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Archiv

25. Januar 2018

Wegweiser zu den Stolpersteinen ist jetzt in zweiter Auflage erschienen

Ihr Name lebt weiter“: Das ist der Titel einer Darstellung der „Stolpersteine“ zum Gedenken an jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen aus Gütersloh, die vor drei Jahren aufgelegt wurde. Jetzt ist sie – an einigen Stellen aktualisiert und mit einem Vorwort von Bürgermeister – in zweiter Auflage erschienen.

„Der Titel und die außergewöhnliche Gestaltung sind Statement gegen das Vergessen und Plädoyer für eine aktive Auseinandersetzung mit diesem Kapitel unserer Stadtgeschichte,“ sagt Bürgermeister Henning Schulz. Dies gelte umso mehr mit Blick auf die nächste Generation, die nicht mehr von den Erinnerungen und Berichten von Zeitzeugen profitieren könne. Schulz erinnert an den weltweiten Holocaust-Gedenktag am 27. Januar, der die Deportation und Ermordung jüdischer Mitbürger und Mitbürgerinnen durch die Nationalsozialisten in besonderer Weise thematisiert.

Das außergewöhnliche Heft folgt inhaltlich und gestalterisch dem Gedanken des Verlustes. So wird Weißraum – bis hin zu ganzen weißen Seiten – zum gezielt eingesetzten gestalterischen Element. Jedem Namen deportierter und ermordeter jüdischer Mitbürger aus Gütersloh sind biografische Daten und Fakten hinterlegt, soweit sie bekannt sind. Und auch hier symbolisieren Leerstellen den Punkt, wo diese Informationen abbrechen, wo nichts mehr zu erfahren ist über die Lebenswege, wo Bilder und Erklärungen fehlen. Die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig, die, ins Pflaster eingelassen, an vielen Stellen in der Innenstadt und darüber hinaus an die jüdischen Mitbürger erinnern, weisen auch den Weg durch die Broschüre. Nachtaufnahmen der Orte, die früher verbunden waren mit der jüdischen Gemeinde Güterslohs, sprechen ebenfalls von Verlust und Leere, ihnen sind – soweit vorhanden – die historischen Fotos aus dem Stadtarchiv gegenübergestellt.

Für Konzeption, Fotos und Gestaltung zeichnen der Gütersloher Fotograf Detlef Güthenke und der Grafiker Eckard Kleßmann verantwortlich. Die Textinformationen stammen aus dem Gütersloher Stadtarchiv unter der Federführung von Stadtarchivar Stephan Grimm, Herausgeber ist die Stadt Gütersloh. Links und eine Literaturliste ergänzen die Informationen.

„Ihr Name lebt weiter“ wendet sich auch in der zweiten Auflage besonders an Schulen. Das Heft ist unter anderem über das Stadtarchiv an der Hohenzollernstraße (stephan.grimm@guetersloh.de) zu beziehen sowie über das Stadtmuseum oder Gütersloh Marketing, und es liegt auch im Informationsbereich des Rathauses aus.