. Vorm Gießen sollte die darunter liegende Erde kurz auf Feuchtigkeit geprüft werden.
Einkaufshilfe

Wichtig: Nur „torffreie Erde“ enthält kein Torf. Produkte „torfreduzierter“ oder torfarmer“ Erden enthalten noch bis zu 80 Prozent Torf. Auch nicht alle mit „Bio“ bezeichnete Erden sind torffrei. Torffreie Erden auf Basis von Kokosfasern sind wegen der langen Transportwege kritisch zu sehen. Ein Blick auf die Angabe zur Zusammensetzung auf dem Sack hilft hier schnell weiter.

Einen Einkaufsführer für torffreie Erde finden Sie beim Bund für Natur- und Umweltschutz (BUND) unter: www.bund.net im Bereich Publikationen.

Weitere Fragen zu dem Thema beantwortet Ihnen auch gerne die Umweltberaterin Beate Gahlmann, Friedrich-Ebert-Str. 54, Telefon 82 20 88, E-Mail: BtGhlmnngtrslhd

Pflanzenauswahl und Düngung auf dem Friedhof

Gräber auf Friedhof

Bei der Pflanzenwahl eines Grabes ist es zunächst wichtig zu beachten, ob es ein schattiger, halbschattiger oder sonniger Standort ist. Wichtig ist auch, ob es ein eher trockener, wie der in Gütersloh weit verbreitete Sandboden ist, oder doch ein feuchter Boden. Berücksichtigt man beim Pflanzen die Standortbedürfnisse (z.B. schattig - sonnig, feucht - trocken) so gedeihen Pflanzen besser und Schädlingsbefall kommt auch weitaus seltener vor.

Der richtige Düngezeitpunkt ist im März und im Juni. Empfehlenswert ist es, besonders auch bei Sandböden, einen organischen Dünger zu verwenden. Dieser hat aufgrund seiner Beschaffenheit eine Langzeitwirkung und verbindet die Nährstoffversorgung zugleich mit einer Humusversorgung, die den Boden nachhaltig verbessert. Die auf den Produktpackungen angegebene Jahresdüngermenge sollte im Frühjahr mit 2/3 und im Sommer mit dem restlichen 1/3 aufgebracht werden. Bei Mulchbelag mit Holzhäcksel auf Gräbern sollte der Düngezeitpunkt etwa einen Monat früher gewählt werden, damit der Dünger zum richtigen Zeitpunkt bei den Pflanzen ankommt. Von einer Herbstdüngung ist abzusehen, da sonst zum einen die Winterhärte der Pflanzen verringert wird und zum anderen Nährstoffe ins Grundwasser ausgewaschen werden.

Wichtig zu wissen: Eine Überdüngung schadet den Pflanzen ebenso wie eine nicht ausreichende Düngung. Pflanzen können an beiden Extremen erkranken und sind in der Folge wesentlich stärker anfällig gegen Schadinsekten. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist auf den meisten Friedhöfen laut Friedhofssatzung untersagt.

Neben einer pflanzenorientierten Düngung ist auch der Kalkhaushalt des Bodens eine wesentliche Vorraussetzung für ein gesundes Pflanzenwachstum. Gerade auf Sandböden sollte nur sehr zurückhaltend gekalkt werden, da diese Bodenart sehr sensibel reagiert. Vielfach verwendete Moorbeetpflanzen, wie Rhododendren oder Erika benötigen sauren Boden, müssen also nur sehr selten gekalkt werden.

Beratungen zur Grabgestaltung, der Pflanzenwahl und der Düngung erhalten sie bei den Friedhofsgärtnereien. Auch die städtische Umweltberaterin Beate Gahlmann, Telefon 82 20 88 (BtGhlmnngtrslhd) hilft bei Fragen gern weiter. Ein Infoblatt hierzu erhalten Sie ebenfalls bei der Umweltberatung.

Kontakt und Informationen

Frau Beate Gahlmann
Umweltschutz

Rathaus Haus III1. ObergeschossRaumnummer155
Tel+49 5241 / 82-2088
Fax+49 5241 / 82-3392
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Frau Gisela Kuhlmann
Umweltschutz

Rathaus Haus III1. ObergeschossRaumnummer155
Tel+49 5241 / 82-2088
Fax+49 5241 / 82-3392
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